Gespräch am Wochenende mit Theo Schwarz: Krempel aus dem Keller

Gespräch am Wochenende mit Theo Schwarz : Krempel aus dem Keller

Trödelmärkte sind seit eh und je beliebt. In den vergangenen Jahren verwandeln sich immer mehr Dörfer für einen Tag in einen einzigen großen Trödelmarkt. Dersdorf ist am Sonntag zum zweiten Mal dabei. Den Dorftrödel organisiert hat Theo Schwarz.

<

p class="text">

Was stellen Sie am Sonntag an den Straßenrand?

Theo Schwarz: Ich werde selbst nichts ausstellen, denn ich muss mich vorwiegend um die Organisation kümmern. Ich werde am Infostand an der Kirche sein und mit Ausstellern und Besuchern sprechen. Ich habe aber noch eine Lampe aus den 70er Jahren, die würde ich für fünf Euro abgeben.

Wie kamen Sie auf die Idee, in Dersdorf einen Trödelmarkt zu veranstalten?

Schwarz: Ortsvorsteher Ewald Keils hat den Vorschlag spontan bei der Jahreshauptversammlung des Ortsausschusses Anfang 2016 gemacht. Die Mitglieder waren begeistert und haben gesagt: Das versuchen wir mal. Im Vergleich zu anderen Festen im Ort bedeutet ein Dorftrödelmarkt relativ wenig Aufwand. Jeder holt das aus dem Keller oder vom Speicher, was er abgeben möchte und stellt es vor seine Einfahrt oder in die Garage.

Wem kommt der Erlös zugute?

Schwarz: Den Erlös aus dem Verkauf kann natürlich jeder Aussteller für sich behalten. Wir nehmen von jedem Teilnehmer zehn Euro Gebühr. Bei 42 Teilnehmern in diesem Jahr sind das 420 Euro. Dieses Geld verwenden wir für die Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche im Sommer. Da wird jeden Tag Programm gemacht, etwa Tagesfahrten. Mit der anderen Hälfte finanzieren wir den Seniorenausflug im September.

Wie war die Resonanz im ersten Jahr?

Schwarz: Im vergangenen Jahr haben wir den Trödelmarkt bereits Mitte März veranstaltet. Das war wohl zu früh. Es war zwar sonnig, aber noch sehr kalt, sodass sich kaum jemand draußen in die Cafeteria gesetzt hat. Wir hatten etwa 30 Aussteller.

Woher kamen die Besucher?

Schwarz: Nicht nur aus dem Ort oder den Nachbardörfern. Es waren auch Besucher aus Bonn und Brühl da. Es gibt ja regelrechte Trödel-Fans, die kommen schon sehr früh, um sich die besten Schnäppchen zu sichern. Im vergangenen Jahr waren Besucher schon vor 9 Uhr da, da hatten die Stände noch gar nicht geöffnet. Der frühe Vogel fängt halt den Wurm.

Waren die Verkäufer im vergangenen Jahr zufrieden?

Schwarz: Ja. Einer hat 700 Euro eingenommen. Es ist ja auch schön, sich vom Krempel im Keller zu trennen und dafür noch Geld zu bekommen.

Welche Schnäppchen kann man am Sonntag machen?

Schwarz: Bücher, Spiele, Fahrräder, Werkzeug, Lampen, Möbel, Geschirr, Bilder, alte landwirtschaftliche Geräte.

Zu welchen Preisen?

Schwarz: Von einem Euro bis etwa 30 Euro. Nur Privatleute dürfen verkaufen, ein gewerblicher Verkauf ist nicht gestattet.

Wie erklären Sie sich die Beliebtheit der Dorftrödelmärkte?

Schwarz: Für die Aussteller fallen die Fahrten zu auswärtigen Flohmärkten weg. Man muss nicht verladen. Für die Besucher ist es sicher die große Auswahl. Angenehmer Nebeneffekt: Der Zusammenhalt im Dorf wächst wieder, denn die Beteiligung an sonstigen Festen lässt nach.

Haben Sie auch schon mal ein besonderes Schnäppchen gemacht?

Schwarz: Ich bin nicht so der große Schnäppchenjäger. Ich habe aber mal auf einem Flohmarkt günstig einen Fahrradständer fürs Auto erworben.

Wie lange dauerte die Vorbereitung?

Schwarz: Wir haben Anfang März mit der Vorarbeit begonnen, haben 25 Plakate aufgehängt und Flyer verteilt. Ein Großteil der Organisation hat Irmgard Habeth übernommen.

Gibt es ein Rahmenprogramm mit Speisen und Getränken?

Schwarz: An der Kirche haben wir eine Cafeteria mit selbst gebackenem Kuchen, Waffeln und belegten Brötchen aufgebaut. Dort gibt es auch Ortspläne, in denen die einzelnen Aussteller verzeichnet sind.

Was machen Sie, wenn's regnet?

Schwarz: Dann ziehen wir ins katholische Pfarrheim um oder bauen ein Zelt auf.

Mehr von GA BONN