Leinpfad am Rhein: Radweg in Widdig soll ausgebaut werden

Leinpfad am Rhein : Radweg in Widdig soll ausgebaut werden

Ortsvorsteher tun sich zusammen und beantragen Ausbau des des Leinpfades unterhalb der Hochwasserschutzmauer in Widdig auf einer Länge von 700 Metern. Dort müssen Radfahrer zurzeit Umwege oder unbefestigte Wege auf sich nehmen.

Wer mit dem Fahrrad auf dem Leinpfad am Rhein in Richtung Wesseling unterwegs ist, muss auf Höhe der Schweizstraße in Widdig heftig in die Pedale treten: Statt entlang des Stroms werden Radfahrer dort über einen kurzen steilen Anstieg auf den höhergelegenen Rheinuferweg gelenkt. Dort führt der Weg entlang der Hochwasserschutzmauer über die Nato-Rampe wieder auf den Leinpfad am Rhein zurück.

Wer den Umweg nicht in Kauf nehmen will, sondern weiter am Rheinufer entlang fährt, muss sich auf ruckelige 700 Meter auf einem Trampelpfad einstellen. Damit soll nach Auffassung der Ortsvorsteher von Widdig, Uedorf und Hersel bald Schluss sein: Gemeinsam beantragten Konrad Velten, Bernd Marx und Franz-Josef Faßbender den Ausbau des Leinpfades unterhalb der Hochwasserschutzmauer in Widdig auf einer Länge von 700 Metern.

Im Umweltausschuss der Stadt Bornheim stellte Marx das Anliegen stellvertretend für die Ortsvorsteher vor. Nach deren Auffassung würde der Ausbau des Leinpfads die Verkehrssicherheit erhöhen und eine bessere Annahme der Verkehrsführung durch den Radwanderverkehr entlang des Rheins bewirken. Laut Marx kam es in Widdig wiederholt zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern und Radfahrern. Besonders kritisch sei die unübersichtliche Ab- und Auffahrt an der Schweizstraße.

Die Verwaltung wies gleich auf mehrere Sachverhalte hin. So handele es sich bei dem betreffenden Bereich um den einzigen unbefestigten Abschnitt des Leinpfads zwischen Köln und Bonn, der als geschützter Landschaftsbestandteil festgesetzt sei. Darüber hinaus sei der Leinpfad im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Wasserschifffahrtsverwaltung (WSV), mit der die Stadt Bornheim wiederum einen Nutzungsvertrag geschlossen habe. Bei einer Veränderung würde eine Zustimmung des WSV vonnöten sein.

Zusätzlich liege der Leinpfad im Überschwemmungsgebiet des Rheins. Der in Rede stehende Abschnitt sei der Straßenverkehrsbehörde zudem nicht als Unfallhäufungsstelle bekannt. Zuletzt werden noch die Kosten ins Feld geführt: Aufgrund der schwierigen Lage müsse unabhängig von einer möglichen Förderung von Kosten in Höhe von 500.000 bis 600.000 Euro ausgegangen werden. "Es werden dicke Bretter sein, die wir da bohren müssen", kündigte Bürgermeister Wolfgang Henseler an. Bei einer Gegenstimme von Heinz Müller (UWG) empfahl der Umweltausschuss dem Ausschuss für Stadtentwicklung, eine Abstimmung mit den beteiligten Behörden durchzuführen und über das Ergebnis zu berichten.

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