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Umbau erfolgt nicht: Roisdorfer Bahnhof wird nicht behindertengerecht umgebaut

Umbau erfolgt nicht : Roisdorfer Bahnhof wird nicht behindertengerecht umgebaut

Die Hoffnung war groß, dass der Roisdorfer Bahnhof bald behindertengerecht umgebaut wird. Doch so wie es aussieht, hat sie sich zerschlagen. Wie CDU-Politiker Oliver Krauß aus Alfter mitteilt, hat die Station nämlich keine Chance, in das Ausbauprogramm des Bundes aufgenommen zu werden.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will mit einem 50-Millionen-Euro-Programm kleine Bahnstationen im ländlichen Raum in den nächsten drei Jahren behindertengerecht umbauen. Allerdings: Zu den Kriterien für infrage kommende Stationen gehört auch, dass sie weniger als 1000 Ein- und Aussteiger pro Tag haben müssen. Laut Krauß wurden von der Deutschen Bahn in Roisdorf im Schnitt aber 1319 Ein- und Aussteiger täglich ermittelt.

Dass der Bahnhof einen dringenden Sanierungsbedarf in Sachen Barrierefreiheit hat, ist parteiübergreifender Konsens. Erst vor wenigen Tagen hatte sich die CDU-Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager mit einem Schreiben an Landesverkehrsminister Michael Groschek gewandt, damit der Bahnhof vom Land für das Bundesprogramm angemeldet wird, obgleich die Kriterien nicht vollends erfüllt werden.

"Der Bedarf eines barrierefreien, behindertengerechten Umbaus ist evident", hatte von Boeselager an Groschek geschrieben. Nach Angaben von Krauß, der unter anderem Vorsitzender der CDU-Fraktion im Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) ist, ist der NVR aufgefordert, bis Ende August mit der Bahn eine Vorschlagsliste für das Ausbauprogramm an das Land zu übermitteln. Bis zum Herbst müssen die Bundesländer wiederum dem Bund Stationen nennen.

"Die starre Grenze von 1000 Ein- und Aussteigern scheint recht willkürlich festgelegt zu sein", kritisiert Krauß, der auch verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion ist. "Hier hätte es auch ein gewisser Spielraum getan. Denn entscheidend sollte letztendlich der akute Bedarf sein." Krauß weist darauf hin, dass die Nähe zu einer Behinderten- oder Senioreneinrichtung ebenfalls Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist. "Eine Nutzung durch viele Fahrgäste, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, muss zur Folge haben, dass der Ausbau dieser Bahnstation bevorzugt erfolgt", findet er.

Bund und Land seien nun in der Pflicht, aus anderen Töpfen wie einer erneuten Modernisierungsoffensive, Gelder für den Ausbau bereitzustellen, fordert Krauß. Mit den beiden bisherigen Modernisierungsoffensiven wurden seit Anfang der 2000er Jahre rund 200 Bahnhöfe in NRW modernisiert und barrierefrei ausgebaut, darunter auch die Station in Sechtem.