Wohnungsbau in Bornheim: Fällt die Mertener Mauer?

Wohnungsbau in Bornheim : Fällt die Mertener Mauer?

Die Montana Wohnungsbaugesellschaft will ein Areal mit etwa 160 Wohneinheiten an der Händelstraße entwickeln. Im Zuge des Ausbaus müsste auch die Mertener Mauer des Obstbaubetriebs Schmitz-Hübsch weichen.

Noch stehen die Planungen ganz am Anfang. Die Bad Honnefer Wohnungsbaugesellschaft Montana will auf einer 70.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Bonn-Brühler-Straße, Händelstraße und Straßenbahntrasse in Merten ein Baugebiet entwickeln. Ein Treffen zwischen dem Investor, der auch in Kardorf das Neubaugebiet „Im Blumengarten“ entwickelt, der Stadt Bornheim und den planungspolitischen Sprechern der Fraktionen hat bereits stattgefunden.

Wie der Prokurist der Montana, Heiko Bartelt, auf GA-Anfrage mitteilte, könnten auf dem Areal etwa 160 Wohneinheiten realisiert werden. Neben Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern könnte auch öffentlich geförderter Wohnraum entstehen, so Bartelt.

Um das Baugebiet umzusetzen, sei es nötig, die Händelstraße auszubauen, erklärte der Prokurist. „Die Breite der Händelstraße entspricht nicht mehr den Vorgaben. Sie müsste also sowieso in den nächsten Jahren verkehrstechnisch ausgebaut werden. Jetzt ist die Stadt in der Situation, einen Investor am Wickel zu haben und könnte dies nutzen.“

Hier kommt die sogenannte Mertener Mauer ins Spiel. Vor mehr als 120 Jahren ließ der Obstbauer Otto Schmitz-Hübsch das gut drei Meter hohe Bauwerk als Wärmespeicher für seine Birnbäume errichten. Im Falle einer Verbreiterung der Händelstraße würde die graue Wand einem Fuß und Radweg weichen.

Für den Besitzer der Mauer, Roland Schmitz-Hübsch, wäre die Beseitigung der Mauer kein Problem. „Sie steht nicht unter Denkmalschutz und ihren ursprünglichen Zweck erfüllt sie auch nicht mehr“, so der Urenkel des Erbauers.

Bornheims Beigeordneter Manfred Schier bestätigt, dass der Investor sein Projekt vorgestellt hat. „Ob, wann und mit welcher Priorität die Baulandentwicklung im Bereich Händelstraße ansteht, muss in den entsprechenden Gremien diskutiert und entschieden werden“, so Schier. Dies solle voraussichtlich Anfang 2017 geschehen.