Wütende Anwohner in Merten: Mertener kritisieren Ausbau der Offenbachstraße

Wütende Anwohner in Merten : Mertener kritisieren Ausbau der Offenbachstraße

Die Anwohner der Offenbachstraße erheben Einspruch gegen den Ausbau. Sie wollen keinen Eingriff auf ihre Grundstücke und vermuten, dass mit den Kostenbeteiligungen die Erschließung eines neuen Baugebiets finanziert werden soll.

Dass die marode Fahrbahndecke der circa 480 Meter langen Offenbachstraße in Merten saniert werden muss, steht außer Frage. Jede Menge Unmut herrscht bei den Anwohnern jedoch über die Dimension der Ausbaupläne. Wie mehrfach berichtet sorgt vor allem die geplante Breite der Fahrbahn mit Gehwegen auf beiden Seiten für Ärger. Denn dazu sind Eingriffe in die privaten Grundstücksbereiche nötig. Bereits im Dezember 2018 war die Anliegerinitiative Me17 mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gegangen, in der sie unter anderem erklärt hatte, dass man nicht bereit sei, Grundstücke für den Ausbau der Straße in der aktuell geplanten Form an die Stadt abzutreten.

Nun lädt die Initiative um die Hauptakteure Marco Düx, Marc Süß und Wolfgang Müller für Samstag, 3. August, ab 15 Uhr zu einem Treffen die betroffenen Bürger an die Offenbachstraße 43 ein. Wie Müller auf GA-Nachfrage mitteilte, wurden Plakate in Druck gegeben und verteilt, um an jedem Haus der Offenbachstraße ein klares „Nein zum Straßenausbau“ anzuzeigen. „Weitere Plakate sollen am Samstag verteilt werden um das öffentliche Interesse zu fördern und um auf die finanzielle Belastung durch die Erhebung der Straßenausbaukosten der Offenbachstraße hinzuweisen“, so Müller.

Hintergrund: Unter der Kennung Me 16 betreibt die Stadt die Entwicklung eines großen Baugebiets in Merten. Auf der Fläche zwischen Bonn-Brühler-Straße, Beethovenstraße, Offenbachstraße und Schubertstraße sollen Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser sowie ein Spielplatz und eine Kita entstehen. Aus Sicht der Anwohnerinitiative hängt die aktuelle Dringlichkeit beim Ausbau der Offenbachstraße mit den getroffenen Beschlüssen zu Me 16 zusammen. „Nach unseren Erkenntnissen ist es offensichtlich, dass die Anlieger der Offenbachstraße die Erschließung des Me 16 und eines weiteren geplanten Baugebietes über die Anliegerbeiträge finanzieren sollen“, schrieb Düx als ein Vertreter der Anliegerinitiative seinerzeit in der Pressemitteilung. Weil die daraus erstehenden Kosten von etwa 725 000 Euro nur auf die Anlieger der Offenbachstraße umgelegt werden sollen, habe sich die Initiative aufgestellt, um gemeinsam gegen diese Pläne vorzugehen. Die Verwaltung der Stadt Bornheim lasse ihre Bürger im Regen stehen, nur um ihre Entwicklungspläne durchziehen zu können, heißt es in der Einladung zum Treffen am kommenden Samstag.

Bereits bei einer Einwohnerversammlung zum Ausbau der Offenbachstraße im Mai hatten die Planer reichlich Gegenwind erfahren. Anregungen aus der Bürgerschaft sollen aber in eine überarbeitete Fassung der Pläne einfließen. Schon wenige Tage nach der Einwohnerversammlung war die Initiative aktiv geworden. Mit einem Großteil der Anlieger wurde beschlossen, gegen die Planungen der Stadtverwaltung Einspruch zu erheben.

Nach Angaben Müllers gaben etwa 80 Prozent der Anlieger der Offenbachstraße einen schriftlichen Einspruch beim Bau- und Straßenamt der Stadt Bornheim ab. Beim Treffen am Samstag wollen die Initiatoren mit den Betroffenen nicht nur über die aktuelle Situation in Merten sprechen. Thema soll auch die aktuelle Diskussion um die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge sein. Dazu soll das Land jährlich 65 Millionen Euro im Haushalt bereitstellen. Etwa 40 Personen hätten bereits ihr Kommen zugesagt, berichtet Müller, der sich kämpferisch zeigt. „Wir werden keinen Zentimeter abgeben.“

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