Sachverständigen-Gutachten: Schadstoff-Untersuchungen an Bornheimer Schulen

Sachverständigen-Gutachten : Schadstoff-Untersuchungen an Bornheimer Schulen

Im Bornheimer Schulausschuss erläuterte Experte Gerd Zwiener die Ergebnisse seiner Untersuchungen. Trotz eindeutiger Funde sieht er aber keinen Grund, Maßnahmen zu ergreifen.

Die Ergebnisse der Schadstoffuntersuchungen an sieben Grundschulgebäuden in Bornheim führten zu einem einheitliches Fazit: Obwohl einzelne Spuren von Asbestfasern in Spachtelmassen am Wandputz gefunden wurden, besteht laut dem Sachverständigenbüro Zwiener aus Köln keine Gesundheitsgefährdung der Nutzer (der GA berichtete). Auch Maßnahmen seien nicht erforderlich, heißt es in dem Bericht, den Gerd Zwiener den Mitgliedern des Schulausschusses am Donnerstag vorstellte.

„Es ist nicht überraschend, dass in den Gebäuden schadstoffbelastete Teile gefunden wurden – es wäre im Gegenteil eher verwunderlich gewesen, wenn wir nichts gefunden hätten“, erklärte der Sachverständige. Entscheidend sei, dass bei Raumluftmessungen, die das Büro ergänzend zu den Materialanalysen durchführte, keine Überschreitungen des Vorsorgewertes gemäß PCB-Richtlinie festgestellt worden seien.

Asbest-Funde nicht eindeutig

Ausführlich ging Zwiener auf die Ergebnisse der untersuchten Schulen in Merten, Bornheim, Rösberg, Walberberg, Hersel, Roisdorf und Sechtem sowie auf die Turnhalle der Verbundschule Uedorf ein. Für die Grundschule Bornheim erklärte er beispielsweise, dass die Befunde sehr uneinheitlich gewesen seien: In einigen Proben wurde Asbest vorgefunden, in anderen jedoch nicht.

Dennoch empfahl der Experte als Vorsichtsmaßnahme, dass Arbeiten an den Wänden nur durch Fachunternehmen unter angemessenen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden sollen. „Asbestzement-Fensterbänke tun niemandem etwas, so lange sie nicht mit dem Vorschlaghammer beschädigt werden“, sagte der Experte. „Ich will die Asbestthematik keinesfalls verniedlichen, aber wir müssen die Relation wahren.“

Aus dem Ausschuss kam die Frage, warum an der Roisdorfer Grundschule mit dem Auftragen einer Glasfasertapete auf den asbesthaltigen Wandputz eine Vorsichtsmaßnahme getroffen wurde, die an den anderen Schulen mit ähnlichen Ergebnissen nicht für nötig befunden werde. Zwiener antwortete, dass der Wandputz in Roisdorf im Vergleich zu den anderen Schulen in einem „schwachen“ Zustand gewesen sei. „Der Putz war bröselig“, beschrieb er. Grundsätzlich gelte bei Asbest ein Überdeckungsverbot. Das Aufbringen der Glasfasertapete sei erst nach ausführlichen Gesprächen mit der Bezirksregierung genehmigt worden. „Ich denke, dass wir in Roisdorf mit dem Glasvlies eine sehr wirksame und gute Lösung gefunden haben, die den Nutzern Sicherheit gibt, dass nichts passiert“, so Zwiener.

Arbeit mit Gefahrenstoff

Bei den anderen untersuchten Schulen sei der Zustand der untersuchten Wände oder Bodenbeläge dagegen gut. Deshalb wurden die Grundschulen hier lediglich informiert, dass keine mechanischen Veränderungen an den betroffenen Wänden durchgeführt werden dürften und bei Schäden am Putz die Gebäudewirtschaft der Stadt Bornheim zu informieren sei.

Arbeiten an den schadstoffbelasteten Materialien fallen grundsätzlich in den Geltungsbereich des Gefahrstoffrechts und dürfen nur von entsprechend qualifizierten Unternehmen durchgeführt werden. „Schulhausmeister verfügen nicht über eine solche Qualifikation“, sagte Zwiener. Der Ausschuss regte an, für die Schulhausmeister eine Qualifikation im Umgang mit Gefahrenstoffen zu ermöglichen. Diesen Vorschlag nahm Schulamtsleiter Willi Over auf.

Die Untersuchung der acht Schulen geht auf einen Beschluss aus dem Jahr 2013 zurück: Demnach sollen in drei Stufen städtische Gebäude, die vor 1980 errichtet wurden, nach dem heutigen Stand der Technik auf Schadstoffe untersucht werden. Die Stufen eins und zwei, bei denen Kinder- und Jugendeinrichtungen im Fokus standen, wurden von 2014 bis 2016 durchgeführt. In Stufe 3 stehen jetzt unter anderem noch Feuerwehrgerätehäuser und Sportheime auf der Agenda. Einen genauen Zeitplan gebe es noch nicht, sagte Beigeordnete Alice von Bülow. Im Haushalt 2017 sind 40 000 Euro für weitere Untersuchungen eingestellt.

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