Projekt der Kirchengemeinde: Förderverein präsentiert Heimatkalender in Brenig

Projekt der Kirchengemeinde : Förderverein präsentiert Heimatkalender in Brenig

Unter dem Motto „Wir alle sind Brenig – Heimat ist Vielfalt“ hat der Förderverein zum ersten Mal einen Kalender in einer Auflage von 250 Stück herausgebracht. Am Dienstag wurde er vorgestellt.

Heimat ist wichtig und richtig“, stellte Bruno Schrage, Vorsitzender des Fördervereins Sankt Evergislus Brenig, am Dienstag im Pfarrheim fest. Unter dem Motto „Wir alle sind Brenig – Heimat ist Vielfalt“ hat der Förderverein zum ersten Mal einen Kalender in einer Auflage von 250 Stück herausgebracht. Er ist Teil einer Jahresaktion, die 2020 die kulturelle, soziale und religiöse Verschiedenheit des 2500-Seelen-Dorfes thematisiert.

Am Dienstag wurde der Jahreskalender im Pfarrheim an der Haasbachstraße vorgestellt. Auf zwölf Fotos sind 36 Männer und Frauen verschiedener Generationen abgebildet, die für Breniger Initiativen, Vereine, Institutionen und Dienstleistungen stehen. Ziel ist es, die Vielfältigkeit des örtlichen Zusammenlebens, des sozialen Engagements und der gemeinsamen Kreativität deutlich zu machen.

Das Fotografieren hat der gebürtige Breniger und seit Jahren in Alfter lebende Daniel Faßbender übernommen. Zu sehen sind immer derselbe weiße Tisch und dieselben Stühle mit drei Personen vor wechselnden Örtlichkeiten: Mal ist es Haus Rankenberg, mal der Spielplatz, mal das Feuerwehrgerätehaus, die Backstube in der Bäckerei, der Sportplatz, das Pfarrheim oder eine Apfelplantage. Es sind alles Treffpunkte der Breniger, wo sie gemeinsam feiern, spielen, trauern, kulturelles Leben gestalten, musizieren, Sport treiben und lachen.

Für sein Projekt hat der Förderverein viel Geld ausgegeben: Rund 4000 Euro kostete der Druck; mit 2000 Euro unterstützt die Caritas Stiftung im Erzbistum Köln die Aktion. Mit ihr wollen die Initiatoren den Begriff Heimat modern und zeitgenössisch verstanden wissen: als ein alltägliches Miteinander, das sich aus einem vertrauten Beziehungsgeflecht entwickelt, in dem sich Menschen aller Herkunft angenommen und verstanden fühlen.

Denn in einer Zeit der globalen und zunehmend digitalen Welt suchten Menschen den Initiatoren zufolge nach Identifikation, und so würde die vertraute Umgebung mit den dort lebenden Menschen für den Einzelnen immer wichtiger. „Heimat“ solle einen integrativen Charakter haben, sodass „wir Heimat auch schenken können“, machte Schrage deutlich.

Die Internistin Christine Schwandt habe sich gerne fotografieren lassen. „Seit mehr als fünf Jahren habe ich hier meine Praxis. Hier gefällt mir die Vielfalt. Es ist überhaupt das schönste Dorf und etwas ganz Besonderes“, sagte sie. Diese Auffassung teilt die Medizinerin mit Barbara Rasch, die seit 15 Jahren Mitarbeiterin der katholischen öffentlichen Bücherei ist.

Vom Projekt und besonders von den Bildern beeindruckt zeigte sich auch Bürgermeister Wolfgang Henseler. Dabei forderte er den Förderverein auf, sich für den Heimatpreis der Stadt Bornheim im kommenden Jahr zu bewerben. „Den Heimatpreis haben wir gerade verliehen. Dieser ist mir wichtig, denn wir möchten einen modernen Heimatbegriff haben, damit wir den Begriff Heimat nicht dem äußersten rechten Rand überlassen, der damit Leute ausgrenzt.“

Das Selbstverständnis der Breniger hat der Förderverein auf der ersten Kalenderseite klar umrissen. „Menschen haben hier über die Jahrhunderte ihre Heimat gefunden. Ein wunderbarer Ort, der durch seine alltägliche Vielfalt, seine kulturelle Stärke und gelebte Integrationskraft überzeugt“, steht dort geschrieben.

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