Frühjahrsputz in Bornheim: Mit Zangen und Handschuhen gegen den Müll

Frühjahrsputz in Bornheim : Mit Zangen und Handschuhen gegen den Müll

Etliche Bornheimer beteiligten sich an der europaweiten „Let's Clean Up Europe“ -Aktion. In den verschiedenen Ortsteilen kamen Jung und Alt zusammen, um wilden Müll einzusammeln.

Insgesamt neunzehn Schulen, Kindergärten, Vereine und Privatpersonen aus nahezu allen Ortschaften Bornheims kamen am Wochenende zusammen, um an der europaweiten Umweltsäuberungs-Aktion „Let's Clean Up Europe“ teilzunehmen und wilden Müll auf Plätzen und in der Landschaft zu sammeln, der anschließend von Technischem Hilfswerk und dem Bornheimer Stadtbetrieb an Müllsammelstellen abgeholt und fachgerecht entsorgt wurde.

Für eine Elterninitiative wie der Kindertagesstätte „Rappelkiste“ in Merten ist das elterliche Engagement selbstverständlich. So versammelten sich am Samstagmorgen bei herrlichem Sonnenschein etwa 40 Eltern und Kinder vor der Kita an der Broichgasse und machten sich mit Müllbeuteln, Eimern und Zangen auf die Suche nach dem achtlos weggeworfenen Abfall ihrer Mitbürger.

Ihr Einsatzort war das Gelände um den Kindergarten, der Spielplatz und der angrenzende Wald. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer viel gefunden“, sagte Ansgar Schulte vom Vorstand der Initiative. „Wir sind ein Kindergarten mit den Schwerpunkten Bewegung und gesunde Ernährung. Auch Mülltrennung wird den Kindern schon früh vermittelt,“ so Schulte, der sich darüber freute, dass auch schon die kleineren Kinder ihre Eltern darauf aufmerksam machen, nichts gedankenlos wegzuwerfen.

Noch wenige Stunden vor der Jahreshauptversammlung der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft in Brenig konnte man Brudermeister Hans Clasen mit überraschend großen Müllteilen über das weitläufige Gelände des Schützenhauses am Breniger Sportplatz Richtung Müllsammelplatz ziehen sehen. „Sie können sich nicht vorstellen, was die Leute hier alles wegwerfen“, empörte sich Clasen und zeigte auf das Gebüsch, aus dem er soeben einen prall gefüllten Kleidersack herausgezogen hatte.

Durch eigenes Tun ein Vorbild für Kinder sein

Neben Stühlen, Planen, Reifen und Radkappen fanden sich vor allem auch die Verpackungen des nahen Fastfood-Restaurants, die rücksichtslos aus Autos geworfen wurden. „Wir nehmen schon über das Jahr vieles, was wir hier aufsammeln mit nach Hause, aber alles geht einfach nicht“, so der Brudermeister und erzählte angewidert von einem Sack mit verdorbenen Lebensmitteln, der ebenso wie andere Großteile von Umweltsündern extra mit dem Auto zu dem einsam gelegenen Sportplatz gebracht worden sein musste.

„Das können keine netten Menschen sein, die ihre Zigaretten und Flaschen hier ins Gebüsch werfen“,war sich die elfjährige Carolin sicher, die mit ihrem blauen Müllsack über der Schulter zur Müllsammelstelle an der Rois-dorfer Sebastianschule unterwegs war. Auch die Eltern Monika, Nina und Hartmut mit ihren Kindern Julius, Veronika und Zoe scheinen nach ihrer Rückkehr vom Roisdorfer Bach keineswegs überrascht zu sein von dem dort vorgefundenen Müll.

„Man kennt das ja“, so eine der Mütter und wunderte sich dann aber doch über die vergammelte Handtasche, die sie mit spitzen Fingern aus dem Müllsack zog. Die drei Erwachsenen waren erstmals mit ihren Kindern an der Säuberungsaktion beteiligt. Schließlich, so die Überzeugung von Vater Hartmut, könne man Kinder nur durch das eigene Tun dazu erziehen, verantwortungsbewusst mit der Umwelt umzugehen. „Keines unserer Kinder würde Müll achtlos in die Landschaft werfen“, war sich Mutter Monika sicher.

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