Kitas in Bornheim: Drei neue Einrichtungen geplant

Fehlende Betreuungsplätze : Pläne für drei neue Kitas in Bornheim vorgestellt

Mehr als 20 neue Gruppen sind nötig, um den Bedarf an Betreuungsplätzen in Bornheim zu decken. Nun sollen drei neue Kitas entstehen. Doch die Zeit eilt.

Bornheims jüngste Einwohner bereiten Verwaltung und Politik derzeit jede Menge Kopfzerbrechen. Am Dienstag stand der Nachwuchs gewissermaßen im Mittelpunkt einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses. Nötig war die außerplanmäßige Zusammenkunft, um wichtige Beschlüsse in Sachen Kita-Ausbau auf den Weg zu bringen. Bekanntlich fehlen in Bornheim Betreuungsplätze. Konkret ging es in der Sitzung um die Neubauten der Kindertagesstätten am Roisdorfer Maarpfad, am Bornheimer Hexenweg und an der Dersdorfer Albertus-Magnus-Straße.

Christian Stenzel vom Architekturbüro I.De.Os in Köln stellte die Pläne für den Maarpfad und den Hexenweg vor. Darüber, wie die Kita in Dersdorf einmal aussehen soll, hatte der Ausschuss bereits in einer Sitzung im Juni entschieden. Aufgrund der Planungen hat das Architekturbüro für alle drei Kitas funktionale Leistungsbeschreibungen erstellt. Nachdem der Beschluss einstimmig gefasst wurde, muss nun ein Bieter gefunden werden, der die Pläne umsetzt. Die Vergabe könnte in der Dezember-Sitzung erfolgen.

Aus Zeit- und Kostengründen werden die neuen Kitas in Modulbauweise errichtet. Wann die ersten Pänz dort spielen können, hängt von vielen Faktoren ab. Stenzel wagte dennoch eine Prognose: "Im besten Fall Ende 2020, wenn es schlecht läuft im Frühjahr 2021", schätzte er. Bei einem normalen Ablauf sei dieser Zeitraum realistisch.

Ganz und gar nicht einverstanden zeigte sich Markus Hochgartz (Grüne) mit der energetischen Gebäudeplanung. Die Verwaltung hatte einen Passiv-Haus-Standard mit dem Argument verworfen, dass ein dafür notwendiges Nutzerverhalten in einer Kita nicht gewährleistet werden könne. Stattdessen sollen die Gebäude 15 Prozent unter der geltenden Energiesparverordnung errichtet werden.

Dies ließ Hochgartz mit Blick auf das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) nicht gelten und beantragte, die Planung entsprechend anzupassen. Weil dies die Umsetzung laut Verwaltung jedoch erheblich verzögert hätte, zog er den Antrag zurück - zähneknirschend angesichts der in der vergangenen Woche in Sachen Klimaschutz gefassten Beschlüsse(der GA berichtet). "Hier hätte ein erster Schritt gemacht werden können", so Hochgartz.

Was ist geplant?: In Dersdorf soll eine dreigruppige Kita entstehen. Zwei Gruppen werden im Erdgeschoss, eine im Obergeschoss untergebracht. Für den Neubau muss der eingruppige Kindergarten Grashüpfer weichen. Die Kosten sind mit 2,44 Millionen Euro angegeben. Die Kita am Roisdorfer Maarpfad ist ebenfalls zweigeschossig geplant und soll Platz für vier Gruppen bieten. Das Gebäude soll eine Nutzfläche von 702 Quadratmetern haben, der Außenbereich fällt mit 1037 Quadratmetern großzügig aus und soll nach Möglichkeit naturnah gestaltet werden. Die Kosten liegen bei 3,9 Millionen Euro. Die mit sechs Gruppen größte Kita wird am Bornheimer Hexenweg gebaut. Etwa 120 Kinder werden in Zukunft dort spielen und lernen. Die sechs Gruppen verteilen sich gleichmäßig auf Erd- und Obergeschoss, die Außenfläche misst 1663 Quadratmeter. Kostenpunkt: 5,15 Millionen Euro.

Wann geht der Waldkindergarten in Merten an den Start?: Einstimmig beschloss der Jugendhilfeausschusses in seiner Sondersitzung, den Verein Waldlinge Bornheim als Träger der freien Jugendhilfe anzuerkennen. Bekanntlich soll in Merten ein Waldkindergarten entstehen. Zusammenkommen wollen die Waldlinge auf einem vom SSV Merten gepachteten Grundstück am Rüttersweg. Betreut werden soll dort eine Gruppe von etwa 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren.

Wie Sozialdezernentin Alice von Bülow mitteilte, hapert es derzeit offenbar an den Finanzen. In der nächsten Sitzung soll deshalb der Vorschlag gemacht werden, den Verein bei den Erschließungskosten zu unterstützen, kündigte sie an. Sollte dies gelingen, wäre laut Thomas Harzheim von der Abteilung Tageseinrichtungen für Kinder ein Start des Waldkindergartens zum Ende des Jahres realistisch.

Kita-Dependance in Hemmerich: Noch in diesem Kindergartenjahr könnte eine provisorische Kita an der Hemmericher Jennerstraße in Betrieb genommen werden. Wie von Bülow mitteilte, werden bald kleinere Baumaßnahmen an der ehemaligen Containeranlage für Flüchtlinge durchgeführt. Das Personal, das zukünftig in der als Dependance der Kita Burgwiese geplanten Einrichtung arbeiten wird, ist bereits in anderen Einrichtungen eingesetzt und wechselt nach Fertigstellung in die provisorische Kita.

U3-Quote: Mit einem gemeinsamen Antrag wollten CDU, FDP und UWG erreichen, dass im Rahmen der Kindergartenbedarfsplanung eine Betreuungsquote von 50 Prozent für Kinder unter drei Jahren angestrebt wird. Die Verwaltung riet jedoch dringend davon ab, jetzt eine U3-Quote in dieser Höhe pauschal zu beschließen. "Der Bürgermeister müsste bei einem solchen Beschluss prüfen, ob ein Verstoß gegen geltendes Recht vorliegt und der Beschluss deshalb zu beanstanden wäre", hieß es in der Begründung. Neue strategische Ziele sollen nun mit einer neu aufzulegenden Kindergartenbedarfsplanung vorgestellt und vereinbart werden.