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Prozess in Bonn: Fast 7300 Obst- und Gemüsekisten in Bornheim gestohlen

Prozess in Bonn : Fast 7300 Obst- und Gemüsekisten in Bornheim gestohlen

Drei Angestellte einer Bornheimer Firma müssen sich wegen gemeinschaftlichen Diebstahls vor dem Bonner Amtsgericht verantworten. Sie sollen rund 7300 Gemüsekisten gestohlen haben.

Im großen Stil sollen drei Angestellte während ihrer Arbeitsschichten grüne Obst- und Gemüsekisten, wie man sie aus dem Supermarkt kennt, gestohlen haben. Deswegen müssen sie sich nun wegen gemeinschaftlichen Diebstahls vor dem Bonner Amtsgericht verantworten. Die Männer, zwischen 24 und 31 Jahre alt, arbeiteten während der ihnen vorgeworfenen Tat zu dritt in einer Bornheimer Firma, die mit Obst- und Gemüsekisten handelt. Das System funktioniert dabei wie das Flaschenpfand: Die Mehrwegverpackungen für Frischwaren für Obst und Gemüse werden an Landwirte und Märkte gegen ein Pfand verliehen. Nach der Nutzung liefern die Betriebe die Kisten dann wieder beim Unternehmen ab und erhalten ein Pfandgeld in Höhe von 3,86 Euro pro geliehenem Behältnis.

Laut Anklageschrift haben die Männer, ein Schichtleiter und zwei Arbeiter, die Reinigungsmaschinen bedienen, am 7. Mai dieses Jahres insgesamt 2432 Kisten während ihrer Schicht verschwinden lassen. Einen Tag später haben sie dann noch einmal zugeschlagen und weitere 4864 Kisten mitgenommen.

Trio kassierte Pfandgeld

Die gestohlene Ware sollen sie nach und nach an Obst- und Gemüsehändler abgegeben und dafür Pfandgeld kassiert haben. Der Schaden für das Unternehmen ist immens: Insgesamt 28 162,56 Euro an Pfandgeld sind so von den mutmaßlichen Tätern einkassiert worden.

Das Fehlen der Kisten war bereits einen Tag nach dem letzten Diebstahl aufgefallen, am 18. Mai war der erste Name von einem der mutmaßlichen Täter bekannt. Weil am 30. April dieses Jahres schon einmal rund 6000 Kisten aus der Firma verschwunden waren, hatte man den Arbeitsplatz seitdem per Video überwachen lassen.

Dadurch und anhand der Schichtpläne konnten die Männer, von denen einer ein umfassendes Schuldeingeständnis abgegeben hat, relativ schnell ermittelt werden.

Der 24-jährige Schichtleiter ist strafrechtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Sein 31-jähriger mutmaßlicher Komplize dagegen hat bereits einige Einträge im Strafregister vorzuweisen: Er wurde wegen Diebstahls sowie illegalen Drogenbesitzes und Handels mit Betäubungsmitteln verurteilt. Den drei angeklagten Mitarbeitern wurde mittlerweile gekündigt.