Gutachten zur Windenergieanlage: Nur noch drei Windräder im Bornheimer Windpark realisierbar

Gutachten zur Windenergieanlage : Nur noch drei Windräder im Bornheimer Windpark realisierbar

Die Stadt Bornheim und die SPD-Fraktion stellen die Wirtschaftlichkeit des Sechtemer Parks infrage, der ursprünglich einmal sechs Anlagen vorsah. Doch das Bundesamt für Flugsicherung hatte Bedenken wegen des Sicherheitsabstandes.

Bis heute dreht sich noch kein einziges Windrad in dem geplanten Windpark in Sechtem. Das Unternehmen Enercon, einer der größten deutschen Hersteller für Windenergieanlagen mit seinem Stammsitz im ostfriesischen Aurich, wollte ursprünglich sechs Anlagen bauen. Doch nach Angaben von Felix Rehwald, Sprecher des Unternehmens, „sind nur noch drei realisierbar“.

Hintergrund: Das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) beziehungsweise die Deutsche Flugsicherung hatte Bedenken wegen des Sicherheitsabstandes der Windräder angemeldet, woraufhin der Rhein-Sieg-Kreis als Genehmigungsbehörde ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte (der GA berichtete). „Wir haben das Gutachten dem BAF vorgelegt. Gegen drei von insgesamt sechs Anlagen werden die Bedenken nicht mehr aufrecht gehalten“, sagt Kreissprecherin Rita Lorenz auf Anfrage des General-Anzeigers.

Wegen der restlichen drei Anlagen müsse der Antragsteller Enercon überlegen, ob das Genehmigungsverfahren überhaupt fortgeführt werde, ergänzt Lorenz. Die NRW-Landesregierung plant, dass es künftig einen Mindestabstand für Windenergieanlagen von 1500 Metern geben soll. Des Weiteren soll der Vorrang von Windenergie im Baugesetzbuch abgeschafft werden. Auch die Windenergie-Vorrangszonen sollen wegfallen, sodass Energieanlagen künftig theoretisch überall aufgestellt werden könnten.

Diese Punkte listet die Bornheimer SPD-Fraktion in einer großen Anfrage an die Verwaltung der Stadt Bornheim für die geplante Ratssitzung am Donnerstag, 1. Februar, auf. „Vor allem der letzte Punkt würde für unsere Region bedeuten, dass solche Anlagen nur noch auf Höhen des Vorgebirges stünden, also dort, wo entsprechende Windverhältnisse herrschen. Und das Erscheinungsbild könnte dann zu einem weiteren Problem werden“, sagt SPD-Fraktionschef Wilfried Hanft.

Verfahren dauert seit sieben Jahren

Er und weitere Fraktionsmitglieder stellen in der großen Anfrage fünf Fragen, die sich mit dem Mindestabstand von 1500 Metern beschäftigen und sich darum drehen, wie wirtschaftlich der Windpark für den Investor überhaupt noch ist. Hanft moniert die „unglaubliche lange Verfahrensdauer von inzwischen sieben Jahren“. „Außerdem würde ich gerne wissen, inwiefern die Zweifel des BAF nun ausgeräumt sind, und ob die Konzentrationszone überhaupt noch umgesetzt wird. Nichtsdestotrotz ist die SPD-Fraktion weiterhin für den Windpark“, betont das Ratsmitglied. Er hofft nicht, dass das Projekt stirbt, sondern „dass endlich was passiert“.

„Ich befürchte, dass die Wirtschaftlichkeit auf wackeligen Füßen steht. Strom, der vor Ort erzeugt wird, sollte auch vor Ort verbraucht werden. Vom ersten Tag an war der Stadtrat für die Etablierung dieses Windparks“, meint Wolfgang Paulus, Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes der Stadt Bornheim. Und: „Es herrschte großer Konsens darüber. Es ist schade, dass das Verfahren viel zu lange gedauert hat und sich nun herausstellt, dass nur die Hälfte der Anlagen realisiert werden kann oder eventuell auch gar keine.“ Vor der Ratssitzung will Paulus beim Kreis noch einmal nachhören, wie sich der Investor entschieden hat.