Sanierung wegen Fahrbahnschäden: L182 ab 2. September komplett gesperrt

Sanierung wegen Fahrbahnschäden : L182 ab 2. September komplett gesperrt

Mindestens ein halbes Jahr lang wird die Landstraße zwischen dem Swisttaler Dützhof und Bornheim-Brenig gesperrt. Autofahrer müssen lange Umwege in Kauf nehmen.

Die Fahrbahn ist an vielen Stellen lädiert und voller Dellen und Spurrillen. Es kommt häufig vor, dass Lastwagen sich an diesen Löchern aufschaukeln und ins Wanken geraten. Deshalb steht seit mindestens 20 Jahren die Forderung im Raum, die L82 zu sanieren.

Dies ist auf dem Stück zwischen Heimerzheim und dem Dützhof bereits geschehen. Jetzt ist der Teil vom Dützhof bis nach Brenig an der Reihe. Dafür sperrt die Regionalniederlassung Euskirchen vom Landesbetrieb Straßen NRW die Straße ab Montag, 2. September, komplett. Damit fällt eine wichtige Verbindung aus dem Raum Euskirchen/Swisttal in Richtung Bornheim/Wesseling/Bonn für mindestens eine halbes Jahr weg. Im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten beendet sein.

Der Verkehr wird von Euskirchen kommend großräumig ab der A61 Anschlussstelle Heimerzheim über die A61 bis zum Autobahnkreuz Bliesheim, von dort weiter auf der A553 bis zur Anschlussstelle Brühl und weiter auf der L183 Richtung Bornheim umgeleitet. Der Verkehr aus dem Raum Brühl/Bornheim wird in umgekehrter Richtung geleitet.

Rösberger fürchten Abkürzung durch ihren Ort

In Rösberg befürchtet man allerdings, dass ortskundige Autofahrer die Abkürzung durch ihren Ort nehmen. Dies könnte besonders morgens zu gefährlichen Situationen führen, wenn Kinder zur an der Ortsdurchfahrt liegenden Grundschule wollen und dann die viel stärker befahrene Straße überqueren müssen.

Deshalb appelliert Ortsvorsteher Peter Tourné an die Autofahrer, die großräumige Umleitung über Brühl zu nutzen. Er sagt: „Wenn die L182 zugemacht wird, wird es bei uns in Rösberg ganz schlimm.“ Tourné spricht aus Erfahrung: Als vor einigen Jahren das erste Stück der L182 saniert wurde, wurde der Pkw-Verkehr über Rösberg umgeleitet. Es quälte sich jeden Tag eine Blechlawine durch die schmale Ortsdurchfahrt.

Für die Anwohner von Brenig und Bisdorf ist der Weg bis zur Baustelle frei. Anlieger des Römerhofes werden auch von Euskirchen kommend über die L182 geleitet. Die Buslinie wird zunächst weiter über die Hauptstrecke geführt. Später werden die Busse über die Rheinbacher Straße und den Heerweg über Waldorf umgeleitet. Auf dieser Strecke, einem Wirtschaftsweg, müssen zuerst noch Ausweichstellen hergestellt werden. Geplant sind auf der 4,8 Kilometer langen Strecke vier Bauabschnitte, damit die Anlieger möglichst lange ihre Grundstücke anfahren können.

Der erste Abschnitt reicht vom Dützhof bis zum Lückenhof (Abfahrt zum Golfplatz Römerhof), der zweite vom Lückenhof bis zum Hof Apfelbacher am oberen Ortsrand von Brenig, der dritte bis zur scharfen Rechtskurve im Rankenberg, der vierte bis zur Kreuzung Hellenkreuz. Während in den Bauabschnitten eins und zwei der komplette Unterbau (mindestens 70 Zentimeter tief) mitsamt Schotter und Kies erneuert wird, soll in den Abschnitten drei und vier lediglich eine neue Fahrbahndecke aufgetragen werden.

NRW investiert 3,5 Millionen Euro

Der Einmündungsbereich der Rheinbacher Straße in die L182 am Dützhof wird ausgebaut und mit einer Verkehrsinsel versehen. In der Fahrbahnmitte werden Sperrflächen aufgemalt. Aus Richtung Heimerzheim wird eine Linksabbiegerspur eingerichtet. Dort kreuzen landwirtschaftliche Fahrzeuge, Radfahrer, Reiter und Wanderer die stark frequentierte Landstraße, was zuweilen zu gefährlichen Situationen führt. Die nach Waldorf führende schmale Rheinbacher Straße wird so ausgebaut, dass sich dort auch Busse begegnen können.

Die Bauarbeiten dauern nach Auskunft von Straßen NRW voraussichtlich bis ins Frühjahr 2020. Das Land investiert rund 3,5 Millionen Euro in den Erhalt der L182. Ein Radweg ist nicht eingeplant. Dazu hätte es langwieriger Grundstücksverhandlungen bedurft, was den Ausbau der Straße vermutlich noch weiter verzögert hätte, hieß es dazu bei Straßen NRW. Dennoch fordern zahlreiche Politiker und Bürger aus Swisttal und Bornheim den Bau eines Radwegs entlang der Strecke. Dafür ist ein eigenes Planfeststellungsverfahren notwendig. Daran müssen Grundstückseigentümer und Behörden beteiligt werden. Brenigs Ortsvorsteher Wilfried Hanft setzt sich für baldige Verhandlungen mit den Eigentümern ein.

Hinsichtlich der Planung eines Radwegs an der L182 soll es nach den Sommerferien auch Gespräche zwischen der Gemeinde Swisttal und der Stadt Bornheim geben. Laut des Bornheimer Beigeordneten Manfred Schier gehe es zunächst darum, einen Vorentwurf zu erstellen. Darin soll festgelegt werden, auf welcher Seite der L182 der Radweg verlaufen soll und wie viel Fläche er benötigt. Danach sollen Gespräche mit den Grundstückseigentümern folgen. Dies werde aber nicht mehr in diesem Jahr sein. In jedem Fall werde man den Landesbetrieb bei der Planung des Radwegs tatkräftig unterstützen.