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Bildung in Bornheim: Noch kein Grundstück für Schulstandort in Merten

Bildung in Bornheim : Noch kein Grundstück für Schulstandort in Merten

CDU, UWG und FDP befürworten einen Neubau in Nähe der Linie 18 in Merten. Laut Bürgermeister Wolfgang Henseler führt die Stadt Gespräche mit Eigentümern, die Flächen auf der Ortsseite der dortigen Bonn-Brühler-Straße besitzen.

Wo genau ein Neubau der Mertener Sekundarschule im Ort entstehen soll, das ist auch nach der jüngsten Sitzung des Bornheimer Stadtentwicklungsausschuss im Rathaus noch offen. „Zum jetzigen Zeitpunkt werden wir uns nicht an öffentlichen Spekulationen bezüglich des Grundstückes beteiligen“, betonte Manfred Schier, Erster Beigeordneter, gegenüber den Kommunalpolitikern.

Während die Fraktionen von CDU, UWG/Forum (Unabhängige Wählergemeinschaft) und FDP für einen Standort in der Nähe der Stadtbahnlinie 18 (Lannerstraße, Ecke Bonn-Brühler Straße) mit Option auf die eventuelle Erweiterung zu einer Gesamtschule plädieren, sei die Stadtverwaltung laut Bürgermeister Wolfgang Henseler mit Grundstückeigentümern in Gesprächen, die Flächen auf der Ortsseite der dortigen Landesstraße 183 (Bonn-Brühler-Straße) besitzen.

Hintergrund ist, dass sowohl die Schülerzahlen der Martinus-Grundschule als auch der Heinrich-Böll-Sekundarschule nach Angaben der Stadtverwaltung mittelfristig steigen werden. Sprich: Der Platz auf dem gemeinsamen Areal an der Beethovenstraße wird irgendwann nicht mehr ausreichen (der GA berichtete).

Steigende Schülerzahlen

Mit großer Mehrheit brachten CDU, UWG/Forum und FDP bei acht Nein-Stimmen von SPD und Grünen auf den Weg, dass die Verwaltung im nächsten Stadtentwicklungsausschuss einen Aufstellungsbeschluss für die Flächen nördlich der Händelstraße, Lannerstraße und Bonn-Brühler-Straße für Wohnbebauung und Neubau der Sekundarschule vorlegen soll.

Darüber hinaus votierten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, dass die Verwaltung ein Planverfahren inklusive Abstimmung mit der Bezirksregierung einleiten soll, um den Flächennutzungsplan nördlich bis zu Lannerstraße für Wohnbebauung und/oder Neubau der Sekundarschule zu ergänzen.

Ferner soll die Verwaltung dem zuständigen Haupt- und Finanzausschuss eine Liste der von der Stadt angemieteten Immobilien samt Mietkosten präsentieren und darstellen, welches der Gebäude für eine Unterbringung in den freiwerdenden Räumen am vorhandenen Schulstandort Merten in Frage kommt. Denkbar sei etwa ein Einzug von Teilen des Jugendamtes oder von sozialen Einrichtungen. „Das ist aber alles Theorie“, unterstrich Bürgermeister Henseler. Laut der CDU-Fraktionsvorsitzenden Petra Heller könnte dort auch „eine fünfgruppige Kita untergebracht und die Grundschule sowie OGS erweitert werden“.

Kostenfrage ist noch offen

Ursprünglich gab es noch einen weiteren vierten Punkt, der allerdings zurückgestellt wurde. Inhalt: Die Planung für eine Erweiterung der Sekundarschule an ihrem jetzigen Standort ruhen zu lassen. Während die CDU Nägeln mit Köpfen machen will, unterstützt die SPD-Fraktion den Vorschlag von Bürgermeister Henseler, „ein konkretes Plangebiet auf der Fläche nördlich der Händelstraße abzugrenzen und mit der Bezirksregierung abzustimmen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Hinzu kommt, dass die Fraktionsmitglieder noch einige Fragen haben: „Wie hoch ist die Differenz der Kosten für einen Neubau der Grundschule und einen Neubau der Sekundarschule? Welche Ertüchtigungen werden in der Beethovenstraße notwendig? Reichen die beschlossenen Steuererhöhungen aus, um die finanzielle Auswirkung schultern zu können?“

Auch Arnd Kuhn (Grüne) wollte Antworten, machte aber deutlich, dass es einen Konsens geben werde. „Was machen wir mit der Sekundarschule? Machen wir eine Gesamtschule daraus? Gibt es einen anderen Standfort für die Grundschule? Was kostet das alles?“, fragte er. Lutz Wehrend (CDU) wies darauf hin, dass die Zeit dränge. „Warum noch ein Jahr warten? Wir verlieren Zeit. Die Grundschule und die Sekundarschule haben Bedarf, die Kinder sind schließlich da.“ Dies fand SPD-Fraktionschef Wilfried Hanft unverständlich, der konterte: „Bei Ihnen gilt stets 'Merten first'.“ Frank Krüger, ebenfalls SPD, ergänzte: „Wir müssen auf sachlicher Ebene diskutieren und Entscheidungen treffen.“

Zu weiteren Problemen könnte es beim geplanten Baugebiet Me 16 mit mehr als 250 Wohneinheiten sowie beim Ausbau der Händelstraße kommen. Denn im Gegensatz zu CDU, UWG/Forum und FDP ist die SPD gegen eine parallele Entwicklung aller drei Bauprojekte – den Neubau der Sekundarschule inklusive.

Was eventuell noch an Investitionen in Sachen Bildung auf die Bornheimer zukommt, skizzierte der Erste Beigeordnete Schier. Eine fünfgruppige Kita, die Merten benötigt, würde mehr als vier Millionen Euro kosten, eine neue Gesamtschule mehr als 20 Millionen Euro und eine neue Grundschule zwischen neun bis zehn Millionen Euro.