Naturschützer haben Grund zur Freude

Der Aussichtsturm steht wieder, die Springfrösche sind da und das Fördergeld fließt: Vereine feiern an der Breniger Quarzgrube.

Die ersten Springfrösche sind in den neuen Gewässern bereits groß geworden, etliche Wasservögel, darunter der seltene Zwergtaucher, haben die Quarzgrube wieder entdeckt und kommen in das Schutzgebiet zurück: Schon das hätte aus Sicht der Gastgeber zum Feiern gereicht. Doch der Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) um den Vorsitzenden Klaus Fietzek hatte für das Sommerfest auf dem Gelände der Breniger Quarzgrube noch mehr gute Gründe.

So unterliegen seit dem 11. Mai die Quarzsandgrube und das Abbaugebiet oberhalb von Bornheim nach 36-jährigem zähem Ringen nicht mehr dem Bergrecht. Unter Mitwirken der Kreisgruppe des Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wurde der erforderliche Abschlussbetriebsplan aufgestellt und umgesetzt.

Weitere gute Nachricht für die Bornheimer: In diesem Jahr werden die umfangreichen Naturschutzmaßnahmen wirksam, die von der EU im Rahmen der ELER-Förderung (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wurden.

Beim Aufbringen der notwendigen Eigenmittel haben das Vogelschutz-Komitee, die NRW-Stiftung und die HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung maßgeblich geholfen. Grund zum Feiern ist auch, dass die Übereignung der Quarzgrube an den BUND NRW Naturstiftung kurz vor ihrem Abschluss steht. So sei das Sommerfest auch ein guter Zeitpunkt, allen Beteiligten und Unterstützern zu danken, hieß es.

BUND, Vogelschutz-Komitee und LSV präsentierten zu diesem Anlass eine gemeinsame neue Ausstellung, die die Geschichte, Geologie und Biologie der Grube vorstellt und zur Zeit mehr als 20 Einzeltafeln umfasst und ausgeliehen werden kann. Auch plant der BUND laut dem Kreisvorsitzenden Achim Baumgartner geführte Exkursionen zur Breniger Quarzgrube. Diese naturkundlichen Begehungen sollen ab den Herbstmonaten wieder regelmäßig durchgeführt werden.

Und schließlich: der Aussichtsturm. Das eindrucksvolle Symbol des Widerstandes gegen die Zerstörung des Vorgebirges wurde bekanntlich einige Meter versetzt, weil ein neuer Funkmast allzu nahe gerückt war, und ist nun am neuen Standort sogar zwei Meter höher. Bürgermeister Wolfgang Henseler und Klaus Fietzek durchschnitten beim LSV-Sommerfest das Band vor dem Turmaufgang - jetzt ist der Weg frei, um den Ausblick über Vorgebirge und Rheintal von Köln bis zum Siebengebirge und über das Gelände der Quarzgrube zu genießen.

BUND-Mann Achim Baumgartner sagte, er sei nun gespannt darauf, wie sich das wertvolle, 15 Hektar große Gelände mit seinen Quarzdünen, Alt- und Neugewässern, Tonteichen, Steinwänden, Wald- und Offenland weiter entwickelt und mit Flora und Fauna bevölkert. Alte Fehler, wie das Zuwachsenlassen der Flächen, sollen in Zukunft vermieden werden. Dazu sollen eine gezielte Schafbeweidung und weitere freiwillige Arbeitseinsätze beitragen

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