Friedhöfe in Bornheim: Kapellen in Roisdorf und Widdig werden saniert

Friedhöfe in Bornheim : Kapellen in Roisdorf und Widdig werden saniert

Der Stadtbetrieb Bornheim hat die Friedhöfe in den Orten unter die Lupe genommen. Fazit: Manche machen einen traurigen Eindruck, wie die Kapellen in Roisdorf und Widdig.

Sanierungsbedürftige Fassaden, kaputte Dächer, feuchte Wände – bei der Begutachtung der Friedhofskapellen in Roisdorf und Widdig sind reichlich Mängel zutage getreten. Aus diesem Grund will der Stadtbetrieb Bornheim (SBB) nun Geld in die Hand nehmen und die Schäden beheben lassen. Wie der SBB jetzt im Verwaltungsrat darlegte, wurden für Roisdorf Maßnahmen mit Kosten in Höhe von 93 831 Euro ermittelt. Die Friedhofshalle, in der sich auch Kühlzelle, Aufenthalts- und Lagerräume befinden seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt werden, soll abgerissen werden.

Für die Sanierung der Kapelle muss das Amt für Denkmalschutz hinzugezogen werden. In Widdig wird die Instandsetzung der Friedhofskapelle voraussichtlich mit 68 960 Euro zu Buche schlagen. Beide Projekte sollen in den Wirtschaftsplan 2020 eingebracht werden. Neben Roisdorf und Widdig hatte der Stadtbetrieb auch in anderen Ortschaften Kapellen unter die Lupe genommen und dort kleinere Sanierungsmaßnahmen erledigen lassen – darunter der Austausch der Beleuchtung in den Hallen auf dem neuen Mertener Friedhof sowie in Sechtem. In letztgenannter wurde laut SBB zudem die Toilette saniert, ebenso in Hersel.

„Bis auf die in Roisdorf und Widdig befinden sich die Hallen baulich in einem guten Zustand und können, nach heutigem Stand, über regelmäßige Sanierungsmaßnahmen erhalten werden“, heißt es in der Sitzungsunterlage für den Verwaltungsrat weiter. Harald Stadler (SPD) regte für Roisdorf an, eine Toilette für die Friedhofsbesucher zu erhalten. Außerdem soll an der Kapelle eine Tafel zum Gedenken an Wilhelm Custor, Gründer der Roisdorfer Mineralquellen, angebracht werden, der seinerzeit Geld für deren Errichtung stiftete. Abgestimmt werden müsste dieser Plan mit dem Denkmalschutz, so SBB-Vorstand Ulrich Rehbann.

Bürgermeister Wolfgang Henseler schlug vor, dass die Tafel von den Roisdorfer Heimatfreunden gespendet werden könnte. Für den Berichtsteil „Friedhof“ war in der Sitzung des Verwaltungsrates nur die zustimmende Kenntnisnahme vorgesehen. Lediglich Jürgen Weiler (Grüne) verweigerte diese, weil er das Wort „zustimmend“ nicht in allen Punkten unterschreiben konnte. Neben der Sanierung der Friedhofskapellen teilte der Stadtbetrieb den Stand der Dinge in Sachen Friedhofswege, der Errichtung eines naturnahen Grabfeldes auf dem Bornheimer Friedhof und der allgemeinen Grünpflege mit. Wie Rehbann berichtete, seien die dazu notwendigen Erdarbeiten mittlerweile abgeschlossen und eine Einsaat bereits erfolgt. Dieses sei jedoch nicht endgültig und diene nur dazu, dass die Fläche nicht verwildere. Anfang 2020 solle eine Wildblumenwiese angepflanzt werden.

Berichtet wurde außerdem über den Einsatz des neuen Heißwassergerätes gegen Unkraut auf den Friedhofswegen. Zwei Mitarbeiter arbeiten ausschließlich an den Wegeflächen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ziel seien drei Pflegegänge pro Friedhof im Jahr. „Das ist bei 14 Friedhöfen im Stadtgebiet schon eine Herausforderung“, so Rehbann. 2019 seien bereits alle Bornheimer Friedhöfe einmal behandelt worden. Dem Vorschlag Wilfried Hanfts, mehr Wege auf den Friedhöfen zu asphaltieren, konnte Rehbann nichts abgewinnen. „Neben der Kostenfrage ist das für mich ein Widerspruch zu unseren sonstigen Bemühungen um eine naturnahe Gestaltung.“ Natürlich ging es ihm um Hauptwege, räumte Hanft ein. Die Asphaltierung von Hauptwegen ist allerdings bereits im Gange. In Hersel und Sechtem sind die Arbeiten bereits abgeschossen.

Mit wucherndem Grün haben indes nicht nur die Friedhöfe zu kämpfen. Von Beschwerden über Pflanzenwuchs, der in den Orten Wege schmälert oder die Sicht verhindert, wussten gleich mehrere Mitglieder des Verwaltungsrates zu berichten. Mit Blick auf die personelle und finanzielle Situation erledige man, was man könne, erklärte Rehbann. Vereinzelt setze der SBB bereits auf Fremdvergabe von Leistungen, beispielsweise bei der Unterhaltung des Straßenbegleitgrüns und der Pflege von Großrasenflächen, damit sich die beiden Pflegekolonnen in den Sommerferien planmäßig um die Anlagen der Schulen kümmern können.