Nach Trockenlegung: Havariertes Boot aus Hersel steht zum Verkauf

Nach Trockenlegung : Havariertes Boot aus Hersel steht zum Verkauf

Nach der Bergung in Hersel wird die „Lahnstolz II“ für 6000 Euro im Internet angeboten. Das Boot war in der vergangenen Woche wegen einer geplatzten Wasserleitung im Rhein gesunken.

Die „Lahnstolz II“ hat einen neuen Besitzer – dabei lag sie vergangene Woche noch fast bis zum Dach im Rheinwasser am Herseler Werth und drohte komplett in den Fluten zu versinken. Neuer Eigentümer ist seit Ende Februar Norbert Winkel aus Bad Godesberg. Der 55-jährige Inhaber einer Heizungs- und Sanitärfirma hat das „Sportboot mit Hausbootcharakter“ wie er selbst sagt, der Eigentümerin aus dem bei Bremen gelegenen Brake inklusive Anlegesteg abgekauft. Für welche Summe, will er nicht verraten.

Lange wird Winkel das Boot, das früher auf der Lahn schipperte und daher seinen Namen hat, nicht behalten. Er hat es bereits bei einem Online-Verkaufsportal inseriert. Für 6000 Euro auf Verhandlungsbasis – unsaniert, nur leer geräumt. „Es gibt auch schon zwei Interessenten“, sagt er, während Mitarbeiter von ihm auf Schubkarren das nasse und verschmutzte Interieur wegschaffen. Dazu gehört auch eine in Mitleidenschaft gezogene Waschmaschine. An diesem Freitag soll das Ausmisten abgeschlossen sein.

„Das Boot könnte zu einem Liebhaberstück werden. Mit viel Zeit lässt sich da was machen“, so Winkel. Platz gibt es jedenfalls genug – das ehemalige Fahrgastschiff von 1928 ist für 90 Personen ausgelegt. In den vergangenen Tagen hat nach Angaben von Peter Bauersch die ursprüngliche Eigentümerin das Sportboot auspumpen lassen.

„Ich selbst musste nicht mehr mit meinem Gerät hin und es weiter an Land ziehen“, erzählt der 83-Jährige. Wie bereits berichtet, hatte Bauersch vergangenen Donnerstag kostenlos mit einem Traktor, Seilwinden und Umlenkrollen das havarierte Gefährt mit anderen Helfern geborgen und, soweit es ging, an die Uferböschung gezogen. Dann hieß es abwarten. Der Wasserpegel musste sinken, damit ein Auspumpen letztlich erfolgreich sein konnte.

„Am Mittwoch war ich das erste Mal vor Ort. Dann haben wir auch noch etwas Wasser aus dem Boot gepumpt. Allerdings war da nicht mehr viel drin“, schildert Winkel, der auch die Ursache für den Untergang kennt: eine geplatzte Wasserleitung.

„Was anderes kann nicht in Frage kommen. Das Boot ist dicht“, betont er. Aufgrund der kräftigen Minustemperaturen gefror das Wasser in der Leitung, die daraufhin platzte. In der Folge lief das Boot von innen voll und sank. Glücklicherweise befand sich dabei niemand an Bord der „Lahnstolz II“. Um ganz sicher zu gehen, suchten Rettungsschwimmer des Deutschen Roten Kreuzes, der Wasserwacht sowie Taucher der Berufsfeuerwehr Köln das Boot ab.

Winkel: „Genutzt wurde das Sportboot vom Sohn der Eigentümerin, wenn er nicht als Matrose auf Binnenschiffen unterwegs war.“

Nach der Havarie habe er von einer Bekannten erfahren, dass sich die ursprüngliche Eigentümerin gerne von dem Sportboot trennen wolle, weil sie sich aufgrund von Zeit und Distanz nicht mehr um die „Lahnstolz II“ kümmern könne. Denn: „Sie hat einen kranken Mann zu Hause, den sie pflegt.“

Winkel besitzt bereits zwei Sportboote mit jeweils einer Länge von 36 Metern, die flussabwärts an der Steganlage sechs vor Anker liegen. Was er mit dem neu erworbenen Steg anstellen will, weiß er noch nicht. „Vielleicht vermieten“, meint er und sagt, dass er eigentlich nur die Steganlage interessant gefunden hätte. „Aber es gab beides nur im Paket.“

Bisher war die Polizei Duisburg, die für alle schiffbaren Wasserstraßen in NRW zuständig ist, noch nicht auf dem havarierten Boot. Wie berichtet, will nach Angaben von Polizeisprecher Ramon van der Maat das zentrale Kriminalkommissariat der Wasserschutzpolizei nach der Bergung die „Lahnstolz II“ untersuchen. Winkel geht davon aus, das er nächste Woche einen Anruf bekommt.