Straßenplanung: Fahrradland Niederlande als Vorbild für Ausbau der L182

Straßenplanung : Fahrradland Niederlande als Vorbild für Ausbau der L182

Am 31. Oktober entscheidet der Regionalrat über die Sanierung der L 182 zwischen Heimerzheim und Brenig. Politiker und ADFC fordern beim Ausbau zusätzlich einen Radweg.

Die ausgefahrenen Fahrbahnränder sind notdürftig geflickt, dort schaukeln sich Lkw leicht auf. Viele Fahrer halten sich auf der L 182 zwischen Heimerzheim und Brenig nicht an Tempo 70. Radfahrer leben dort gefährlich. Das hat auch Stefan Wicht festgestellt. Der 67-jährige Pressesprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Ortsgruppe Bornheim, setzt sich für eine bessere Infrastruktur für Radfahrer ein. „Die Niederlande sind da vorbildlich“, sagt er.

Sollte die Sanierung der L 182 verschoben werden, schlägt er vor, einen Radweg in die Planung einzubeziehen. Und er fragt sich, warum die Planungsbehörde Straßen NRW behauptet, für die Planung eines Radwegs benötige sie einen Impuls aus der Politik. Denn im Landesstraßenbaugesetz sei in Paragraf 3 eindeutig festgelegt , dass beim Bau oder der Änderung von Landesstraßen Radwege zu berücksichtigen seien.

Nach Möglichkeit meidet Wicht die L 182 wenn er mit dem Rad unterwegs ist. Dabei wird der offizielle Radweg aus Richtung Römerhof auf die viel befahrene Landstraße geleitet. Wicht möchte allerdings nicht, dass die Sanierung der L 182 am fehlenden Radweg scheitert. Für diesen Fall spricht er sich dafür aus, dass der Radweg Richtung Heimerzheim durch den Kottenforst ausgewiesen wird.

Der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß (CDU) ist froh, dass sein Appell, eine Radwegplanung für die L 182 zu forcieren, ein gutes parteiübergreifendes Echo gefunden hat. Allerdings dürfe die Fahrbahnertüchtigung in den Grenzen der Grundstücke der Straßenbauverwaltung durch Neuplanungen mit Grunderwerb nicht gefährdet werden. Alle müssten weiter daran arbeiten, dass 2019 gebaut werden könne, mit Verbreiterung der Straße von 5,50 auf 6,50 Meter, um die Gefahrenstellen zu beseitigen. Das habe höchste Priorität, das Land gebe mehr Geld, aber im jetzigen Planungs- und Bauhochlauf, mit landesweiter Konkurrenz um verschiedene Finanzierungen, bei immensem Stau, gebe es bis zum Spatenstich keine Selbstläufer. Unabhängig davon gebe es jetzt gute Signale für den Bau eines Radwegs. Das könne jedoch nicht von heute auf morgen geschehen. Zuerst müsse Boden erworben und Geld aus dem Landesförderprogramm für Radwege beantragt werden. Außerdem bringt Krauß einen Bürgerradweg ins Spiel. In dem Fall müssten sich aber die Stadt Bornheim und die Gemeinde Swisttal an den Kosten beteiligen.

Straße in katastrophalem Zustand

Die SPD Swisttal unterstützt die Bemühungen der Stadt Bornheim, der SPD Bornheim und des ADFC für einen Radweg entlang der L 182. Dazu erklärt der SPD-Vorsitzende Tobias Leuning: „Dass der Radweg bei der Planung des Ausbaus der stark befahrenen und gefährlichen Landesstraße nicht mitgeplant wurde, ist ein unglaubliches Versäumnis. Politik und Behörden müssen nun schauen, wie ein Radweg entlang der Straße schnellstmöglich nachgerüstet werden kann. Trotzdem muss die langersehnte Sanierung der L 182 im nächsten Jahr endlich beginnen.“

Eine Verschiebung, wie vom ADFC ins Spiel gebracht, sei keine Lösung. Die Straße sei in katastrophalem Zustand und für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. Die Sanierung der L 182 soll am Mittwoch von der Verkehrskommission des Regionalrats auf den Weg gebracht werden. Leuning sieht vor allem Krauß in der Pflicht, mit Straßen NRW einen Vorschlag zu erarbeiten, wie dies geschehen kann. „Nur festzustellen, dass der nötige Grunderwerb nicht getätigt wurde, hilft nicht weiter. Da wurde am falschen Ende gespart. Nun muss Geld bereitgestellt und zügig geplant werden.“

Auch der Heimerzheimer Ortsvorsteher Hermann Leuning unterstützt die Initiative seines Breniger Amtskollegen Wilfried Hanft (beide SPD) für diesen Radweg. Um die Attraktivität und Verkehrssicherheit für Radfahrer auf einer der Hauptpendlerrouten ins Rheintal zeitnah zu verbessern, schlägt er vor, gemeinsam zu schauen, was an Sofortmaßnahmen nötig sei, damit Radfahrer sicher über parallel verlaufende Feldwege Richtung Bornheim kommen.

Beispielsweise müsse die Beschilderung verbessert werden. Es könne nicht sein, dass Ortsunkundige auch noch auf die für Radfahrer viel zu gefährliche Landesstraße geführt würden, kritisiert Leuning.

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