Ausbau des ÖPNV: Neue Buslinie "Berghüpfer" verbindet Bornheim

Ausbau des ÖPNV : Neue Buslinie "Berghüpfer" verbindet Bornheim

Die neue Buslinie 745 lässt die Höhenorte Bornheims ab dem 15. April näher ans Zentrum rücken. Auch die Anbindung an den Sechtemer Bahnhof wird verbessert.

Andreas Blaschozak kennt sich in den Bornheimer Höhenorten aus. Souverän steuert der Busfahrer der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) mit seinem Mercedes Sprinter durch die engen Straßen Waldorfs. Der 53-Jährige gehört zu den Fahrern, die ab Montag, 15. April, die neue Buslinie 745 durch Bornheims Höhenorte lenken wird. Mit dem sogenannten Berghüpfer erweitern die Stadt Bornheim, der Rhein-Sieg-Kreis und die RVK das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs in Bornheim.

„Die neue Linie 745 ist eine optimale Ergänzung. Sie verbindet Waldorf, Kardorf, Merten und Walberberg miteinander und bindet die Höhenlagen von Waldorf und Walberberg ans Verkehrsnetz an“, freute sich Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler bei der Vorstellung am Mittwoch. Dass die Linie die Wohnquartiere mit den zentralen Ortslagen verbindet, lobte auch André Berbuir, Fachbereichsleiter für Verkehr und Mobilität des Kreises. Berbuir: „Die vielen Haltestellen verbinden Geschäfte, Supermärkte und Apotheken so optimal, dass die Bornheimer ihre täglichen Besorgungen problemlos mit dem Berghüpfer erledigen können“.

Start und Ziel des Kleinbusses ist jeweils die neu eingerichtete Haltestelle vor der Nikolaus-Schule in der Waldorfer Sandstraße. Von dort werden innerhalb einer Stunde insgesamt 38 Stopps zwischen der Grundschule, Merten Apotheke, Walberberg Stadtbahn, Kardorf und der Linie 818 zum Bahnhof Sechtem eingelegt. Nach dem Stadthüpfer in Rheinbach, der Kleinbuslinie in Alfter und dem Swisttaler Landhüpfer kann nun auch Bornheim mit der neuen Buslinie „Ortsbereiche anfahren, die bislang nicht an den ÖPNV angeschlossen waren“, sagte Planungsleiter Marcus Schaefer vom Fachbereich Verkehr und Mobilität des Kreises. 26 Plätze weist der Minibus auf, der sich mit ausreichend Platz für Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen und Kinderwagen sowie einer Rampe an den Bedürfnissen mobilitätseingeschränkter Personen und älterer Menschen orientiert.

2,50 Euro pro Ticket

200.000 Euro kostete die Anschaffung die RVK; die Finanzierung der Defizitkosten von rund 1,25 Euro pro Kilometer teilen sich der Kreis und die Stadt Bornheim im Verhältnis von 45 zu 55 Prozent. Das Ticket kostet um die 2,50 Euro, bei einer Kurzstrecke mit fünf Haltestellen nur zwei Euro.

Trotz der gegenwärtigen Diskussion um Dieselfahrverbote in manchen Städten ist der Sprinter ein Dieselfahrzeug. „Der Kraftstoff ist einfach günstiger. Elektrisch betriebene Fahrzeuge bringen noch nicht die Leistung, die wir in diesem Bereich brauchen würden“, erklärte Schaefer.

Mit der Platzierung der Haltestellen sollen die Wege zum Bus für die Passagiere überall kurz sein. „Auch wenn unsere Zielgruppe die der Senioren ist, haben wir beim Berghüpfer auch an Kinder und Jugendliche gedacht. Daher fahren wir die Jugendakademie und den Sportplatz an. Dann braucht man auch nicht mehr das Taxi Mama“, sagte Schaefer. Anschlüsse an die Stadtbahnlinie 18 nach Bonn beziehungsweise Brühl sowie zur RVK-Buslinie 818 sind für die Einwohner der Höhenorte künftig gesichert.

Fahrzeiten von 5.30 bis 20.30 Uhr

Dass der Kleinbus auch in Bornheim bei den Fahrgästen gut ankommen wird, davon sind Berbuir und Markus Rügler, Leiter der RVK-Niederlassung Rhein-Sieg-Kreis, überzeugt. „Wenn zehn Fahrgäste pro Stunde den Bus nutzen, sind wir hochzufrieden“, meinte Schaefer, der in diesem Fall den Einsatz eines weiteren Fahrzeuges für möglich hält.

„Wir müssen den ÖPNV weiter ausbauen und das mit attraktiven Preisen“, betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Krauß. Und genau das schaffe der Berghüpfer, der künftig in der Woche von 5.30 bis 20.30 Uhr durch die Straßen fahren wird. Am Wochenende gewährleisten stattdessen die Anruf-Sammeltaxis die Anbindung an den ÖPNV.

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