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„LebEKa on Tour“: Junge Menschen in Bornheim bringen in der Corona-Krise Lebensmittel

„LebEKa on Tour“ : Junge Menschen in Bornheim bringen in der Corona-Krise Lebensmittel

Jugendliche und junge Erwachsene helfen in Bornheim-Kardorf Bedürftigen während der Corona-Krise. Sie haben eine mobile Tafel auf die Beine gestellt und bringen Lebensmittel zu bedürftigen Bürgern.

Kartoffeln, Brezeln, Obst, Salate, Brot, Kuchen und Süßigkeiten: Sechs Jugendliche und drei Erwachsene bestückten am Freitagmorgen an der Kardorfer Pfarrkirche St. Joseph Papiertüten mit Lebensmitteln. Die wurden dann von verschiedenen Gruppen zu bedürftigen Menschen in Sechtem, Walberberg und Dersdorf gebracht. Unter dem Motto „LebEKa on Tour“ hatte sich unter der Federführung von Isabelle Lütz Freiwilligen zusammengefunden, die die wöchentliche Lebensmittelausgabe der evangelischen und katholischen Kirche in Kardorf – sie wurde wegen der Corona-Krise am Freitag vergangener Woche geschlossen – auf eine andere Art in den kommenden Wochen fortsetzen will.

Die Kardorfer Filiale der Lebensmittelausgabe der Evangelischen und Katholischen Kirchen um Teamleiter Horst Ziesemer nimmt im Vergleich zu den LebEKa-Filialen in Bornheim, Hersel und Alfter-Oedekoven eine Vorreiterrolle ein. „Wir mussten darüber nachdenken, wie wir in diesen Zeiten bedürftige Menschen weiterversorgen können. Die Gottesdienste können runtergefahren werden, aber die Caritas – die Nächstenliebe – kann und darf nicht ruhen“, sagte Lütz, die sich seit 2011 bei der LebEKa mit einem Bring-Service engagiert.

Sie verwies auf einen Appell von Rainer Maria Kardinal Woelki. Der hatte am 19. März gefordert, dass „junge Leute, die nicht zur Risikogruppe gehören, doch die Aufgabe übernehmen könnten, das Essen bei den Geschäften abzuholen, zu sortieren und den Menschen, die darauf angewiesen sind, vor die Tür zu stellen“.

Der Aufforderung des Erzbischofs folgten aber auch Erwachsene, die wegen Corona mehr Freizeit zur Verfügung haben. Die Helfer arbeiteten in fünf Gruppen. Und sie trugen Mundschutz und Handschuhe, um möglichen Infektion vorzubeugen. Jeweils ein Fahrer brachte die Lebensmittel an ihre Bestimmungsorte. Zuvor wurden die 30 Menschen in den 20 Haushalten, die sich vorher als Empfänger eine Tüte angemeldet hatten, wiederum per Anruf informiert, dass die Tüten abgestellt werden. Auf jeder standen Name, Anschrift und die Anzahl der Personen, und auch bei der Auswahl der Produkte wurde auf die Wünsche der Empfänger Rücksicht genommen.

Schon früh am Morgen hatte sich Matthias Genster, leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Vorgebirge, im Sprinter auf den Weg zu Discountern, einem Landwirt sowie Bäckereien in der Region gemacht, um Obst, Gemüse und Bachwaren abzuholen. Besonders reichhaltig gespendet wurden Kartoffeln und Obst. Vorsichtig nahm der 17-jährige Javad Hidaro Apfelsinen und Mandarinen in die Hand. „Die Aktion ist gut. Ich finde es nett, dass andere Leute Bedürftigen helfen.“ Hildegard Schubert stimmte zu. Für die Walberbergerin und ihre Söhne Friedrich (26) und Konrad (20) war es eine Selbstverständlichkeit mit anzupacken. „Es ist ein Gebot der Nächstenliebe“, erklärte die Einzelhandelsfachfrau. Für Esther Fuchs (16) ist der gesellschaftliche Kontext wichtig. „In solchen Krisenzeiten müssen wir alle zusammenhalten“.

„LebEKa on Tour“ wird jeden Freitag unterwegs sein – bis die Ausgabestelle in Kardorf wieder öffnen darf. Anmeldungen für eine Lebensmitteltüte sind im Pfarrbüro unter ☏ 0 22 27/43 66 möglich.