Schnelles Internet: Glasfaserausbau in Bornheim dauert länger als geplant

Schnelles Internet : Glasfaserausbau in Bornheim dauert länger als geplant

Die Telekom verlegt seit wenigen Monaten Glasfaserkabel in Bornheim, damit Nutzer bald mit bis zu 1000 Megabit pro Sekunde durchs Internet surfen können. Doch statt Ende 2019 werden die Arbeiten erst im Mai 2020 beendet sein.

Die Telekom verlegt seit wenigen Monaten Glasfaserkabel in Bornheim, damit Nutzer bald mit bis zu 1000 Megabit pro Sekunde durchs Internet surfen können. Die Arbeiten in Bornheim-Zentrum, Brenig, Dersdorf, Hersel, Roisdorf, Uedorf sowie in den Gewerbegebieten Bornheim-Süd und Hersel schreiten zwar voran, aber nicht so schnell, wie geplant: Auf Anfrage des GA teilt die Telekom mit, dass die Arbeiten nun voraussichtlich erst im Mai 2020 fertiggestellt sein werden. Ursprünglich war Ende 2019 angepeilt.

Der Grund ist laut Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney, dass das sogenannte „Trenching“ „zwar schon angewendet werden kann, nur leider nicht in dem Ausmaß, wie ursprünglich beabsichtigt“. Beim Trenching wird ein schmaler Schlitz in den Straßenbelag gefräst, um die Kabel mit wenig Aufwand zu verlegen. So können Kabel zehnmal schneller eingebracht werden, als mit herkömmlichen Tiefbaumethoden.

„Die Einsatzmöglichkeit von Trenching ist von vielen Faktoren abhängig“, erklärt McKinney. Dazu gehörten das Wetter, die Bodenbeschaffenheit und, was sich bereits unter den Straßen befindet. Wenn Kanäle, Gas- oder Wasserleitungen nicht dort verlaufen, wo sie in den Plänen eingezeichnet seien, müsse zum Teil per Hand statt mit dem Bagger gegraben werden, was zu Verzögerungen führe.

Zwei Tiefbaufirmen und eine Spezialfirma aus Holland hat die Telekom mit den Arbeiten beauftragt. Dabei verlegen sie nicht nur die Kabel unter Straßen und Gehwegen, sondern auch von den Verteilerkästen bis in die Haushalte, sodass der Telekom zufolge die maximale Surfgeschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde erreicht werden kann. 110 von 311 Kilometern Glasfaserkabel will die Telekom nach eigenen Angaben im Tiefbau verlegen, teilweise parallel im selben Graben. Der Rest könne in vorhandene leere Rohre eingezogen werden.

Beeinträchtigungen auf den Straßenverkehr sollten durch das Trenching gering ausfallen, hatte die Telekom im Vorfeld angekündigt. Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler auf Anfrage mitteilt, käme es zwar zu Beeinträchtigungen, „aus unserer Sicht ist das aber normal“. Sein Büro habe Hinweise aus der Bevölkerung erhalten, dass an einigen Stellen zum Beispiel die Gehwege nicht standardgemäß wiederhergestellt wurden. Die Telekom habe die Tiefbaufirmen aber angewiesen, nachzubessern. „Die Zusammenarbeit hat sich als sehr konstruktiv erwiesen“, sagt der Bürgermeister. Bisher sind McKinney zufolge rund ein Fünftel der Tiefbauarbeiten geschafft, der neue Zieltermin sei daher Mai 2020. Bis die ersten der 1800 registrierten Kunden auf Highspeed-Internet zugreifen können, wird es aber noch etwas länger dauern. „Die ersten Anschaltungen planen wir für Oktober 2020“, sagt der Telekom-Sprecher.

Aber: „Eine Anschaltung der Bereiche hängt immer von der Fertigstellung des Hauptkabelstranges ab.“ Dieser beliefere mehrere Versorgungsbereiche mit wiederum jeweils mehreren Straßenzügen. „Das führt dazu, dass gegebenenfalls ein Kunde, der weit vorne im Kabelstrang liegt, noch eine Weile warten muss, obwohl die Arbeiten in seinem Haus und in seinem Straßenzug eigentlich schon abgeschlossen sind.“

Telekom: Zweite Ausbauphase kommt

Erst wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, will die Telekom in einer zweiten Bauphase auch die Vorwahlbereiche 0 22 27 mit Sechtem, Waldorf bis Walberberg und 0 22 36, Widdig, versorgen. Die Bornheimer FDP hatte im Juli Bedenken geäußert, weil das Unternehmen bei seinen Vertriebs- und Werbeaktionen eine Pause eingelegt hat. Die Vermarktung der zweiten Phase werde nach Abschluss der ersten Bauphase beginnen, versichert McKinney. Wie in der ersten Phase könnten Kunden sich dann registrieren, damit die Telekom die Kosten für den Glasfaserhausanschluss übernimmt. „Wir werden sehr darauf drängen“, bekräftigt Bürgermeister Henseler, der selbst im Gebiet der zweiten Ausbauphase wohnt. „Das ist eine einmalige Chance, um zukunftssicher ans schnelle Internet angebunden zu sein.“

Wer die Aktion im Vorwahlbereich 0 22 22 verpasst habe, könne – ebenfalls nach Abschluss der ersten Phase – nachträglich einen Hausanschluss beantragen, sagt Telekom-Sprecher McKinney. Diesen müsste der Kunde aber selbst bezahlen. Sofern das Glasfaserkabel an das Grundstück angrenzt, kostet das den AGB der Telekom zufolge einmalig 800 Euro. „Das trifft für alle im Versorgungsgebiet der Phase eins befindlichen Adressen zu“, betont McKinney. „Für außerhalb des Ausbaugebiets liegende Adressen müssen die nötigen Verlegearbeiten nach tatsächlichem Aufwand individuell berechnet werden.“

Was die Investition ins Glasfasernetz die Telekom in Bornheim kostet, verrät der Sprecher nicht. In den vergangenen beiden Jahren habe die Telekom insgesamt aber jeweils mehr als fünf Milliarden Euro in Deutschland investiert. Die Stadt Bornheim kostet das Projekt Bürgermeister Henseler zufolge einen „fünfstelligen Betrag“.

Als Ansprechpartner für die Baufirmen und zur Überwachung der Baustellen habe die Stadt ein externes Ingenieursbüro beauftragt. Die Kapazitäten im Rathaus hätten es nicht erlaubt, die Aufgaben selbst zu übernehmen.

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