Vorgebirge und Voreifel: Spargel-Bauern ziehen verhalten positive Saison-Bilanz

Vorgebirge und Voreifel : Spargel-Bauern ziehen verhalten positive Saison-Bilanz

Die Saisonbilanz der Landwirte im Vorgebirge und in der Voreifel fällt verhalten positiv aus. Das edle Gemüse wird auf rund 4000 Hektar in ganz NRW, im Rheinland zwischen den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf auf rund 1500 Hektar angebaut.

Dünnere Stangen als im vergangenen Jahr bei gleichbleibend guter Qualität: Die Bilanz der Spargelproduzenten in der Region ist durchaus positiv, auch wenn die Erträge als durchschnittlich bezeichnet wurden. Im Großen und Ganzen sind die Landwirte aus der Region mit der diesjährigen Ernte zufrieden. Auf dem einen oder anderen Hof wurde noch bis zum Johannistag – am 24. Juni beenden die Spargelbauern traditionell ihre Ernte – kräftig gestochen. Das edle Gemüse wird auf rund 4000 Hektar in ganz NRW, im Rheinland zwischen den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf auf rund 1500 Hektar angebaut. Die Spargelsaison startete in manchen Betrieben bereits Anfang April und damit früher als noch 2018. In diesem Jahr gab es für das weiße und grüne Gemüse einen Mix aus warmen, im Mai aber auch sehr kalten Tagen.

Der fehlende Regen 2018 zeigte sich in diesem Jahr in der Dünne der Stangen. „Die Pflanzen hatten zu wenig Wasser, um Reservestoffe zu bilden, die sich über den Winter in den Wurzeln einlagern“, erklärte Peter Muß als stellvertretender Geschäftsführer des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern. Statt einer guten Dicke von 16 Millimetern wurden vielerorts Stangen im nur einstelligen Millimeterbereich geerntet. So auch bei Leonhard Palm. Beim Uedorfer Biobauern startete die Ernte mit den ersten Kulturen im Tunnel schon zum ersten April und damit 14 Tage früher als sonst. Die mittleren Sorten, die nicht mehr mit Doppelfolie abgedeckt waren, wurden schon – statt Mitte Mai – Ende April gestochen.

Regelrechte Spargelschwemme ab Ende April

„Wir hatten eine regelrechte Spargelschwemme, die nur durch die kühleren Temperaturen im Mai aufgehoben wurde, da da weniger gestochen wurde“, erzählte der erfahrene Landwirt, der in den vergangenen Wochen täglich rund 100 Kilogramm von den Feldern geholt hat. Als durchwachsen bezeichnete Palm hingegen die Ernte seiner Erdbeerkulturen. In nur vier Wochen waren die Früchte sowohl im Tunnel als auch im Freiland bereits gepflückt. „Die Früchte aus dem Tunnel und dem Freiland wurden in diesem Jahr gleichzeitig gepflückt, so dass wir Ende Mai bereits fertig waren“, erklärte der Uedorfer, dessen Ernte in diesem Jahr geringer ausfiel. Als Grund gab er Probleme mit den Erntehelfern an.

So sei es zum einen schwierig, entsprechende Leute zu bekommen, zum anderen sei bei einigen Saisonarbeitern eine Tagelöhnermentalität mit einer gewissen Unzuverlässigkeit zu beobachten. Da ist Palm nicht der einzige Landwirt im Rheinland. Schon 2017 waren rund 125 Erntehelfer laut Muß nicht gekommen oder früher zurückgefahren – ein Problem, mit dem sich vor allem größere Betriebe auch in diesem Jahr auseinandersetzen mussten. Daher setzt der Provinzialverband auf die bereits laufenden Gespräche der Bundesregierung mit außereuropäischen Ländern, damit „auch Helfer aus Moldawien oder Kasachstan hier arbeiten können“, so Muß. Denn Spargel und Erdbeeren aus der Region seien bei den Verbrauchern weiterhin ausgesprochen beliebt.

Ungebrochene Nachfrage bei den Kunden

Eine ungebrochene Nachfrage bei den Kunden hat auch der Uedorfer Landwirt Johannes Saß festgestellt. In der vierten Generation betreibt der 37-Jährige den Familienbetrieb – mit dem Spargel beginnt bei ihm das Erntejahr, das mit dem Pflücken der Äpfel im Herbst endet. Mit seinen vier polnischen Erntehelfern hat er auf den Dämmen am Bornheimer Wald Mitte/Ende April mit dem Stechen angefangen. „Der Zeitpunkt war für nicht verfrühten Spargel, der nur mit schwarz-weißer Folie abgedeckt wird, völlig normal“, so Saß. Fünf bis zehn Euro kostete das Kilo Gemüse, wobei die Top-Qualität mit einer Stangendicke von 16 Millimetern den höheren Preis erzielte.

Eine positive Bilanz zog auch der Meckenheimer Carsten Dahlhausen. Bei ihm erzielten die Stangen eine durchschnittliche Dicke, ein großer Prozentsatz lag zwischen 16 und 26 Millimeter. „Wir haben guten sandigen Lehmboden, der das Wasser speichert, so dass die Stangen keinen Wassermangel aufwiesen“, erklärte der 47-Jährige.

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