Aus Bornheim, Hersel, Sechtem: So ist die Gemeinde Bornheim vor 50 Jahren entstanden

Aus Bornheim, Hersel, Sechtem : So ist die Gemeinde Bornheim vor 50 Jahren entstanden

Vor 50 Jahren wurde aus Bornheim, Hersel und Sechtem eine Kommune. Eine Ausstellung in der Bürgerhalle des Rathauses zeichnet die Historie nach.

Warum wurden die drei Gemeinden Bornheim, Hersel und Sechtem am 1. August 1969 gegen ihren Willen zur neuen amtsfreien Gemeinde Bornheim zusammengeschlossen? Was waren die Folgen? Und wie steht es um Bornheims Zukunft? Diese und weitere spannende Fragen behandelt die Ausstellung „drei:eins – 50 Jahre kommunale Neugliederung“, die Bürgermeister Wolfgang Henseler am Donnerstag in der Bürgerhalle des Bornheimer Rathauses eröffnete.

In der Schau des Stadtarchivs ist die historische Entwicklung des Stadtgebiets bis zur jüngsten Vergangenheit anschaulich aufbereitet. 17 Plakate und viele Exponate in Glasvitrinen geben dabei einen detaillierten Überblick und beleuchten viele interessante Facetten. „Die damalige Verwaltungsgliederung stammte noch aus napoleonischer Zeit“, berichtet Archivar Jens Löffler, der die Ausstellung erarbeitet hat.

Fleißige Unterstützung bekam er durch zahlreiche Kindergarten- und Schulkinder. Die Pänz beschäftigten sich mit der Frage, wie die Stadt Bornheim zukünftig aussehen soll. „Hier steht ganz klar das Thema Umweltschutz im Mittelpunkt“, fasst Löffler zusammen. Ebenfalls mit dem Aspekt Neugliederung beschäftigten sich Jugendliche aus dem Bereich Streetwork, die fantasievolle Sitzgelegenheiten aus Beton gestalteten. Das Kinder- und Jugendparlament griff das Thema aus einer anderen Perspektive auf und stellte das alte und das aktuelle Bornheim anhand einer großen Collage gegenüber.

Zeitzeugen erinnern sich

Höhepunkt der Ausstellungseröffnung war die Vorführung eines Dokumentarfilms, den Jugendliche vom Kulturraum Sechtem gemeinsam mit den Leitern Achim Stommel und Mareike Osenau aus Interviews und Archivmaterial erstellt haben. Die jungen Filmemacher ließen dabei nicht nur einige Ortsvorsteher, sondern auch Zeitzeugen zur Wort kommen, die ihre Sicht auf den Hintergrund der kommunalen Neuordnung und auf deren Auswirkungen darstellten. So wurde daran erinnert, dass vor allem die Abtrennung Urfelds von Hersel seinerzeit scharf kritisiert wurde. Auch Siegburg als Kreisstadt behagte manchen nicht – oft aus ganz profanen Gründen, wie das Beispiel von Zeitzeuge Heinz Vorzepf deutlich machte. Vielen sei es nicht recht gewesen, dass statt „BN“ nun „SU“ auf dem Autokennzeichen zu lesen war. „SU stand für Sowjetunion“, so Vorzepf.

Andere Worte für die Folgen der Kommunalen Neuordnung fand Zeitzeuge Peter Heine: „Früher war nicht alles besser, heute ist nur alles anders.“ Der ehemalige Bornheimer Bürgermeister Wilfried Henseler freute sich über eine Einheit, die es vorher nicht gegeben habe. Auch Johannes Wilde aus Impekoven war zur Ausstellungseröffnung gekommen. Er erlebte als Mitglied des Landtags (1972-1990) die große Gebietsreform mit. „Der Zusammenschluss erfolgte damals alles andere als freiwillig“, sagte Bürgermeister Wolfgang Henseler in Bezug auf Bornheim, Sechtem und Hersel. „Jede Gemeinde fühlte sich leistungsstark genug und wäre am liebsten eigenständig geblieben.“ Trotz des schwierigen Starts sei das Ganze eine Erfolgsgeschichte.

1981 machten sich 14 Ortschaften auf den Weg, eine Stadt zu werden. „Jede Ortschaft ist etwas besonders, alle sind verschieden und gehören doch zusammen“, betonte Henseler.

Stadtführung im September

Für die Infrastruktur sei die Zusammensetzung Bornheims aus vielen Ortsteilen ein Vorteil: 14 Schulen, mehr als 30 Kitas, ein Schwimmbad, eine Stadtbücherei, Ärzte und das Einzelhandelsangebot wären sonst nicht möglich. Die Präsentation wurde von der Städte- und Gemeinden-Stiftung der Kreissparkasse Köln im Rhein-Sieg-Kreis gefördert und ist bis Dienstag, 13. August, zu sehen.

Wer sich danach noch einmal intensiv mit der kommunalen Neugliederung befassen möchte, kann am Samstag, 21. September, um 10.30 Uhr an der Stadtführung „drei:eins – 50 Jahre Gemeinde/Stadt Bornheim“ teilnehmen. Die Organisation liegt bei der Volkshochschule (VHS) Bornheim/Alfter in Kooperation mit dem Bornheimer Stadtarchiv. Als Stadtführer fungieren Bürgermeister Wolfgang Henseler und Archivar Jens Löffler. Eine Anmeldung ist ab sofort über die VHS möglich.