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Von Bornheim bis Bonn: Planung für Radpendlerroute geht in die Endphase

Von Bornheim bis Bonn : Planung für Radpendlerroute geht in die Endphase

Die Planung der Pendlerroute von Bornheim bis Bonn geht in die Endphase. Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler errechnet sich gute Chancen auf Fördermittel für den Millionen teuren Ausbau.

Der Bau der Radpendlerroute zwischen Bornheim, Alfter und Bonn rückt näher. Seit Jahren laufen intensive Überlegungen für deren Realisierung, bisherige Anträge auf Fördermittel wurden abgelehnt. Schon 2013 kam ein Beitrag verschiedener Kreiskommunen sowie des Kreises im Landeswettbewerb „Radschnellwege in NRW“ nicht zum Zuge, 2016 war die jetzt geplante Route beim Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr durchgefallen.

Ein dritter Versuch auf Fördermittel wurde Ende vergangenen Jahres gestellt. Denn ohne finanzielle Unterstützung können die Projektpartner Bornheim, Alfter und Bonn den Millionen teuren Ausbau der 9,1 Kilometer langen Strecke entlang der Stadtbahnlinie 18 nicht stemmen. Für den dritten Versuch rechnet sich Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler gute Chancen aus, ist doch beim Düsseldorfer Landtag ein Radverkehrsgesetz im Gespräch.

Grundstücke, die für den komfortablen Radschnellweg notwendig sind, hat Bornheim in den vergangenen Jahren immer wieder aufgekauft. Dem Erwerb größerer Flächen der Häfen- und Güterverkehr Köln (HGK) entlang der Stadtbahngleise haben die Fraktionen im Stadtentwicklungsausschuss (bis auf eine Stimme) zugestimmt. Zum Preis wollte sich die Verwaltung allerdings nicht äußern. Noch fehlen entlang der Route hier und da zusätzliche kleine Parzellen, deren Erwerb, so der Zeitplan Henselers, in den nächsten Wochen abgeschlossen werden soll.

Foto: grafik

Die geplante Route parallel zur Linie 18 führt zwischen Aeltersgasse und Siefenfeldchen durch ein Landschaftsschutzgebiet. Seit Jahren Stein des Anstoßes für Harald Stadler (SPD). Um den kostenintensiven Bau durch dieses Gebiet doch noch in allerletzter Minute zu verhindern, hat der Sozialdemokrat nun ein entsprechendes Schreiben an das Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises geschickt. Darin bemängelt der Roisdorfer das bisherige Fehlen einer Biotypenkartierung sowie eine Beschreibung von Vermeidungsmaßnahmen für den Artenschutz und eine Auflistung von Maßnahmen zum Schutz von Boden und Wasser.

Stadlers Kritik: Man brauche diesen Teil der Route gar nicht, zumal es einen bereits ausgebauten Radweg in der Nähe der Königstraße als Alternative gebe. Aus seiner Sicht ist deshalb die Entscheidung des Stadtentwicklungsausschusses falsch, zumal es noch gar nicht feststehe, ob das Gebiet zwischen Aeltersgasse und Siefenfeldchen überhaupt vom Landschaftsschutz befreit werden wird. „Die Stadt hätte daher zunächst einen Optionsvertrag abschließen und erst bei vorhandenem Baurecht kaufen sollen.“

Um auf den letzten Metern noch eine Ausnahmeregelung zu verhindern, hat Stadler in seinem Schreiben den Leiter des Kreises für Umwelt- und Naturschutz, Rainer Kötterheinrich, noch einmal vor der Zerstörung dieses Biotops gewarnt. „Auf keinen Fall kann durch diesen geschützten Bereich eine Straße gebaut werden, die mit einer bis zu 2,55 Meter hohen Stützmauer bergseitig und mit einer zweiten Stützmauer in einer Höhe von 1,80 Meter bahnseitig den Hang und die Straße vor Rutschungen schützt.“

Seiner Meinung nach sei es auch nicht im Sinne der Radfahrer, wenn sie von der Ebene aus kommend in den Vorgebirgshang aufwärts geführt würden, da in nur 100 Metern Entfernung an der Königstraße ein Radweg auf ebener Straße jetzt schon vorhanden sei.

Für Henseler passt Stadlers Alternative nicht zum Konzept eines Radschnellweges. Er sagt: „Es geht bei der Pendlerroute doch darum, dass wir eine Strecke haben, die möglichst ohne Umwege zu fahren ist, da sie für Berufspendler und Schüler gedacht ist und nicht zum Freizeitradeln. Stadlers Alternative passt da nicht, da sie viele Schleifen enthält.“

Zurzeit laufen Gespräche zwischen der Stadt Bornheim und der Unteren Naturschutzbehörde. Henseler ist optimistisch, dass mit dem ersten Bauabschnitt noch in diesem Jahr begonnen wird. Eine Zeitvorgabe, die der Beigeordnete Manfred Schier für realistisch hält. Geplant sind mehrere Bauabschnitte. „Wir werden uns mit Alfter abstimmen, ob wir mit dem nördlichen Bereich beginnen“, so Schier.