Ford Mustang als Dienstauto: Rasanter Polizeiwagen sorgt für Aufsehen in Bornheim

Ford Mustang als Dienstauto : Rasanter Polizeiwagen sorgt für Aufsehen in Bornheim

Für Aufsehen hat am Montag ein Ford Mustang in blau-silbernem Polizeidesign auf den Straßen in Bornheim gesorgt. In dem Wagen saß tatsächlich ein waschechter Polizist, der den vielleicht schönsten Dienst seines Lebens erleben durfte.

Am Montag hat ein ungewöhnlicher Polizeiwagen in Bornheim für großes Aufsehen gesorgt. Passanten filmten und fotografierten einen Ford Mustang in blau-silbernem Polizeidesign. In den Sozialen Medien war das Rätselraten dementsprechend groß: Drehte hier etwa eine Produktionsfirma für eine TV-Serie? Oder hatte sich ein Fahrzeuginhaber einen unerlaubten Scherz erlaubt?

Für Aufklärung sorgte tags darauf schließlich die Bonner Kreisgruppe der Polizeigewerkschaft (GdP) auf Facebook. Mit dem rasanten Polizeiwagen sei ein Kollege in den Ruhestand verabschiedet worden.

Es war ein Abschied, den der Dienstgruppenleiter der Polizeiwache Bornheim, Harald Schröter, wohl nie wieder vergessen dürfte. Am 30. September geht der der Polizeibeamte nach 46 Dienstjahren in den Ruhestand, wie er im Gespräch mit dem General-Anzeiger bestätigte. Als er am Montag vor der Wache in Bornheim zum Dienst erschien, traute der leidenschaftliche Autofan seinen Augen kaum. Ein silberfarbener Ford Mustang erwartete ihn dort, rundum überzogen mit Polizei-Folierung und ausgestattet mit einer voll funktionstüchtigen Rundumkennleuchte, sprich: einem Blaulicht auf dem Dach.

Kurz darauf wurde der 61-Jährige bereits im Kreis seiner Kollegen umringt, die den 450 PS starken Wagen für den Abschied gemietet hatten. Das Show-Fahrzeug der Kölner Ford-Werke hatte auf Schröter den gewünschten Effekt. "Da war ich baff, der Wagen ist ein absoluter Hingucker", sagt er. Ein Traum für den Autonarr: Er durfte nicht nur gucken, er durfte auch anfassen.

Während die Polizeikollegen sich als Beifahrer abwechselten, durfte Schröter den PS-starken Boliden auf die A555 ausführen - und dort bei freier Fahrbahn auch mal auf Tempo 270 beschleunigen. "Es war schon beeindruckend, was für einen Klangteppich man dabei hinter sich herzieht", schwärmt Schröter auch noch zwei Tage danach. Dank Tages-Kennzeichen durfte der Wagen, der sonst auf Automessen und auf Motorshows Blicke auf sich zieht, auch auf den Straßen in der Region seine Runden ziehen.

"Verzichten ausnahmsweise auf ein Bußgeld"

Bei der Fahrt über die Autobahn und durch die Bornheimer Ortschaften erregte der Mustang laut Schröter viel Aufmerksamkeit. "Viele Leute haben ihr Handy gezückt, um ein Foto zu schießen." Dabei sei einigen Autofahrern erst in letzter Sekunde aufgefallen, dass sie mit Handy am Steuer einen echten Polizisten aufnehmen. "Auf ein Bußgeld von rund Hundert Euro und einen Punkt in Flensburg haben wir in diesen Fällen ausnahmsweise verzichtet", sagt der Dienstgruppenleiter.

Die Überraschung war jedenfalls gelungen, den Nerv ihres Kollegen hatten die Bornheimer Beamten voll getroffen. Bereits Monate zuvor hatten sie den gefragten Showwagen reserviert - und alle Termine ihres Vorgesetzten heimlich abgesagt, damit dieser bis zum späten Nachmittag ausgiebig Zeit hatte, den Wagen auszufahren.

Behalten durfte Schröter den Sportwagen bedauerlicherweise zwar nicht. Dafür hatten seine Kollegen aber eine zweite Überraschung vorbereitet, die für den Ruhestand des 61-Jährigen für etwas mehr Entschleunigung sorgen dürfte. Für seinen Abschied bekam er einen Rollator geschenkt - stilecht ausgestattet mit Polizeiplakette, Blaulicht und amtlichem Kennzeichen.

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