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Knotenpunkt Hersel: Stadt sucht Ideen gegen Stau in Bornheim

Verkehr in Bornheim : Stadt sucht Idee gegen Stau am Knotenpunkt Hersel

Ein Knotenpunkt in Hersel führt täglich zu langen Staus. Fachplaner haben am Mittwoch neue Konzepte gegen die Staus vorgestellt.

Diese Kreuzung in Hersel ist ein Dauerbrenner. Stichwort Knotenpunkt Elbestraße/Roisdorfer Straße/Moselstraße: Seit Jahren wird das Verkehrsaufkommen am „Dreieck“ der L300 (Elbestraße) und L118 (Roisdorfer Straße) immer wieder in den Bornheimer Gremien thematisiert. Für lange Staus sorgen tagtäglich die Schranken an der Gleisanlage der Straßenbahnlinie 16.

Während bisher verschiedene Ausbauvarianten beider Straßen diskutiert wurden, stand am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss eine ebenerdige Querung der L118 mit der Linie 16 auf der Tagesordnung. In einer Machbarkeitsstudie – in Auftrag Ende 2018 gegeben – wurden zunächst unterschiedliche Varianten als Grundlage für künftige Planungen des Landesbetriebs Straßenbau NRW erarbeitet – mit Beseitigung des Bahnübergangs.

Allerdings sei der Stadt Bornheim, so die Verwaltung, schon signalisiert worden, dass eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Knotens L118/L300/Moselstraße mit einem aufwändigen Ausbau nicht zur Debatte stehe.

Und so hat das Ingenieurbüro Boos und Kröll zusätzliche kommunale Alternativen ausgearbeitet, die in der Sitzung am Mittwoch den Parteien vorgestellt wurden. Auch ohne „Verkehrsuntersuchung zum Knotenpunkt“ erläuterte Rüdiger Boos erste Überlegungen, ohne Details, die als Diskussionsgrundlage in den Fraktionen und mit dem Land NRW als Träger der beiden Landesstraßen dienen sollen.

Alle Varianten führen durch das geplante Gewerbegebiet

Alle Varianten führen grundsätzlich durch das geplante Gewerbegebiet zwischen der Straße Siemenacker und der Autobahn 555 und liegt damit südöstlich der Roisdorfer Straße und nordwestlich der Allerstraße, wobei dem Mittelweg eine zentrale Rolle zukommt.

Des weiteren gehen die Denkanstöße über eine zusätzliche Entlastungs- oder Verbindungssstraße zwischen der L300 und L118 mit unterschiedlicher – je nach Variation – Anbindung an die L300 (Kleiststraße, Verlängerung der Allerstraße oder Ostrand von Hersel). Zwei Varianten führen über den Mittelweg und enden südlich in der Nähe zur Bonner Stadtgrenze und könnten somit auch zur Erschließung für die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Gewerbeflächen genutzt werden.

Die dritte Variante geht ebenfalls vom Mittelweg aus und verläuft innerhalb der Trasse Allerstraße, um dann in deren Verlängerung die Gleise niveaufrei zu kreuzen und dann an die Elbestraße angebunden zu werden. Um einiges teurer würde die Maßnahme mit einem Brückenbauwerk beziehungsweise einer Unterführung für die Querung der Gleise sein. Für die Unterführung an der L118 stellte Boos zwei Möglichkeiten vor, mal als separates Bauwerk für Radfahrer und Fußgänger, mal als straßenbegleitender Rad-/Gehweg. Für die Fußgängerbrücke denkbar sind eine Treppenanlage und Aufzüge im Bahnsteigbereich als Verbindung zwischen dem geplanten Park&Ride-Platz, den Bahnsteigen und den Bushaltestellen in der Simon-Arzt-Straße.

Kosten zwischen 9,6 und 15,1 Millionen Euro

Für jede Alternative wird Bornheim tief in die Tasche greifen müssen. So bezifferte Boos „grob gerechnet“ die Kosten – je Ausführung - zwischen 9,6 und 15,1 Millionen Euro „Die Stadt Bornheim hat es in der Hand, diese technischen Optionen zu realisieren. Es wäre aber nicht seriös, jetzt schon einen Zeitplan zu nennen“, machte der Erste Beigeordnete Manfred Schier noch einmal deutlich. Dabei hob er hervor, dass es bei allen Maßnahmen das Ziel sein werde, das Grüne C nicht zu beeinträchtigen.

Klare Worte fand auch der SPD-Politiker Frank W. Krüger. „Wir müssen groß denken. Der Verkehr fließt zu einem großen Teil in den Bonner Norden. Ich denke, es gilt die Variante, die bis Buschdorf reicht“. Der eine oder andere Kommunalpolitiker nahm vorgesehene Rad- und Fußwege als ausgesprochen positiv auf wie zum Beispiel Rüdiger Prinz (CDU): „Der Mittelweg wird durch eine Fuß- und Radweg geradezu aufgewertet“.

Sorge bereitet den Mandatsträgern die veraltete Technik der Bahnübergangssteuerungsanlage. „Wäre es nicht fahrlässig, wenn sie plötzlich ausfällt?“ fragte denn auch Wilfried Hanft (SPD). „Da sehe ich dringenden Handlungsbedarf. Deshalb sollten wir umgehend in die Umgestaltung der Büstra-Anlage einsteigen“, merkte Schier an.