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Überblick über Kinderbetreuung: In Bornheim fehlen Betreuungsplätze

Überblick über Kinderbetreuung : In Bornheim fehlen Betreuungsplätze

Trotz diverser neuer Einrichtungen fehlen nach wie vor Betreuungsplätze im Bornheimer Stadtgebiet. Gegensteuern will die Verwaltung unter anderem mit dem Ausbau der Tagespflege.

Kitas, Kitas Kitas: Der Bornheimer Jugendhilfeausschuss (JHA) befasste sich am Donnerstag in seiner Sitzung im Ratssaal ausschließlich mit der Schaffung weiterer Kinderbetreuungsplätze im Stadtgebiet. Obwohl seit Beginn des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz im Jahr 2013 bereits 19 neue Betreuungsgruppen initiiert wurden und bis 2021 mindestens 22 neue Gruppen hinzu kommen sollen, werden im kommenden Kita-Jahr voraussichtlich wieder viele Eltern bei der Platzvergabe leer ausgehen.

Für das Kindergartenjahr 2019/20 wird mit insgesamt 1901 Kitaplätzen, davon 451 im U 3-Bereich, geplant. Darin eingerechnet sind zwei Kitas an der Mertener Händelstraße und der Bornheimer Secundastraße, die noch gar nicht vorhanden sind, aber zum neuen Kita-Jahr zur Verfügung stehen sollen. Ein Überblick:

Geplante Kita Merten, Händelstraße

Hier sollen provisorische Container für vier Kita-Gruppen entstehen. Im Zuge eines Interessenbekundungsverfahrens hatte die Stadt nach möglichen Trägern gesucht. Lediglich die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) meldete ihr Interesse an. Im Jugendhilfeausschuss stellte Geschäftsführer Markus Feldmann das Konzept vor. In Merten ist die Gemeinnützige Gesellschaft bereits mit einem Seniorenzentrum, einer Wohngruppe, einer Kita sowie einem Mutter-Kind-Haus vertreten. Insgesamt betreibt die GFO neben Altenhilfe-, Jugend- und Bildungseinrichtungen acht Kitas. Wie die Stadt auf GA-Nachfrage bestätigte, votierten die Ausschussmitglieder im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung einstimmig für die Übernahme der Trägerschaft durch die GFO.

Geplante Kita Bornheim, Secundastraße

Anders als in Merten hat sich innerhalb des Interessenbekundungsverfahrens für die avisierte viergruppige Kita an der Secundastraße noch kein Betreiber gefunden. Auf Antrag der Verwaltung wurde der Punkt deshalb von der Tagesordnung genommen. Bisher seien nur die Träger angeschrieben worden, die bereits einen Kindergarten in Bornheim betreiben. Nun soll geprüft werden, ob noch mögliche andere Träger der Jugendhilfe angefragt werden sollen, oder ob die Stadt Bornheim diese Aufgabe übernimmt. Dazu ist sie verpflichtet, wenn kein anderer Betreiber gefunden wird, erklärte Bornheims Sozialdezernentin und Beigeordnete, Alice von Bülow. Neben der Frage der Trägerschaft sind in dem ehemaligen Kloster, in dem bis 2016 eine Kita untergebracht war, noch baurechtliche Fragen zu klären.

Kita „Grashüpfer“ in Dersdorf

Ursprünglich sollte die derzeit noch eingruppige Kita auf zwei Gruppen erweitert werden. Ende 2018 beschloss der Jugendhilfeausschuss dann, eine dritte Gruppe anzubauen. Nun steht dieser Vorstoß wieder infrage: Denkbar ist der Abriss der alten Kita und der Neubau einer neuen, dreigruppigen Einrichtung. Das Thema wurde zwar von der Tagesordnung abgesetzt, aber von Bornheims Ersten Beigeordneten Manfred Schier erläutert. Die Nachricht, dass sich durch einen Neubau die Kosten auf geschätzte zwei Millionen Euro verdoppeln würden, stieß bei der Politik nicht auf Begeisterung.

Sowohl Petra Heller und Dersdorfs Ortsvorsteher Ewald Keils (CDU), als auch Rainer Züge (SPD) und Markus Hochgartz (Grüne) zeigten sich verwundert über den Vorschlag. Sie wandten ein, dass der Neubau, was die Kosten und den Aufwand für eine Interimslösung während der Baumaßnahmen betreffe, in keinem Verhältnis zu dem Gewinn einer einzigen Gruppe stehen könnte. In der Sitzung sollen beide Vorschläge mit Blick auf Zeit, Kosten und Aufwand gegenübergestellt werden.

Kita Hexenweg in Bornheim und Maarpfad in Roisdorf

Am Bornheimer Hexenweg sollen sechs Gruppen, am Roisdorfer Maarpfad vier Gruppen entstehen. Für beide Einrichtungen wird die Ausschreibung vorbereitet. Eine Beschlussfassung hierüber soll in der Sitzung des JHA im Juni erfolgen. Die Fertigstellung ist zum Kindergartenjahr 2020/21 angepeilt. Auf Antrag der CDU beauftragten die Kommunalpolitiker die Verwaltung, bei den Trägergesprächen zur Planung neuer Kitas allgemein die naturnahe Gestaltung des Außengeländes zu beachten. Hierfür würde sich besonders die Kita am Maarpfad aufgrund ihrer dezentralen Lage anbieten, so Petra Heller.

Kita Rösberg

Für die Kita auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes wird der Satzungsbeschluss 2020 erwartet, ein paralleler Baubeginn ist möglich.

Kita Hersel, Baugebiet Hersel 31

Vorgesehen sind sechs Gruppen im Baugebiet Hersel 31. Die beiden Gruppen, die im vergangenen Jahr in Trägerschaft der Lebenshilfe bereits provisorisch in Containern an der Allerstraße in Betrieb genommen wurden, sollen darin aufgehen. Für den Bebauungsplan wird Ende 2019 Rechtskraft angestrebt, der Baubeginn wird 2021 erwartet.

Kita Merten, Baugebiet Merten 16

Für eine Einrichtung mit fünf Gruppen im Baugebiet Merten 16 könnte Ende 2021 Baubeginn sein.

Im Gespräch für zeitnah umsetzbare Betreuungsplätze in Bornheim sind darüber hinaus ein eingruppiger Waldkindergarten im nördlichen Stadtgebiet sowie „Satellitengruppen“, die an andere Angebot „angedockt“ werden könnten. Zudem soll die Tagespflege ausgebaut werden.