Einkaufsmarkt in Bornheim: Feuerwehr muss immer wieder zum Suti-Center ausrücken

Einkaufsmarkt in Bornheim : Feuerwehr muss immer wieder zum Suti-Center ausrücken

Immer wieder müssen Feuerleute zum Einkaufsmarkt Suti-Center nach Bornheim ausrücken. Erst eine Alarmierung erwies sich als Fehlalarm. Die Feuerwehr spricht von einer „Einschwingphase“, in bestimmten Fällen muss der Betreiber den Einsatz zahlen.

Die öffentlich einsehbare Übersicht der Löschgruppe Bornheim der Freiwilligen Feuerwehr der Vorgebirgsstadt weist für das Jahr 2018 169 Einsätze aus. Genau zehnmal davon rückten die Wehrleute an die gleiche Adresse – mitunter mit den Löschgruppen aus Roisdorf und Brenig – aus: das Suti-Center zwischen Bonner Straße und Schumacher Straße. Auch in diesem Jahr hat die Brandmeldeanlage (BMA) des Einkaufszentrums in Roisdorf bereits dreimal Alarm geschlagen. Alles in allem sind das 13 Einsätze in 13 Monaten.

Zum Glück war kein schwerwiegender Brand darunter. Einige Male hatten beispielsweise Bratendämpfe oder angebrannte Backwaren die BMA ausgelöst, ein anderes Mal war Funkenflug von Flexarbeiten der Grund. In zwei Fällen hatten technische Defekte die BMA aktiviert, in einem Fall wurde ein Handfeuermehr mutwillig betätigt. Dennoch: 13-mal wurden Besucher des Einkaufszentrums und Anwohner durch Sirenen und Martinshörner erschreckt. Der General-Anzeiger hat deshalb bei den Betreibern, der Feuerwehr und der Stadt in der Sache nachgefragt.

Das sagen die Betreiber: Auf GA-Anfrage bestätigt Marcus Schmitz von Suti-Immobilien die Einsatzzahlen. „Diese Einsätze waren jedoch, bis auf einen Einsatz, keine Fehlalarme der Brandmeldeanlage“, so Schmitz. Eine BMA sei für den vorbeugenden Brandschutz enorm wichtig, da ein Brand so frühzeitig erkannt würde, um direkt entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Laut Schmitz war von den 13 Einsätzen lediglich ein Fehlalarm, der auf die BMA zurückzuführen ist. „Dies war kurz vor der Eröffnung des letzten Bauabschnitts, weil der Monteur der BMA vergessen hatte, die BMA nach einem Test wieder auszuschalten“, sagt er weiter. Einmal sei die Feuerwehr alarmiert worden, weil jemand böswillig einen Alarmknopf gedrückt habe, so Schmitz – und weiter: „Ein weiteres Mal wurde aus Versehen ein Alarmknopf bei der Anlieferung von Ware gedrückt.“ Bei allen anderen Einsätzen habe die Anlage korrekt ausgelöst.

„Gerade den vorbeugenden Brandschutz sehen wir als sehr wichtig an, um einer Entstehung von Bränden entgegenzuwirken“, betont Schmitz. Daher sei das Suti-Center auch mit einer zusätzlichen Sprinkleranlage ausgerüstet.

Das erläutert die Feuerwehr: Auch die Bornheimer Feuerwehr erklärt, dass man bei den meisten Einsätzen nicht von Fehlalarmen sprechen kann. „Vielmehr handelt es sich fast immer um bestimmungsgemäße Alarmierungen seitens der BMA, da diese nach Überschreitung spezifischer Messparameter in der Umgebung, zum Beispiel Rauch, den entsprechenden Alarm ausgelöst hat“, teilt Bornheims Feuerwehrsprecher Ulrich Breuer mit.

Nur ein "echter" Fehlalarm

Weiter weist er darauf hin, dass das großflächige Suti-Center ja erst vor kurzer Zeit vollständig errichtet wurde beziehungsweise die dort neu eingerichteten Geschäfte ihren Betrieb aufgenommen haben. „Gleiches gilt für die vorgeschriebene technische Einrichtung des vorbeugenden Brandschutzes“, so Breuer. Gerade bei Neubauten dieses Umfangs und der räumlichen Ballung einer Vielzahl unterschiedlicher Geschäfte und Betriebe sei eine sogenannte „Einschwingphase“ mit gegebenenfalls erhöhtem Alarmaufkommen zu beobachten und nicht außergewöhnlich, sagt der Feuerwehrsprecher weiter.

In solchen Fällen seien technische und organisatorische Feinabstimmungen des Betreibers erforderlich, die zum Beispiel auch mit der Feuerwehr besprochen würden. Nach einer solchen „Einschwingphase“ sollte sich das Alarmierungsaufkommen dann wieder normalisieren, so Breuer. Wie er weiter sagt, seien solche Vorgänge den Feuerwehrkräften nicht unbekannt und würden mit Blick auf den „eingeschwungenen Zustand“ akzeptiert. „Aufgrund ihrer Ausbildung und den bisher gemachten Erfahrungen sind es die Feuerwehrleute gewohnt, jeden Alarm ernst zu nehmen und davon auszugehen, dass ihre Hilfe benötigt wird“, betont er.

Das meint die Stadtverwaltung: Nach Angaben von Stadtsprecher Rainer Schumann gab es nur einen „echten“ Fehlalarm, als in der Passage unter der abgehängten Decke ein Rauchmelder grundlos anschlug. „Dieser wurde ausgetauscht und das Problem war damit behoben“, so Schumann. Auch die Stadt als Ordnungsbehörde weist darauf hin, dass eine Häufung von Alarmen in der Anfangsphase eines so großen Centers nicht ungewöhnlich sei. Bei jedem falschen Alarm prüfe die Stadt allerdings, ob aktives Verschulden vorliege beziehungsweise, ob mit der erforderlichen Sorgfalt vorgegangen worden sei. „Je nach Sachverhalt wird entschieden, ob der Betreiber zum Kostenersatz verpflichtet wird“, so Schumann. Im vergangenen Jahr seien zwei Einsätze in Rechnung gestellt worden. Zur Höhe der Rechnungen machte die Stadt mit Verweis auf Datenschutzgründe keine Angaben.

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