8870 Kilometer für Freundschaftsspiel: Koreanische Fußballer reisen nach Bornheim-Hersel

8870 Kilometer für Freundschaftsspiel : Koreanische Fußballer reisen nach Bornheim-Hersel

Die Kicker des Jung-Ang FC aus der südkoreanischen Stadt Suncheon haben sich mit dem TuS Germania Hersel gemessen. Die beiden Vereine streben eine langfristige Partnerschaft an.

Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten. Diese alte Fußballweisheit gilt auch für die Kicker des JungAng FC, der als eines von 30 Fußballteams in der südkoreanischen Stadt Suncheon um Tore kämpft. Begeistert verfolgen die Spieler in der 270.000-Einwohner-Stadt, die 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul liegt, den europäischen Ligafußball. Namen wie Messi, Ronaldo und Modric gehen ihnen leicht über die Lippen. Welche Tricks und taktischen Finessen die Kicker im rund 8870 Kilometer Luftlinie entfernten Hersel draufhaben, konnte die Mannschaft bei einem Spiel gegen den TuS Germania erfahren.

Einmal gegen eine deutsche Mannschaft anzutreten und sich in einem Freundschaftsspiel zu messen, war ein Traum des Teams um den Vorsitzenden Changseung Yang. Einige Monate Vorbereitungszeit waren nötig, bis das Spiel auf dem Herseler Kunstrasen angepfiffen werden konnte. „Es ist toll, dass alles geklappt hat, und wir freuen uns, mit unseren neuen Freunden aus Südkorea einige schöne Tage verbringen zu können“, sagte der Geschäftsführer des TuS Hersel, Frank Prill.

Nach dem Spiel, das auf Seiten Hersels aus Spielern der ersten Mannschaft, Trainern und Vorstandsvertretern zusammengemixt war, konnte Prill durchaus Besonderheiten im Spiel der Koreaner feststellen: „Das Spiel ist disziplinierter. Jeder hat seine feste Aufgabe auf dem Spielfeld, an die er sich genau hält.“

Kontakt über Deutschlehrerin in Seoul

Entstanden ist der Kontakt zu den Südkoreanern durch Björn Tenten, der in der 1. Mannschaft des TuS Hersel spielt. Er lernte bei einem Aufenthalt mit seiner Familie in Südkorea Catharina Heo kennen, die in Deutschland studierte und in Seoul als Deutschlehrerin arbeitet. Sie übernahm bei dem Besuch auch die Rolle der Dolmetscherin. Insgesamt waren die 16 Männer und zwei Frauen fünf Tage zu Gast im Rheinland. Mit einem extra für das Freundschaftsspiel angefertigten Banner, einem Wimpel und eigens angeschafften Trikots zeigten sich die Gäste bestens vorbereitet.

Von ihrer Unterkunft in Euskirchen starteten die Fußballer jeden Tag ein abwechslungsreiches Programm, das der Vorstand des TuS organisiert hatte. Am ersten Tag war nach dem Freundschaftsspiel, das die Herseler mit 8 : 1 gewannen, ein Grillen auf dem Sportplatz angesetzt. Dabei probierten die Südkoreaner nicht nur Fleisch, Würstchen und Kartoffelsalat, sondern auch das ein oder andere Kölsch. Im Gegenzug testeten die Herseler Reiswein und koreanische Snacks. Natürlich durfte auch der Besuch eines Bundesliga-Spiels nicht fehlen: Fortuna Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen. Neben vielen weiteren Programmpunkten machten den weitgereisten Fußballern die Abstecher nach Bonn, zum Kölner Dom und ein Essen im Brauhaus besonders viel Spaß, bevor sie wieder in den Flieger Richtung Südkorea stiegen.

Bedauerlich fand Frank Prill die Tatsache, dass trotz mehrfacher Nachfrage offenbar kein Vertreter der Stadt Zeit fand, die Gäste aus Südkorea in Bornheim zu begrüßen. Nichtsdestotrotz wollen der TuS Germania Hersel und der Jung-Ang FC die neu geschaffene Verbindung halten.

Im nächsten Jahr ist bereits ein Gegenbesuch in Suncheon geplant: „Es wäre schön, wenn aus dieser ersten Begegnung eine langfristige Partnerschaft zwischen unseren Vereinen entstehen könnte“, hofft Prill.

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