Asbest in der Roisdorfer Grundschule: „Komplettsanierung derzeit nicht realisierbar“

Asbest in der Roisdorfer Grundschule : „Komplettsanierung derzeit nicht realisierbar“

Nachdem Asbest im Wandputz in der Grundschule in Roisdorf festgestellt wurde, soll eine schützende Glasfasertapete als Übergangslösung dienen.

Asbest an Schulen – diese Nachricht lässt bei Eltern und Lehrern gleichermaßen die Alarmglocken läuten. So sorgt sich auch die Elternschaft der Roisdorfer Grundschule um ihren Nachwuchs, seit im vergangenen Jahr bei einer Schadstoffüberprüfung Asbestzementfasern im Wandputz entdeckt worden waren.

Auf Anfrage des GA teilte Bürgermeister Wolfgang Henseler seinerzeit mit, dass keine Gefahr bestehe, solange die Wand keine Beschädigungen aufweise. Zwischenzeitlich waren von der Schulleitung aber Schäden an den Wänden gemeldet worden, so dass einzelne Klassenräume zeitweilig nicht betreten werden durften. Die Schäden wurden behoben und erneut Raumluftmessungen durchgeführt.

Dabei wurden nach Auskunft des Bürgermeisters keine erhöhten Werte festgestellt. Dennoch will die Stadtverwaltung nun Konsequenzen ziehen. Um nicht jeden Riss und jedes Loch in der Wand durch eine Fachfirma beseitigen lassen zu müssen, soll nun das Aufbringen einer Glasfasertapete Abhilfe schaffen.

Damit der Schulbetrieb nicht gestört wird, soll dies in den betroffenen Räumen während der Sommerferien geschehen. Im unteren Bereich, wo Kanten von Stuhllehnen die Wand beschädigen könnten, soll zusätzlich eine Verblendung angebracht werden. „Wir nehmen die Sorgen von Eltern und Schulleitung ernst“, sagte Henseler. „Mit dem Sachverständigenbüro haben wir verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutiert und auf Zulässigkeit überprüfen lassen.“

So sei beispielsweise eine komplette Wandverkleidung rechtlich nicht möglich gewesen. Auch ein angedachter „Laborversuch“, bei dem in einem Klassenraum die Wand eigens für eine Messung beschädigt werden sollte, durfte nicht durchgeführt werden. „Es ist tatsächlich eine schwierige Rechtsmaterie“, so Henseler.

Mit der jetzigen Lösung wolle man aber den Druck aus der Situation nehmen – denn eine Komplettsanierung der Schule sei angesichts der vielen anderen Schulbaustellen – der Grundschule Waldorf, der Bornheimer Europaschule und der Sekundarschule in Merten – nicht realisierbar. „Es wäre ja nicht damit getan, den Oberputz abzutragen“, argumentierte Henseler. „Wenn man schon dabei wäre, würde man dann auch daran gehen, die Verkabelung und die IT-Vernetzung zu erneuern, so dass man nicht in zehn Jahren wieder von vorne anfangen müsste.“ Die Glasfasertapete solle eine Übergangslösung sein. „Angesichts dessen, dass die Messungen keine erhöhten Werte ergeben haben, tun wir mehr, als wir müssten“, so Henseler.

Dennoch stehe die Sanierung der Schule auf dem Plan. „Die Grundschule Hersel ist fertiggestellt, in Waldorf wurde mit der Sanierung begonnen, und als Nächstes wären dann die Grundschule Walberberg und Roisdorf dran“, führt der Bürgermeister aus. Die Kosten für die Übergangslösung Glasfasertapete schätzt Henseler auf einen „niedrigen fünfstelligen Bereich“.

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