Geschichtsprojekt: Kinder lernen in Roisdorf das Leben der alten Römer kennen

Geschichtsprojekt : Kinder lernen in Roisdorf das Leben der alten Römer kennen

Kleidung, Spiele, Speere: Die Ferienfreizeit auf der Jugendfarm in Roisdorf regt die Fantasie an. 20 Kinder tauchen fünf Tage lang in das Reich der Römer ein.

Yussuf trägt eine Toga und einen Lorbeerkranz, Céline hat ihr Haar „à la Romana“ frisiert. Fünf Tage lang tauchten 20 Kinder in der Roisdorfer Siegesstraße ins Reich der Römer ein. Sie schnitzten Speere und Dolche, stellten Schmuck aus Ton und Perlen her, fertigten kleine Schreibtäfelchen und spielten „Rundmühle“ wie die Kinder in der Antike.

Seit 2011 bieten die Tagesgruppe IV der Jugendfarm Bonn und das Stadtteilbüro (Katholische Jugendagentur Bonn) in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit ein gemeinsames Ferienprojekt auf dem Gelände in Roisdorf an. „Für die Kinder aus der Tagesgruppe ist es immer wieder schön, mit Kindern aus der Stadtteilgruppe in Kontakt zu kommen“, erklärte denn auch Martin Schüttenhelm als Leiter der Tagesgruppe die Zielsetzung des Kooperationsprojekts. Die Ergebnisse der einwöchigen Ferienfreizeit präsentierten die jungen Teilnehmer am Freitag in einer kleinen Ausstellung ihren Eltern.

Ein Film gab den jungen Teilnehmern zwischen sechs und zwölf Jahren erste Einblicke in das Leben und Denken der Römer. „Die Kinder waren erstaunt, dass reiche Sklaven wiederum Sklaven hielten“, berichtete Christina Elsner, pädagogische Leiterin des Stadtteilbüros im „Bunten Viertel“ in Bornheim. Und das ist ja tatsächlich überraschend aus heutiger Sicht.

Besonders das Schnitzen von Schwertern und Degen stieß sowohl bei Jungen als auch Mädchen auf große Resonanz. Trotz kleinerer Blessuren zeigten die jungen Handwerker eine Fertigkeit in der Gestaltung, die sich sehen lassen konnte.

Selbstgefertigtes Aquädukt im Garten

Stolz auf sein Holzschwert war denn auch Denis. Der Achtjährige hatte zunächst die Klinge flach geklopft, die Spitze abgesägt, dann den Griff schwarz gemalt und 35 kleine Löcher hineingesägt, damit „das Schwert beim Tragen leichter ist“. Ihm gefällt die Ferienfreizeit, an der er in diesem Jahr zum dritten Mal teilgenommen hat, da „ich hier Sachen selbst machen und dann auch mit nach Hause nehmen kann“.

Ganz hoch hinaus wollte Yussuf, der die Gäste schon an der Tür gleich mit einem „Ave“ empfing. Mit einem Bettlaken bekleidet, gab sich der Zehnjährige als Julius Cäsar, Imperator des römischen Reiches, zu erkennen.

Auf Erstaunen und Begeisterung stieß das selbstgefertigte Aquädukt im Garten. Durch bunte, aneinander befestigte Plastikröhren floss das Wasser in einen aufgestellten Steinbehälter.

Eine römische Wasserleitung zu konstruieren war die Idee von Schulsozialarbeiter David Groß, der sich die Informationen im Vorfeld aus dem Internet zusammengesucht hat. Auch Céline gefiel das Konstrukt, aber besser fand sie das Schnitzen. Und natürlich die römische Haarmode. „Die Römerinnen trugen die Haare so geflochten“, lachte die Achtjährige. Im nächsten Jahr will sie auf jeden Fall wieder mitmachen.