Ordnungspartnerschaft: Neue Sicherheitsmaßnahmen für Bornheim

Ordnungspartnerschaft : Neue Sicherheitsmaßnahmen für Bornheim

Die Stadt und die Bonner Polizei besiegeln offiziell ihre Kooperation mit einer Ordnungspartnerschaft. Zum Maßnahmenpaket gehören unter anderem ein Glasverbot an Weiberfastnacht sowie gemeinsame Kontrollgänge vor Konzerten und Flohmärkten.

Die Bornheimer sollen sich im Stadtgebiet sicher und wohl fühlen – vor allem im öffentlichen Raum. Konkret heißt das: Sowohl Vandalismus als auch Ruhestörungen, beispielsweise auf Spiel- und Dorfplätzen, sollen bekämpft werden. Dafür setzen sich die Mitarbeiter des Bornheimer Ordnungsamtes, des Ordnungsaußendienstes und die Bonner Polizei ein.

Am Dienstag haben Bürgermeister Wolfgang Henseler und Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa für dieses Ziel eine Ordnungspartnerschaft im Bornheimer Rathaus unterzeichnet. „Diese Partnerschaft ist etwas ganz Besonderes“, betonte Henseler und ergänzte, dass die Kooperation bereits seit Beginn des Jahres zwischen den diversen Institutionen gelebt werde und es ein sehr enges und gutes Miteinander gebe.

Ein Erfolgsbeispiel ist für Henseler und Brohl-Sowa der diesjährige Straßenkarneval, bei dem nicht nur Mitarbeiter des Ordnungs- und Jugendamtes in der Kommune unterwegs waren, sondern auch Hundertschaften der Bonner Polizei unterstützten. Und: Erstmalig galt an Weiberfastnacht ein Glasverbot in den Ortschaften Kardorf, Roisdorf und Waldorf, das auch 2019 wieder praktiziert werden soll (der GA berichtete). Brohl-Sowa darauf: „Ich bin der Meinung, dass man den Problemen nur Herr werden kann, wenn alle Kräfte gebündelt werden und alle an einem Strang ziehen.“

Beistand erhalten die Mitarbeiter des Bornheimer Ordnungsamtes dann von den Bonner Polizeibeamten, wenn eine erste Ansprache wie ein Platzverweis von einem Schulhof nichts gebracht hat und die Situation zu eskalieren droht. Sabine Walter, Amtsleiterin des Bürger- und Ordnungsamtes der Stadt Bornheim, sprach in dem Fall von Personengruppen oder einzelnen Menschen, die gewaltbereit sind und Straftaten begehen könnten. Denn: „Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes oder des Ordnungsaußendienstes sind keine Hilfspolizei. Ihre stärkste Waffe ist ihr Wort“, unterstrich sie .

Was die schriftlichen Beschwerden der Bürger wegen Ruhestörung auf öffentlichen Plätzen gegen unbekannt betreffe, seien diese laut Walter zurückgegangen, seitdem die Kooperation bestehe. Konkrete Zahlen konnte sie allerdings nicht nennen. Nur so viel: „Von April bis jetzt gab es nur drei schriftliche Beschwerden. Im vergangenen Jahr waren es drei Beschwerden pro Monat.“

Prävention durch Information

Schon jetzt sind Polizei und Ordnungsamt im Vorfeld von etwa Konzerten und Flohmärkten gemeinsam unterwegs und haben ein Auge darauf, dass an den Ständen beispielsweise keine Waffen verkauft werden.

Ein wichtiges Thema ist nach wie vor die Prävention durch Information. Vorgesehen sind Infostände, Einsätze des Polizeimobils und Handzettel, die Tipps zur Verhinderung von Straftaten wie Diebstahl, Köperverletzung und Farbschmierereien geben sollen und darüber Auskunft geben, was bei einer Ordnungswidrigkeit zu tun ist. Des Weiteren sollen Geschäftsinhaber und Gewerbetreibende von den Mitarbeitern angesprochen und sensibilisiert werden.

Aber auch darüber, dass Dorf- und Spielplätze sowie Schulhöfe und das Rheinufer vor allem in den Sommermonaten gerne als Treffpunkte von Heranwachsenden genutzt werden, sind sich der Bürgermeister und die Polizeipräsidentin bewusst. „Verbannt“ werden sollen sie nach Aussagen der beiden allerdings nicht – schließlich handele es sich um öffentliche Plätze. „Jedoch müssen Regeln eingehalten werden, und man muss respektvoll miteinander umgehen“, betonte der Rathauschef. Brohl-Sowa ergänzte: „Dazu müssen dann auch mal Grenzen aufgezeigt werden. Es ist wichtig, vor allem auch bei Jugendlichen und Heranwachsenden, dass man auf sie schaut und sich auch kümmert.“

Keinen Müll hinterlassen wie Glasflaschen und Zigarettenstummel, nicht wild grillen, nichts zerstören oder beschmieren und keinen Lärm machen sind nur einige Punkte für ein respektvolles Miteinander. Aus diesem Grund fährt der Ordnungsaußendienst unter anderem auch beim sanierten und neu eröffneten Spielplatz in Walberberg vorbei, der vor der Instandsetzung stark von Vandalismus gekennzeichnet war.

Bonns Polizeipräsidentin zeigte sich froh darüber, dass die Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises „sehr zugänglich“ für Ordnungspartnerschaften seien. Bis auf die Kommunen Alfter, Wachtberg und Swisttal gebe es weitere Partnerschaften mit der Bonner Polizei. „Bei der Gemeinde Swisttal gibt es zurzeit Überlegungen, ob sich sich anschließen will oder nicht“, meinte Brohl-Sowa.