Radstation in Roisdorf?: Fahrräder sicher am Bahnhof unterstellen

Radstation in Roisdorf? : Fahrräder sicher am Bahnhof unterstellen

Chipkarte ans Lesegerät halten, Fahrrad durch die Schleuse schieben, selbst durch eine Drehtür gehen - so funktioniert die Radstation am Bahnhof in Brühl. Und so könnten bald auch Radfahrer an der geplanten Station am Roisdorfer DB-Bahnhof ihre Räder witterungsgeschützt und sicher unterstellen.

Die Radstation soll Platz für 100 bis 200 Fahrräder bieten. "Niemand lässt sein neues Rad momentan gerne am Roisdorfer Bahnhof stehen", sagt Kurt Schiwy, vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Bornheim. "Die Gefahr ist zu hoch, dass Einzelteile oder sogar das ganze Rad gestohlen oder beschädigt werden." Das soll sich bald ändern.

Am Brühler Bahnhof können Radfahrer mit Hilfe einer Chipkarte seit 15 Jahren ihre Drahtesel diebstahlsicher unterstellen. Der Clou: Es handelt sich um eine teilautomatisierte Anlage, die 24 Stunden an sieben Tagen die Woche mit der Chipkarte betreten werden kann.

Personal gibt es nur im angrenzenden Fahrradladen und der dazugehörigen Werkstatt. Die Station bietet Platz für 340 Räder und soll demnächst noch um mindestens 250 Stellplätze erweitert werden. Eine Überwachungskamera minimiert das Sicherheitsrisiko. "Wir arbeiten mit einem privaten Betreiber zusammen", sagt Ulrich Kalle, Mobilitätsbeauftrager der Stadt Brühl. "Zudem bezuschusst das Land Nordrhein-Westfalen bei Radstationen die Kosten von 1500 Euro pro Stellplatz zu 70 Prozent." Als Voraussetzung für den Zuschuss müssen mindestens 100 Stellplätze vorhanden sein.

Die neue Station in Roisdorf soll entweder auf der Seite des Centralmarktes entstehen oder zum Stadtkern hin, auf der Seite des Penny-Marktes. Ein barrierefreies Überwinden der Gleise in Form eines Tunnels oder einer Brücke sollte in jedem Fall gegeben sein. Nutzer wären neben den Bürgern und Pendlern auch die Studenten der Alanus Hochschule oder die Mitarbeiter der Firmen im Gewerbegebiet.

Es gibt es zwei Möglichkeiten, die Station zu betreiben. Zum einen in Zusammenarbeit mit einem sozialen Kooperationspartner wie beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt, die das Personal für die Station stellen könnte. Dann wäre die Radstation nur zu bestimmten Öffnungszeiten betretbar. Die andere Möglichkeit wäre ein Schrankensystem wie in Brühl, bei dem die Radfahrer mit einer Chipkarte eine Schranke oder eine Schwingtür öffnen könnten.

Dann wäre deutlich weniger Personal nötig. "Wichtig ist vor allem, dass die Radstation möglichst nah am Bahnsteig liegt", sagt Stefan Wicht, Pressesprecher des ADFC Bornheim. Andernfalls werde die Station nicht ausreichend von den Radfahrern genutzt. Der Bornheimer Bürgermeister Wolfgang Henseler versprach, die Vorschläge in die Pläne für die Neugestaltung des Roisdorfer Bahnhofes mit einzubeziehen.

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