Wahrzeichen dank britischer Hilfe: Rösberger Wasserturm besteht seit 100 Jahren

Wahrzeichen dank britischer Hilfe : Rösberger Wasserturm besteht seit 100 Jahren

Der Heimatforscher Horst Bursch hat die Geschichte des Rösberger Wasserturms niedergeschrieben und erklärt, was seine Entstehung mit den Briten zu tun hat.

Der Erste Weltkrieg bedeutete für viele Millionen Menschen Not, Elend, Leid und sogar den Tod. In gewisser Weise kann man aber auch sagen, dass er für den heutigen Bornheimer Stadtteil Rösberg eine gute Seite hatte. Diese Seite beziehungsweise dieses Kapitel Lokalgeschichte hat der Heimatforscher Horst Bursch im aktuellen Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises anschaulich und spannend aufbereitet.

Zu tun hat es mit dem 28,5 Meter hohen Rösberger Wasserturm, das Wahrzeichen des Bornheimer Höhenortes. Wie man bei Bursch nachlesen kann, wurde dieser vor genau 100 Jahren, also im Jahr 1919 erbaut – und das auf Veranlassung von Briten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Herbst 1918 wurde das Rheinland von alliierten Truppen besetzt. Von Dezember 1918 bis 1920 waren die Briten im Vorgebirge. Die Dörfer der heutigen Stadt Bornheim standen unter britischer Verwaltung bis zur Ablösung durch die Franzosen.

Dazu schreibt Bursch in seinem Jahrbuchsbeitrag: „Ohne Übertreibung darf allgemein gesagt werden, dass die damaligen britischen Besatzer als echte Gentlemen überwiegend ein durchaus unerwarteter Segen für die gesamte Region waren!“ So brachten sie Burschs Schilderungen zufolge nicht nur das Fußballspiel ins Vorgebirge, sondern sorgten auch dafür, dass die Menschen in Rösberg, Hemmerich sowie in Merten-Heide und Merten-Trippelsdorf eine moderne Wasserversorgung abseits von Pumpen oder Brunnen erhielten. Pläne für einen Wasserturm hatte es laut Bursch schon Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben. Allerdings seien sie immer wieder zurückgestellt worden.

Im Jahr 1919 beauftragten die britischen Besatzer schließlich die Rheinische Wasserwerks-Gesellschaft Cöln-Deutz mit dem Bau der Anlage. Zuvor hätten die Einwohner die Besatzer und Verwalter auf die prekäre Wasserversorgungssituation aufmerksam gemacht, so Bursch. In Betrieb ging der Wasserturm 1920, genutzt wurde er bis 1975.

Wie es mit dem Gebäude weiterging und warum es im gesamten Rheinland einzigartig ist: Auch das hat Heimatforscher Bursch in seinem Artikel im Kreisjahrbuch lesenswert niedergeschrieben – ein echter Lektüretipp, nicht nur für Rösberger.

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