Bahnhof Roisdorf: Neue Fahrradspur soll her

Bahnhof Roisdorf : Neue Fahrradspur soll her

Nachdem die Metallschiene am Roisdorfer Bahnhof wegfiel, über die Radler ihr Fahrrad auf den Bahnsteig schieben konnten, ist nun eine Lösung in Sicht.

Manchmal lassen sich Probleme schnell lösen. Wie berichtet, war der Protest groß, als die Deutsche Bahn vor einigen Monaten die Metallschiene entfernen ließ, über die Radler ihr Fahrrad auf den Bahnsteig des Roisdorfer Bahnhofs schieben konnten. Hintergrund für den Abbau sind eine Bauvorschrift und damit verbundene Sicherheitsgründe. Es bestehe die Gefahr, dass Menschen an der Metallschiene hängenbleiben oder stolpern, hatte es geheißen.

In einer Art großen Koalition für Fahrradfahrer hatten sich die Ortsgruppe Bornheim des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Oliver Krauß, sowie Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) gegen die Demontage ausgesprochen. Vor wenigen Tagen hatte Krauß dann dem General-Anzeiger erläutert, dass sich eine Lösung für das Problem abzeichnet. Jetzt wird diese konkreter.

„Wir haben eine Lösung gefunden, müssen nun aber die Finanzierung sicherstellen“, teilt Krauß über eine Pressemitteilung des ADFC Bornheim mit. Gemeinsam mit Norbert Reinkober, dem Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR), habe er dazu ein Gespräch mit der Bahn geführt.

Kosten liegen zwischen 15 000 Euro und 20 000 Euro

Laut Aussage des ADFC solle es nun eine einbetonierte Fahrradspur geben, in der die Zweiräder geführt werden könnten. Die Fahrradspur werde am Rand der Treppenstufen entlang des Geländers gebaut, wobei darauf zu achten sei, dass die Treppe noch ihre vorgeschriebene Mindestbreite behält. „Wir wollen uns gemeinsam für die Bereitstellung der erforderlichen Gelder einsetzen“, sagt der Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Bornheim, Gerd Müller-Brockhausen.

Die Kosten dafür, zuzüglich Einbau, liegen nach ADFC-Angaben zwischen 15 000 Euro und 20 000 Euro. Das Geld soll laut ADFC aus dem Topf des NVR kommen. „Aus unserer Sicht ist eine Fahrradspur nicht nur eine provisorische Übergangslösung. Selbst wenn ein Aufzug auf den Bahnsteig gebaut wird, sollte die Spur nach Möglichkeit erhalten bleiben. Denn Aufzüge sind störungsanfälliger und verursachen Betriebskosten“, so Müller-Brockhausen weiter.

Darüber hinaus erhofft sich der ADFC eine Radstation für den Bahnhof: „Dort könnten insbesondere teurere Elektrofahrräder sicher untergestellt werden, die eine große Erleichterung zum Erreichen der Höhenlagen von Bornheim und Alfter sind“, so Müller-Brockhausen.

Eine Fahrradspur aus Beton trägt zur Verbesserung der Barrierefreiheit des Bahnhofs bei. Wie berichtet, fehlt allerdings weiterhin eine vollständige Ausbauperspektive für die Station. Bekanntlich wollen sich der NVR mit Vertretern der Stadt Bornheim und der Gemeinde Alfter aber diesbezüglich zusammensetzen.

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