80. Großkirmes in Roisdorf: Leiser Auftakt, laute Fortsetzung

80. Großkirmes in Roisdorf : Leiser Auftakt, laute Fortsetzung

Besonders laut sprechen musste Frank Krüger, stellvertretender Bürgermeister Bornheims, am Freitagabend nicht, als er gekonnt den Zapfhahn in ein Zehn-Liter Bierfass trieb und damit die 80. Roisdorfer Großkirmes für eröffnet erklärte. Und auch als Krüger den ausrichtenden Vereinen, dem TuS Roisdorf, der KG Vorgebirgssterne und den Heimatfreunden für die Organisation des fünftägigen Festes dankte, musste er sich stimmlich weder gegen laute Musik noch gegen johlende Kirmesbesucher durchsetzen.

Buden und Karussells waren noch mit Planen verhüllt - und statt sich Rennen zu liefern, parkten die Wagen des Autoscooters in Reih und Glied. "Die ausrichtenden Vereine wollten beim traditionellen Start der Kirmes am Freitag bleiben", erklärte Ortsvorsteher Harald Stadler. "Doch wie man sieht, haben die Schausteller entschieden, ihre Buden und Fahrgeschäfte erst am Samstag zu öffnen."

Die Kirmes in Roisdorf hat eine lange Tradition. Bis 1932 feierte man den Jahrmarkt gemeinsam mit Alfter, zu dessen Pfarrei Roisdorf bis 1891 gehörte. Im Jahr 1933 entschloss man sich, eine eigene Kirmes auszurichten.

"Nach den Glanzzeiten in den 50er Jahren gingen die Besucherzahlen in den 70er Jahren deutlich zurück", berichtet Ernst Gierlich, Vorsitzender der Roisdorfer Heimatfreunde. "Seit den 90er Jahren sind die Besucherzahlen wieder recht stabil." Auch in diesem Jahr bildete der Köttzug des Junggesellenvereins "Echte Fründe" den Auftakt der Festtage.

Im Dorf wurde für soziale Zwecke gesammelt. Ab Samstag drehten sich die Karussells und die Besucher konnten sich beim Autoscooterfahren oder an der Schießbude vergnügen. Am Abend sorgte Livemusik für Stimmung.

Nur einer wird wieder mal wenig Spaß am bunten Treiben haben: In der Gaststätte Hamacher wartet der Paias auf seine Gerichtsverhandlung am Dienstagabend, die samt Urteilsverkündung und Vollstreckung auf dem Kirmesplatz stattfinden wird.

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