Fußballcamp des SC Widdig: Mit Rhythmusgefühl zum „Pass-Ass“

Fußballcamp des SC Widdig : Mit Rhythmusgefühl zum „Pass-Ass“

102 Mädchen und Jungen zwischen vier und 16 Jahren nehmen am Fußballcamp des SC Widdig teil, das im nächsten Jahr mit der elften Auflage fortgesetzt werden soll.

Wenn Nachwuchskicker aus Bonn, Beuel, Wesseling und Köln ihre letzte Sommerferienwoche auf einem staubigen Ascheplatz in Widdig statt auf einem schicken Kunstrasen in der nächsten Umgebung verbringen, dann muss dort etwas Besonderes geboten werden. Was das ist, kann Frank Wuttke vom Jugendvorstand des SC Widdig klar benennen. „Wir sind ein Erlebniscamp. Bei uns steht die Freude am Spiel im Vordergrund.“

Die Teilnehmerzahlen geben dem Konzept recht: Mit 102 Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 16 Jahren konnten die Organisatoren bei der zehnten Auflage des sechstägigen Camps mehr als zufrieden sein. 13 Trainer, acht Betreuer und 16 Helferinnen beim Catering sorgten für einen reibungslosen Ablauf. „Für die Jugendabteilung ist das Camp natürlich ein Kraftakt – aber es lohnt sich“, meint Wuttke.

Die gute Stimmung auf dem Platz ist nicht zuletzt dem Uefa-Lizenztrainer Willy Kaspers zu verdanken. Der „fliegende Holländer“, der in Gladbeck lebt, sorgt mit markigen Sprüchen, viel Musik und Tanz für Laune. Davon konnten sich die Eltern der jungen Fußballer am Samstag überzeugen. Am Abschlusstag des sechstägigen Camps durften auch sie in die Stollenschuhe schlüpfen – allerdings erst, nachdem sie einen flotten „Gangnam-Style“ auf dem Aschenplatz hingelegt hatten. Auch Fußballer profitieren nach Kaspers Überzeugung von Rhythmusgefühl und Beweglichkeit. „Soccerobics“, Fitnesstraining mit Ball und Musik, gehört daher ebenso zum Camp wie Schuss- und Technikübungen und Mini-Turniere.

Während morgens Trainingseinheiten in den jeweiligen Jahrgangsklassen auf dem Programm standen, wurde nach dem Mittagessen um den „Champions League Pokal“ oder den „Confederations Cup“ gekämpft. Urkunden gab's täglich für „Pass-Asse“, „Drei-gegen-Drei“-Könige oder „Scharfschützen“. „Bei uns geht jeder als Gewinner nach Hause“, erklärt Frank Wuttke.

Auf die Frage des Fußballlehrers „Habt ihr’s gecheckt?“ kommt die Antwort „Check Willy, check!“. So mancher kennt die lässige Geste, die den Spruch begleitet, noch aus dem letzten Jahr. „Wir haben viele Wiederholungstäter“, freuen sich Wuttke und Pressewartin Claudia Brüggemann. „Viele Teilnehmer waren schon viele Male hier und bringen ihre Geschwister oder Freunde mit.“

Auch 2017 soll es in der Woche vom 21. bis 26. August wieder ein Fußballcamp in Widdig geben. Und obwohl der 60-jährige Kaspers eigentlich in Fußballlehrer-Rente gehen wollte, ist er wieder dabei. „Mein Herz gehört diesem Verein“, bekennt Kaspers. „Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team, alles ist top organisiert, Coaches und Kinder sind motiviert. Das macht einfach Spaß. So lange ich fit bin, komme ich nach Widdig.“ Das Thema Kunstrasen ist für den SC übrigens noch nicht vom Tisch. „Aber angesichts der Kosten wird es ein langfristiges Projekt sein“, sagt Wuttke.

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