Freier Blick auf das Biotop

Der BUND plant eine Baumrodung in der ehemaligen Quarzsandgrube bei Brenig. Jahrzehntelang haben Umweltschützer gegen das Aufbaggern des Villerückens im größeren Stil durch Kiesabbauunternehmen gekämpft. Dabei würde, so die Befürchtung, eine "Mondlandschaft" entstehen und die Gegend so weniger attraktiv für die Naherholung und geringer im Wert für die Natur machen. Als Negativbeispiel galt unter anderem stets die Kiesgrube zwischen Brenig und Roisdorf.

Dank der Insolvenz der Bonner Quarzwerke als Besitzerin dieser Grube ist die Gefahr des Kiesabbaus wenigstens an dieser Stelle abgewendet. Weil in der Grube daher nicht mehr mit industriellen Aktivitäten zu rechnen ist, haben sich die Ziele der Umweltschützer nun massiv geändert: Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) NRW will als künftiger Besitzer die Folgen der ersten Abgrabungen wieder sichtbar machen. Während des 25-jährigen Rechtsstreits um die Ausweitung der Abbautätigkeit war die Grube nämlich mehr und mehr zugewachsen. Dadurch geriet das von Menschen unfreiwillig geschaffene Biotop, das die Grube mittlerweile darstellt, in Gefahr. Die warmen Kiesflächen, offen liegende Lehmschichten, kleine Wasserflächen und sandige Hänge sind nämlich bei seltenen Arten wie dem Flussregenpfeifer oder der Wechselkröte sehr beliebt: Aus der "Mondlandschaft" ist wertvoller Lebensraum geworden.

Für die "Verjüngungskur" dieses Raumes wird ein Großteil des jungen Pappelwaldes geopfert, der in den letzten Jahren nicht zuletzt interessierten Wanderern einen Einblick vom Aussichtsturm des Landschaftsschutzvereins Vorgebirge in die Quarzgrube verstellte. Auch der Zaun soll erneuert werden, um Tieren und Pflanzen Ruhe vor unzulässig eindringenden "Besuchern" zu gönnen: Immer wieder wird die Grube illegal für Picknicks oder Fahrten mit dem Mountainbike oder dem Cross-Motorrad genutzt.

Der BUND will voraussichtlich im Herbst mit den Rodungsarbeiten beginnen. In diesen Tagen lässt der Verein aber schon einmal die Parkbuchten am Grubeneingang zuschütten, um das Abladen von wildem Müll in diesen schlecht einsehbaren Nischen zu unterbinden. Am Naturschutz interessierte dagegen werden bald an Führungen durch das Gelände teilnehmen können.