Kinderbetreuung in Bornheim: Personalmangel in Bornheimer Kitas

Kinderbetreuung in Bornheim : Personalmangel in Bornheimer Kitas

Der Kirchengemeindeverband schränkt sein Betreuungsangebot in Waldorf und Sechtem vorübergehend ein. Das bringt Eltern in Betreuungsnöte.

Schwierige Zeiten für Kinder, Eltern, Erzieher und Kirchenverband: Aus Personalmangel können die beiden katholischen Kindergärten in Waldorf und Sechtem bis voraussichtlich Mitte April nur noch eine Betreuung bis zu 35 Wochenstunden und nicht mehr von 45 Wochenstunden anbieten.

Wie Pfarrer Matthias Genster auf GA-Anfrage sagte, fehlt es „aufgrund des Krankenstandes und weil uns Personal aus unterschiedlichen Gründen verlassen hat“ an erforderlichen Fachkraftstunden – sprich an Zeit, die entsprechend ausgebildete Erzieher für die Betreuung der Kinder zur Verfügung stehen. Da ein bestimmtes Verhältnis von Fachkraftstunden zur Kinderanzahl vorgeschrieben sei, habe sich der Kirchengemeindeverband Bornheim-Vorgebirge als Träger in Absprache mit dem Landesjugendamt sowie dem Jugendamt der Stadt Bornheim geeinigt, das Betreuungsangebot zu reduzieren. Die Waldorfer Eltern seien darüber am Montag informiert worden, so Genster. Für Dienstag, 21. März, seien die Mütter und Väter der 28 Kinder aus Sechtem zu einem Elternabend eingeladen.

In der Sechtemer Kita St. Wendelinus, die erst vor einem Jahr in einen Neubau zog, gibt es laut Genster seit Januar Personalengpässe. Die Leiterin habe angekündigt, die Arbeit nach Ablauf ihrer Probezeit nicht weiterführen zu wollen. Bereits seit November bereite die Personalsituation im Kindergarten St. Michael in Waldorf Schwierigkeiten. Dort sei es zu zwei „dauerhaften Krankheitsfällen“ und einer Kündigung gekommen. Bei kleinen zweigruppigen Einrichtungen sei, wenn zwei Leute erkrankten, „schnell Holland in Not“, sagt der Pfarrer. Seit vergangenem Jahr schreibe die Kirchengemeinde ständig Stellen aus, doch der Markt sei „recht angespannt“. Noch fünf Mitarbeiter – aber mit unterschiedlichen, teils niedrigen Stundenzahlen – kümmerten sich jetzt in Waldorf um die 35 Kinder.

Die 35 Wochenstunden Betreuung biete man nun „auf Messers Schneide“ an – unter der Voraussetzung, dass es keine weiteren Krankheitsfälle gebe. Natürlich seien die Eltern mit der Einschränkung unzufrieden. „Aber wir müssen Klarheit schaffen“, sagt Genster. Immer wieder hätten Mitarbeiter aus Walberberg und Merten in Waldorf ausgeholfen. „Das geht aber nur, wenn sie dort nicht selbst einen Krankenstand haben.“ Teils sei den Eltern zum Wochenanfang angekündigt worden, dass sie ihr Kind früher abholen müssen. Es sei klar, dass man die Eltern damit in Schwierigkeiten bringe, so Genster. Einige hätten auch ihren Vertrag gekündigt. „Wir haben das noch nie so schlimm erlebt“, bedauert er. Auch für die Mitarbeiter sei das Ganze „sehr emotional“, zumal sie die Unzufriedenheit zu spüren bekämen.

Elternrat zurückgetreten

Wie der GA erfuhr, ist auch der Elternrat des Waldorfer Kindergartens inzwischen zurückgetreten. Das liege aber nicht an mangelndem Vertrauen in den Träger, betont die ehemalige Vorsitzende Stephanie Herrmann. Vielmehr habe der Rat festgestellt, dass er nicht mehr das volle Vertrauen der Elternschaft genieße. Einige seien der Ansicht gewesen, der Rat habe sich nicht genügend für ihre Interessen eingesetzt, etwa wenn es um fehlende Vorschulaktivitäten aufgrund der schwierigen Personallage ging. Die Situation sei „komplex“ und „verfahren“, sagt Herrmann. Und die Kita sei ja nicht die einzige, die Schwierigkeiten habe, Personal zu finden. Sicher sei in der Vergangenheit nicht alles richtig gelaufen, etwa was die Kommunikation zwischen Träger, Erzieherinnen und Eltern angehe. „Aber alle sind bemüht, dass sich etwas ändert“, hofft sie auf Besserung, zumal nun auch neues Personal in Aussicht ist.

Wie Pfarrer Genster mitteilt, soll zum 1. April eine neue Erzieherin in Waldorf ihren Dienst beginnen, mit zwei weiteren sei man für 1. Mai in Gesprächen. Für Sechtem habe der Kirchenverband zum 1. April eine neue Leitung gewonnen. Zwei weitere Kräfte hätten für 1. Mai zugesagt. „Wir hoffen, dass die Talsohle nun durchschritten ist“, so Genster. „Unser erstes Ziel ist es, raus aus der Notsituation zu kommen und das Vertrauen der Eltern wiederzugewinnen.“

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