Im Kampf gegen das Gestrüpp

Der Naturschutzverband BUND will die Kiesgruben bei Bornheim-Brenig kaufen und Ziegen weiden lassen. Viele Jahre haben sich die Anwälte darum bemüht, den Weg freizumachen für den Abbau von Quarzsand in den beiden Kiesgruben auf dem Villerücken.

Der Kampf ging bekanntlich verloren, die Naturschützer setzten sich durch für den Erhalt der Vorgebirgslandschaft. Dafür soll schon bald tierische Hilfe zwischen Brenig und Roisdorf in der Grube tätig werden: Ziegen übernehmen die Pflege der beiden Abbaustätten.

So lautet jedenfalls der Plan des Naturschutzverbands BUND, über den jetzt Achim Baumgartner informierte. Der Sprecher der Kreisgruppe Bonn kündigte an, dass der BUND mit dem Insolvenzverwalter der Quarzwerke Bonn in Verhandlung stehe, um die Grundstücke der beiden Kiesgruben zu kaufen. "Das Gelände ist für niemand sonst interessant, und alle Beteiligten vom Insolvenzverwalter bis zum Bergamt und zur Kommune sind dafür", zeigte sich Baumgartner überzeugt, dass der Verkauf bald reibungslos abgewickelt sein könnte.

Denn die Tage, in dem die Gruben als "ausbeutbares" Kiesvorkommen angesehen wurden, sind gezählt: "Sobald das Bergamt Düren den Abschlussbetriebsplan des Insolvenzverwalters akzeptiert hat, erlischt das Bergrecht", freute sich Klaus Fietzek, Vorsitzender des Landschaftsschutzvereins, der sich eigens zum Kampf gegen den Kiesabbau gegründet hatte. "Die Annahme ist nur noch eine Formalie, dann ist der Rahmenbetriebsplan von 1974 nicht mehr existent." Der BUND will der neue Eigentümer werden und kann sich dabei nicht nur auf eigene Spendengelder, sondern auch auf eine Förderung durch die NRW-Stiftung stützen. Über den Kaufpreis wollte Baumgartner noch nicht sprechen.

Zur Gestaltung der Grundstücke habe sich der BUND bereits Gedanken gemacht. Ziegen sollen künftig die Kieshänge vom Grün freihalten. "Denn andernfalls ist hier in 15 Jahren alles zugewachsen", so Baumgartner. Für Bürger soll es Führungen durch die Landschaft geben.