Drogendealer in Bornheim: Offizier nebenan ließ Drogen-Plantage auffliegen

Drogendealer in Bornheim : Offizier nebenan ließ Drogen-Plantage auffliegen

Ein aufmerksamer Bundeswehroffizier in der Nachbarschaft in Bornheim wurde Drogendealern zum Verhängnis: Weil der Soldat die Aktivitäten der Mieter im Haus gegenüber verdächtig fand und die Polizei einschaltete, wurde in dem Haus eine große Marihuana-Plantage entdeckt.

Und einige Monate später fand die Polizei in Lohmar bei einem in Bornheim Beteiligten eine weitere Plantage.

Die beiden Dealer müssen nun für lange Zeit ins Gefängnis: Der 41-jährige Angeklagte für viereinhalb, der 27-Jährige für fünf Jahre und neun Monate. Eine Prostituierte kommt wegen Beihilfe mit 18 Monaten auf Bewährung davon, muss allerdings 100 Sozialstunden leisten.

Im Prozess vor der 3. Großen Bonner Strafkammer gestanden die zwei Männer, was sie getan hatten. Demnach hatte der 41-Jährige zusammen mit der 29-jährigen Prostituierten das Haus in Bornheim angemietet und sich als vermeintlich ganz normales Paar getarnt, um einen bürgerlichen Anschein zu erwecken. Doch hinter den Kulissen spielte sich ab Februar 2015 etwas ganz anderes ab: Im Keller und im ersten Stock des Hauses wurden Marihuanapflanzen gezüchtet.

Die Stromleitungen für das nötige Licht verlegte der 27-Jährige, wie er nun zugab. Und nicht nur das: Auch der Elektroniker baute im Februar in dem Haus in Lohmar, das er bewohnte, eine Plantage an. Die betrieb er auch noch weiter, als die Plantage seines Kumpels in Bornheim im April entdeckt wurde. Denn dort hatte ein Nachbar, ein Oberstleutnant der Bundeswehr, angesichts des nächtlichen Vorfahrens von Lastwagen und eines regen Betriebs Verdacht geschöpft.

Als der Offizier dann auch noch in der Garage entsprechende Pflanzen und reichlich Düngemittel erkannte, rief er die Polizei. Und die stellte bei der Durchsuchung 60 Kilo Marihuana sicher. Die Plantage des 27-jährigen Elektronikers aber wurde erst im September enttarnt. In dem Fall war der Vermieter misstrauisch geworden, weil der 27-Jährige ihn nicht ins Haus lassen wollte.

Als der Hauseigentümer schließlich mit der Polizei kam, hatte der Elektroniker die Plantage bis auf ein paar Reste abgebaut. Und in Lohmar waren in der Zeit 100.000 Kilowattstunden Strom abgezweigt worden. Der 27-Jährige gestand, zwei Mal insgesamt 52 Kilo Marihuana geerntet und an einen Rockerclub im Bereich Köln für 155.000 Euro verkauft zu haben.

Das Gericht hielt den beiden nicht vorbestraften Angeklagten zwar ihre Geständnisse zugute, aber Kammervorsitzender Klaus Reinhoff hielt ihnen auch die Gefährlichkeit dieser Droge vor Augen: „Wir erleben hier immer wieder, dass der Konsum von Marihuana zu Psychosen führt.“