Erneuerbare Energien: Sechtemer Windpark droht das Aus

Erneuerbare Energien : Sechtemer Windpark droht das Aus

Das Projekt, das Enercon plant, ist nicht wirtschaftlich genug, nachdem der ostfriesische Investor die Anzahl seiner geplanten Windräder von sechs auf drei herabsetzen musste.

Das geplante Windparkprojekt in Sechtem, das der Investor Enercon aus dem ostfriesischen Aurich ursprünglich mit sechs Windrädern – und jetzt nur noch mit drei – realisieren wollte, ist wohl gestorben. Es sei nun nicht mehr rentabel. Das teilte Wolfgang Paulus, Leiter des städtischen Umwelt- und Grünflächenamtes, in der Sitzung des Bornheimer Rats am Donnerstagabend den Kommunalpolitikern mit. „Allerdings gab es die Absage nur mündlich. Schriftlich liegt uns noch nichts vor“, betonte Paulus und wies darauf hin, dass die Nachricht unter Vorbehalt zu behandeln sei.

Wie berichtet, hatte das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) beziehungsweise die Deutsche Flugsicherung Bedenken wegen des Sicherheitsabstandes der Windräder angemeldet, woraufhin der Rhein-Sieg-Kreis als Genehmigungsbehörde ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte. In der Folge musste Enercon die Anzahl der Windräder herabsetzen.

„Hätte Enercon vor drei Jahren gewusst, dass von den insgesamt sechs Windrädern, nur drei zu realisieren sind, dann hätte das Unternehmen diesen Schritt getan. Dann wäre er noch wirtschaftlich gewesen“, erklärte Paulus. Doch in den vergangenen Jahren seien die Vergütungssätze reduziert worden. Das liege zum einen daran, dass die Vergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unter fünf Cent liegt. So erhalte man an der Strombörse in Leipzig aktuell zwischen drei und vier Cent pro Kilowattstunde (früher 20 Cent), die auf die EEG-Vergütung obendrauf kämen. „Der Investor würde nicht mal auf insgesamt zehn Cent kommen. Da ist so eine kleine Anlage natürlich nicht rentabel“, erklärte Paulus.

In der Bornheimer Politik herrscht nach wie vor großer Konsens beim Thema „erneuerbare Energien“. „Nun müssen wir überlegen, was wir mit dem Thema machen. Es wird schwierig“, meinte Paulus. Eine neue Konzentrationszone zu finden, sei ebenfalls nicht einfach, da sich in den vergangen zehn Jahren die Gesetze verändert haben wie beispielsweise die Vorgaben für die Sicherheitsabstände für die Flugsicherung. „Wahllos Windräder im Außenbereich hinstellen, kann es auch nicht sein“, ergänzte er.

Enercon selbst antwortete auf Anfrage: „Zur Planung des Windenergieprojekts in Bornheim befindet wir uns aktuell noch in Gesprächen und prüfen unterschiedliche Optionen. Eine Entscheidung steht diesbezüglich noch aus.“ Und auch beim Rhein-Sieg-Kreis als Genehmigungsbehörde für die drei Windräder ging noch keine Absage ein. „Wir haben noch nichts gehört. Uns liegt in keiner Art und Weise etwas vor“, sagte Kreissprecherin Rita Lorenz dem GA.

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