Zahlen aus dem Jahr 2019: Immer mehr wilder Müll in Bornheim

Zahlen aus dem Jahr 2019 : Immer mehr wilder Müll in Bornheim

Trotz verstärkter Kontrollen des Ordnungsamts gab es in Bornheim letztes Jahr doppelt so viele Fälle von wildem Müll wie 2018 noch. Darunter ist immer öfter Abfall von Firmen.

Ein Sofa im Wald, Autoreifen im Feld oder Müllsäcke am Straßenrand: Jedes Jahr haben Kommunen mit illegal abgeladenem Abfall zu kämpfen. Wie aus einer Mitteilung der Stadt Bornheim hervorgeht, hat sich die Zahl der Fälle des sogenannten wilden Mülls in der Stadt vergangenes Jahr im Vergleich zu 2018 sogar verdoppelt.

198 Entsorgungsaufträge habe das Ordnungsamt 2019 erteilt, berichtet Stadtpressesprecher Rainer Schumann auf Anfrage. „Hinzu kommen Fälle, die Bürger unmittelbar an das Umweltamt beziehungsweise an den Stadtbetrieb gemeldet haben“, erklärt er weiter. So entstehe eine Gesamtzahl von 446 Fällen. 2018 seien es noch 98 Entsorgungsaufträge und 229 Gesamtfälle gewesen.

Die Stadt weist in Mitteilungen regelmäßig darauf hin, dass das Abladen von wildem Müll mindestens eine Ordnungswidrigkeit und unter Umständen sogar eine Straftat ist. In einem Fall hat das Ordnungsamt vergangenes Jahr ein Strafverfahren eingeleitet. Schumann: „Es richtet sich gegen einen sogenannten Schrotthändler, dem Betrug und der unerlaubte Umgang mit Abfällen vorgeworfen wird.“ Der Händler soll „enorme Mengen“ an Rest- und Sperrmüll an einem Feldweg in Bornheim abgeladen haben. Der Abfall konnte einer Bornheimer Familie zugeordnet werden. Ermittlungen des Ordnungsamts zufolge habe die Familie den Händler allerdings für die ordnungsgemäße Entsorgung bezahlt, berichtet Schumann. „Der Fall wurde zwischenzeitlich der Staatsanwaltschaft Bonn übergeben.“

Meist Haus- oder Sperrmüll

Grundsätzlich würde in Bornheim jede Art von Abfällen entsorgt, meist Haus- oder Sperrmüll. „Signifikant gestiegen sind jedoch die Ablagerungen von Baumaterialien wie Bauschutt, Fliesen, Dämmmaterial und Sanitäreinrichtungen“, sagt Schumann. Verantwortlich seien dem Pressesprecher zufolge immer öfter Firmen, „die enorme Müllmengen illegal entsorgen“.

Häufig würde der Müll an abgelegenen Orten abgelegt, wo die Verursacher meinten, sie könnten den Abfall ungestört abladen, so Schumann. Dazu zählten immer wieder der Gewerbegebiet Roisdorf, die Park & Ride-Stationen in Roisdorf und Waldorf sowie das Umspannwerk Sechtem. Auch Autobahnunterführungen, Feldwege und das Umfeld der A555 würden häufig als Müllabladestation missbraucht.

Um präventiv gegen wilden Müll zu wirken, schickt das Ordnungsamt Schumann zufolge Streifen zu den bekannten Ablagerungsorten. An markanten Stellen wie dem Rheinufer, dem Parkplatz Rietmaar und dem Berggeistweiher weisen außerdem Schilder darauf hin, dass Müllabladen verboten ist.

Nur drei Umweltsünder ermittelt

Die Stadt hat außerdem 2018 den Ordnungsaußendienst erweitert, um die Umweltsünder zu ermitteln, sagt Schumann. So waren Mitarbeiter verstärkt auch in den Abendstunden im Einsatz – mit mäßigen Erfolg: Aktuell laufen laut Presseamt drei Ordnungswidrigkeitenverfahren. Die Verursacher zu ermitteln, falle den Behörden oft schwer, weil ohne Augenzeugen häufig entscheidende Hinweise fehlten.

Werden sie erwischt, kann es für die Umweltsünder teuer werden (siehe Infokasten). Grundsätzlich hätten die Verursacher laut Schumann mit Bußgeldern im dreistelligen Eurobereich zu rechnen, zusätzlich müssen sie die Kosten der Entsorgung tragen.

Für die Entsorgung zahlt zunächst die Stadt: Im Jahr 2018 kostete das laut Schumann 22.000 Euro, 2019 rund 31.150 Euro. Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) erstatte den Kommunen diesen Betrag zwar, da diese sich aber aus von Bürgern bezahlten Müllgebühren finanziert, zahlt am Ende die Allgemeinheit für die Entsorgung.

Teuer werde es für die Kommunen dem Pressesprecher zufolge, wenn externe Fachfirmen beauftragt werden müssen. Beispielsweise um Schadstoffe und Sondermüll zu entsorgen. Und: Ermittlungen, Ordnungswidrigkeitsverfahren und die Entsorgung nimmt viel Personal in Anspruch. „Die Personalkosten der Stadt sind in den Beträgen jedoch nicht enthalten“, sagt Schumacher.