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Schadstoffuntersuchung in Bornheim: Spuren von Asbest in Bornheimer Schulen

Schadstoffuntersuchung in Bornheim : Spuren von Asbest in Bornheimer Schulen

Ein Sachverständiger hat im Auftrag der Stadt acht Schulgebäude auf Schadstoffe geprüft. Trotz Funden von Asbestfasern im Wandputz sieht er keine konkrete Gesundheitsgefährdung. Betroffene Wände dürfen aber nicht beschädigt werden.

Die gute Nachricht vorweg: Nach Auffassung des Sachverständigen, der acht Bornheimer Schulgebäude auf Schadstoffe untersucht hat, gibt es keine Hinweise auf eine konkrete Gesundheitsgefährdung. Es seien keine Maßnahmen erforderlich, heißt es im Bericht von Gerd Zwiener, der seine Erkenntnisse am Donnerstag im Bornheimer Schulausschuss vorstellen wird. Allerdings stieß der Fachmann an einigen Stellen sehr wohl auf „einzelne Spuren von Asbestfasern in Spachtelmassen am Wandputz“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

„Die Schulen wurden informiert, dass keine mechanischen Veränderungen an den betroffenen Wänden durchgeführt werden dürfen und bei Schäden am Putz die Gebäudewirtschaft der Stadt Bornheim zu benachrichtigen ist“, führt die Verwaltung in der Beschlussvorlage aus, die lediglich eine Kenntnisnahme vorsieht. „Sofern der Putz beziehungsweise die Spachtelmasse nicht beschädigt ist, ist eine Gefährdung der Nutzer nicht gegeben“, erläutert Zwiener in seinem Bericht. Aber: „Bei Beschädigung ist eine Faserfreisetzung aus asbestbelasteten Putzen grundsätzlich möglich“ – und das sei bereits beim Einschlagen eines Nagels der Fall. Erhebliche Beschädigungen sollten von einem Fachunternehmen ausgebessert werden, so der Sachverständige.

An der Roisdorfer Schule durften einzelne Räume nicht betreten werden

An der Roisdorfer Grundschule weiß man, was das in der Praxis bedeutet. Nachdem Zwiener dort Ende 2015 Asbestzementfasern im Wandputz festgestellt hatte und die Schulleitung Anfang 2016 Schäden an der Wand bemerkte, kam es zu Betretungsverboten für einzelne Räume und zu Unterrichtsausfällen. Nachdem die Stadt Risse zunächst flicken ließ, entschied sie später, eine Glasvliestapete zum Schutz aufzubringen, um nicht jeden Schaden einzeln beheben zu müssen.

Eine solche Tapete sei auch eine denkbare Maßnahme für andere Schulen, sollte die Situation mit der in Roisdorf vergleichbar sein, sagt Bürgermeister Wolfgang Henseler auf GA-Nachfrage. „Es ist aber nur dann problematisch, wenn man in die Wand reinbohrt“, erklärt er und betont: „Wenn Kinder betroffen sind, sind wir natürlich auch besonders vorsichtig.“ Die jeweiligen Schulen und die Hausmeister seien informiert und hätten gewisse Verhaltensregeln erhalten.

Funde auch an Grundschulen in Bornheim, Hersel und Sechtem

Betroffen sind nach Zwieners Bericht neben der Sebastian-Schule Roisdorf auch die Bornheimer Johann-Wallraf-Grundschule, die Herseler-Werth-Grundschule und die Wendelinus-Grundschule Sechtem. Während asbesthaltiger Wandputz in Roisdorf in Klassenräumen, Fluren und Treppenhaus festgestellt und zwischenzeitlich mit der Glasvliestapete bedeckt wurde, fällt das Ausmaß der Funde an den anderen Schulen offenbar geringer aus.

So ist laut dem Bericht an der Johann-Wallraf-Schule im Erdgeschoss in sieben Proben Asbest im Wandputz gefunden worden, einige Proben seien aber auch unauffällig. Bei einer Gesamtbetrachtung müsse jedoch von einer systematischen Verwendung ausgegangen werden, weshalb Zwiener empfiehlt, die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen für die Wände im Erdgeschoss zu ergreifen: sprich diese nicht zu beschädigen und Arbeiten nur durch Fachunternehmen vornehmen zu lassen. Das gelte auch fürs Obergeschoss des Nebengebäudes an der Fensterseite des Flurs.

Für die Herseler-Werth-Schule listet der Sachverständige auf, dass asbesthaltiger Wandputz in Fluren des Obergeschosses systematisch verwendet worden sei, ebenso im Erdgeschoss des Gebäudeteils nördlich vom Foyer.

In Sechtem verweist Zwiener auf asbestbelastete Proben aus Fluren und dem Treppenhaus im Erd- und Untergeschoss. Es sei davon auszugehen, dass auf den vermutlich asbestfreien Wandputz eine asbesthaltige Spachtelmasse aufgebracht worden sei.

Bleihaltiger Anstrich an Stahlstütze in Rösberg

Einen anderen Befund hat Zwiener in der Markus-Schule Rösberg ausgemacht: Hier sei eine Stahlstütze mit einem bleihaltigen Anstrich versehen, der aufgrund einer Beschädigung am Fuß freiliege. Da Bleiverbindungen sehr giftig seien, müsse hier ausgebessert und eventuell eine Schutzummantelung angebracht werden.

Positiv: Bei Raumluftmessungen zu einer PCB-Belastung hat der Sachverständige an keiner der untersuchten Schulen eine Überschreitung der Werte festgestellt.

Der Schulausschuss tagt am Donnerstag, 22. Juni, im Rathaus. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr.