Auswahl eines Totalunternehmers: Erweiterung der Europaschule in Bornheim steht bevor

Auswahl eines Totalunternehmers : Erweiterung der Europaschule in Bornheim steht bevor

Die erste Phase des Verfahrens zur Erweiterung der Europaschule in Bornheim ist beendet. Vertreter der Fraktionen werden nun an der Auswahl eines Totalunternehmers für das Projekt beteiligt.

Mit der Erweiterung der Bornheimer Europaschule samt Abriss und Neubau der Turnhalle hat die Stadt ein gewaltiges Projekt vor der Brust. Wie mehrfach berichtet, soll das Bauvorhaben von einem Totalunternehmer geplant sowie in eigener Verantwortung schlüsselfertig realisiert werden. Welches Unternehmen den Zuschlag erhalten wird, steht indes noch nicht fest. Denn bevor die Bagger anrollen, führt die Stadt ein mehrstufiges Verfahren durch, um ein geeignetes Unternehmen zu finden. Die erste Phase des Verfahrens ist bereits beendet.

Wie Marita Meskes-Außem, Leiterin des Fachbereichs Bauamt und Gebäudewirtschaft, im Ausschuss für Schule, Soziales und demografischen Wandel berichtete, haben sich bereits Unternehmen beworben, die zur Abgabe eines Erstangebotes aufgefordert wurden. Nun sollen laut Beschluss des Ausschusses zwei Vertreter pro Fraktion entsendet werden, um diese gemeinsam mit der Verwaltung zu prüfen und zu werten. „Hier können maßgebliche Dinge noch beeinflusst werden“, begründete Meskes-Außem den Schritt. Das Ergebnis soll Anfang Mai präsentiert werden.

Entscheidung im September

Nach erneuter Verhandlung mit den Bietern können diese ihr endgültiges Angebot Ende Mai abgeben. Auch zu Bewertung dieser Angebote sollen die Vertreter der Politik hinzugezogen werden, bevor der Schulausschuss in seiner Sitzung am 17. September über die Vergabe entscheidet. Grundlage für die Bewerber ist eine so genannte Funktionale Leistungsbeschreibung, in der der Auftrag detailliert beschrieben wird.

„Für die Gesamtleistung soll ein Pauschalfestpreis vereinbart werden. Dieser beinhaltet die kompletten Leistungen bis zum gebrauchsfertigen Zustand“, heißt es. Die Stadt schätzt die Abriss- und Baukosten auf rund 14,3 Millionen Euro: 9,3 Millionen Euro für die Erweiterung, fünf Millionen Euro für die Turnhalle. Durch ein oder mehrere Erweiterungsbauten soll mehr Platz für das Ganztags- und Inklusionsangebot geschaffen werden. Alles in allem rund 1550 Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf mindestens zwei Geschosse.

Neue Räume für verschiedene Bereiche

Durch die Auslagerung bestimmter Bereiche aus dem Bestandsgebäude sollen Raum für dringend benötigte Kursräume geschaffen und funktionale Bereiche zusammengefasst werden. Für die Bereiche Ganztag, Beratung und Inklusion entstehen neue Räume, die notwendige Angebote ermöglichen und den Schülern mehr Aufenthaltsfläche bieten sollen. Im Inklusionsbereich sind drei unterschiedlich große Räume für Ergotherapie, Krankengymnastik oder Konzentrationstraining geplant. Darüber hinaus soll es einen Raum für Büroarbeiten und Teambesprechungen sowie einen weiteren für Elterngespräche geben.

Der Ganztagsbereich soll unter anderem mit einer Teestube ausgestattet werden, Aufenthaltsbereiche bieten und einen Spieleraum erhalten. Vorgesehen sind zudem eine Mediothek, in der sowohl die Präsenz- und Ausleihbibliothek, als auch die Schulbuchausleihe zusammengefasst werden. Das Fach Darstellen und Gestalten soll einen eigenen Fachraum mit Bühne und Beleuchtungsanlage bekommen.

Sanierungsmaßnahmen geplant

Der oder die Neubauten sollen direkt an die vorhandenen Gebäude angeschlossen und mit einen Aufzug ausgestattet werden. Die alte Sporthalle aus den 1970er Jahren wird abgerissen und durch eine neue Dreifeldturnhalle ersetzt. Nach den Vorgaben der Stadt muss diese aufgrund des höherklassigen Vereinssports den Kriterien des Westdeutschen Basketball-Verbands (WBV) entsprechen.

Daneben müssen an der Schule Sanierungsmaßnahmen im Bestand durchgeführt werden. Diese wurden in eine Phase vor und eine nach den Baumaßnahmen aufgeteilt. Noch vor der Erweiterung ist beispielsweise die Sanierung der Aula geplant. Wie Marita Meskes-Außem im Ausschuss mitteilte, liegt die Planung hierfür vor. Weitere Maßnahmen, vor allem im Bereich des Brandschutzes, seien im Gange.

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