Zerstörte Bahnanlagen: Mehrere Zehntausend Euro Schaden nach Verwüstung in Bornheim

Zerstörte Bahnanlagen : Mehrere Zehntausend Euro Schaden nach Verwüstung in Bornheim

Die Deutsche Bahn spricht von „blinder Zerstörungswut“. Unbekannte haben die Anlagen der Bahnstrecke bei Bornheim-Sechtem zerstört. Dadurch kam es zu erheblichen Behinderungen des Bahnverkehrs.

Eine Spur der Verwüstung und einen Schaden von mehreren Zehntausend Euro haben Unbekannte am späten Dienstagabend an der Bahnstrecke Köln-Bonn in Höhe von Sechtem angerichtet. Unter anderem wurden ein großer Schaltkasten, ein Achszählgerät und mehrere Signalkästen zerstört. Dadurch kam es in der Nacht zu erheblichen Behinderungen des Bahnverkehrs.

„Normalerweise haben wir es mit Metalldieben zu tun, aber diesmal war es blinde Zerstörungswut“, sagte ein Bahnsprecher. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, von den Tätern fehlt bislang allerdings jede Spur. Betroffen waren vor allem Züge der Bahnlinie RE 5, in den Morgenstunden aber auch Regionalbahnen der Linien 26 und 48.

Durch die Zerstörung der elektronischen Anlagen fielen im Streckenabschnitt bei Sechtem alle Signale aus, die den Bahnverkehr normalerweise automatisch regeln. „Damit haben die Täter die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet“, sagte der Bahnsprecher.

Der Fall von Vandalismus hat sich am Dienstagabend gegen 22 Uhr in Höhe des Bahnübergangs am Bannweg zugetragen. Auf einer Länge von knapp hundert Metern wurden Schaltkästen und Signalanlagen demoliert. Das führte nicht nur zum Ausfall der Signale für die Lokführer auf der Strecke, sondern setze den gesamten Abschnitt bei den zuständigen Fahrdienstleitern in Roisdorf und Sechtem auf Stopp.

Das Resultat waren erhebliche Behinderungen, denn die Züge mussten von 22 Uhr am Dienstag bis gegen 10 Uhr am Mittwoch von den Fahrdienstleistern gewissermaßen manuell über den Streckenabschnitt geleitet werden. Das führte in beiden Fahrtrichtungen zu Verspätungen von 15 bis 20 Minuten.

„Wegen der fehlenden Signale mussten die Fahrdienstleiter die Lokführer anrufen und ihnen grünes Licht für ein langsames Passieren geben“, so Florian Kunert, Bereichsleiter Leitungs- und Signaltechnik Bonn.

Verwüstung an der Bahnstrecke

Seit der Nacht war Kunert mit acht Mitarbeitern im Einsatz, um den Schaden zu sichten und die ersten Reparaturarbeiten durchzuführen. „Das ist wie eine Operation am offenen Herzen. Wir müssen die Anlagen reparieren oder ersetzen und gleichzeitig muss der Fahrbetrieb weiterlaufen. Dabei müssen wir auf die Sicherheit der Fahrgäste und auf unsere eigene Sicherheit achten“, sagte er vor Ort in Sechtem.

Gegen 10 Uhr am Mittwoch hatten die Techniker die Signal- und Stromanlagen provisorisch soweit repariert, dass die Züge wieder signalgesteuert den Streckenabschnitt passieren konnten. Weil die Ausbesserungsarbeiten laut Bahn aber voraussichtlich noch bis Freitag andauern werden, um sämtliche Schäden zu beseitigen, werden bis dahin alle Züge den Streckenabschnitt Roisdorf-Sechtem nur mit vermindertem Tempo passieren können. Im Klartext: Fahrgäste müssen weiterhin mit Verspätungen rechnen. „Die dürften aber nur noch im Bereich von wenigen Minuten liegen“, meint der Bahnsprecher.

Trotz regelmäßiger Kontrollgänge von Bahnmitarbeitern und Bundespolizei ist es nicht das erste Mal, dass der Streckenabschnitt an dem Bahnübergang am Bannweg in Bornheim zur Zielscheibe wird. „Das haben wir in den vergangenen zwei Jahren wiederholt beobachtet.“ Meistens seien Buntmetalldiebstähle die Ursache für Schäden an Bahnanlagen. „Organisierte Banden stehlen immer wieder Metallteile von Bahnanlagen und haben es vor allem auf Materialien wie Kupfer, Aluminium und Bronze abgesehen.“

Die Deutsche Bahn weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Personen im Gleis in akuter Lebensgefahr befinden. Außerdem bittet sie Anwohner darum, verdächtige Beobachtungen der Polizei zu melden.