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Personelle Engpässe: Notstand in der Kita „Sonnenblume“ in Bornheim

Personelle Engpässe : Notstand in der Kita „Sonnenblume“ in Bornheim

Wegen personeller Engpässe kämpfen die Eltern seit Wochen mit verkürzten Betreuungszeiten und tageweisen Schließungen

Eltern von Kindergartenkindern wissen, was es bedeutet, wenn die Kita wegen Personalausfällen schließen muss. Dann müssen schnell Urlaubstage genommen oder Oma und Opa eingespannt werden – falls das denn möglich ist. Eine geschlossene Kita kann eine Familie in reichlich Schwierigkeiten bringen. In dieser Hinsicht herrscht in Walberberg gerade Notstand.

Daniel Feider ist Vorsitzender des Elternbeirats der städtischen Kita „Sonnenblume“. In den vergangenen Jahren sei es immer wieder zu Ausfällen wegen Krankheiten, verbunden mit allgemeinem Personalmangel, gekommen, in diesem Jahr sei es aber eskaliert, sagt er. Seit Mitte Oktober komme es immer wieder zu verkürzten Betreuungszeiten oder Ausfällen. Die Folge: Einzelne Kinder mussten tageweise auf Notgruppen verteilt werden, weil nicht genug Personal für alle da war. Mitunter sei die Kita auch komplett geschlossen gewesen. Besonders ärgert sich Feider darüber, dass die kürzliche Schließung für zwei Tage erst einen Tag vorher bekannt gegeben wurde. Ebenso habe dann noch während der angespannten Phase eine Personalversammlung stattgefunden, was zu weiteren Einschränkungen geführt habe.

Kurzfristige Lösungen seitens der Stadt bleiben unerfüllt

Der Elternbeirat ist längst aktiv geworden. So gab es Gespräche mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung, in denen man laut Feider aber nicht wirklich weitergekommen sei. Es seien keine Ad-hoc-Lösungen präsentiert worden, sondern lediglich langfristige Konzepte zum Gesundheitsmanagement oder der Personalgewinnung. Um einen Beitrag zur Entspannung der Situation zu leisten, hätte man angeregt, dass einige Eltern die Schließung auffangen könnten und Kinder in den Kita-Räumen bespaßen. Dies sei vom zuständigen Landschaftsverband Rheinland abgelehnt worden, so Feider. „Die Eltern stehen teilweise weinend im Kindergarten, weil sie nicht mehr weiter wissen.“ Sie wollten nicht wieder den Arbeitgeber bitten, früher gehen zu dürfen oder Großeltern und Freunde um Hilfe bitten.

Der Verwaltung sei die derzeitige Betreuungssituation in der Kita „Sonnenblume“ bekannt, teilt Stadtsprecher Rainer Schumann auf GA-Anfrage mit, ohne konkreter darauf einzugehen. Sobald es in einer Kita zu Ausfallzeiten komme, prüfe das Jugendamt verschiedene Möglichkeiten: den Einsatz von Vertretungskräften (wenn keine Fachkraft benötigt wird), den Einsatz von Springern oder die Ausleihe von Fachkräften aus anderen Kitas.

Das Ausleihen von Betreuern ist nur eine Notlösung

Das Ausleihen erfolgt laut Schumann zunächst aus sogenannten Pateneinrichtungen: „Kann die Pateneinrichtung keine Fachkraft ausleihen, da sie selbst von einem personellen Engpass betroffen ist, sind die Einrichtungsleitungen der anderen städtischen Kitas anzufragen, ob Personal zur Ausleihe zur Verfügung gestellt werden kann.“ Dies ist als letzter Schritt zu sehen und soll einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen nicht überschreiten. „Erst wenn keine der vier Optionen möglich ist, wird eine Reduzierung des Angebotes erforderlich“, sagt Schumann.

Dann könne es zum Beispiel zur Reduzierung der Öffnungszeiten in den Randstunden oder zur Schließung einzelner Gruppen in Verbindung mit einer Notbetreuung kommen. Darüber seien das Landesjugendamt und der Elternbeirat so frühzeitig wie möglich zu informieren. Eine Möglichkeit, Elternbeiträge für Ausfälle zurückzuerstatten, sieht die Stadt nicht. „Elternbeiträge werden nicht als direkte Bezahlung einer Betreuungsleistung erhoben. Es handelt sich vielmehr um einen anteiligen Zuschuss zu den Jahresbetriebskosten für einen Platz in einer Kindertageseinrichtung“, sagt Schumann. Zugleich habe die Landesregierung darauf hingewiesen, dass finanzschwache Kommunen Elternbeiträge nicht erstatten dürfen. „Da sich die Stadt Bornheim im Haushaltssicherungskonzept befindet, ist die Rückerstattung der gezahlten Elternbeiträge unter diesem Gesichtspunkt nicht möglich.“

Feider betont, dass man dem Kita-Personal keinen Vorwurf mache. Ob sich die Situation 2020 bessert, ist indes mehr als fraglich. „Im kommenden Jahr sind jetzt schon planbar fünf Mitarbeiter nicht da, das heißt, es wird wahrscheinlich so weitergehen.“ Tatsächlich steht bereits fest, dass es im Januar einen Notbetreuungsplan geben wird und die Kinder pro Woche einen Tag zu Hause bleiben müssen.