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Bornheimer spielt in der „Lindenstraße“ mit: „Er ist schon ein bisschen so wie ich“

Bornheimer spielt in der „Lindenstraße“ mit : „Er ist schon ein bisschen so wie ich“

Seit zwei Jahren mischt der elfährige Johann „Jojo“ aus Bornheim als Kinderdarsteller in der WDR-Fernsehserie „Lindenstraße“ von Autor Hans W. Geißendörfer mit, die erstmals im Dezember 1985 ausgestrahlt wurde. Dort spielt er die Rolle des Simon Schildknecht.

In „Lindenstraßen“-Folge 1511 hast Du die Rolle des Simon Schildknecht übernommen. Du spielst den zehnjährigen Sohn von Tanja Schildknecht alias Sybille Waury, die seit 30 Jahren zum „Lindenstraßen“-Team gehört. Weißt Du, was Deine Serien-Mutter schon alles erlebt hat?

Jojo: Nicht alles. Ich habe angefangen, die „Lindenstraße“ zu schauen, als klar war, dass ich die Rolle des Simon bekommen habe. Da wollte ich natürlich wissen, was da läuft und mich in die Geschichten einfinden. Seitdem schaue ich mir jede Folge an, besonders gerne natürlich, wenn ich mitspiele. Aber ich weiß nicht alles, was in den vergangenen 30 Jahren passiert ist.

Wie bist Du an die Rolle gekommen? Hattest Du Schauspielerfahrung?

Jojo: Nein, Schauspielerfahrung hatte ich nicht. Ich bin über meine Agentur zu einem Casting eingeladen worden. Dort musste ich eine Szene vorspielen und habe das wohl ganz gut hingekriegt. Aus ungefähr sieben Kindern wurde ich für die Rolle ausgewählt. Vorher hat ein anderer Junge den Simon gespielt, doch seine Familie ist ins Ausland gezogen. Deshalb wurde die Rolle frei, und ich sah meinem Vorgänger auch einigermaßen ähnlich.

Nimmt das Drehen sehr viel Zeit in Anspruch?

Jojo: Das ist unterschiedlich. Während der Schulzeit sind es maximal zwei Drehnachmittage pro Monat. In den Ferien – wie zum Beispiel in den letzten Osterferien – ist es auch mal eine Woche am Stück. Es kommt darauf an, ob man gerade eine Story hat, oder nicht.

Was bedeutet das? Eine Story haben?

Jojo: Das heißt, dass die Serienfigur gerade etwas Spannendes macht. Simon hat zum Beispiel einem Flüchtling geholfen, nach Deutschland zu kommen. Diese Geschichte musste natürlich über einige Folgen erzählt werden – da war ich gut beschäftigt.

Wirst Du manchmal auf der Straße erkannt – und bekommst Du Fanpost?

Jojo: Erkannt werde ich eigentlich eher selten. Fanpost kriege ich auch noch nicht, aber Autogrammkarten habe ich. Aber als ich einmal in der TV-Show mit Johannes B. Kerner „Das Spiel beginnt!“ mitgemacht habe, da wurde ich schon ein paar Mal angesprochen.

Du hast als Kandidat an der Show teilgenommen?

Jojo: Ja, und ich habe sogar gewonnen! Der Preis war ein Treffen mit Lukas Podolski. Ich bin großer 1. FC Köln-Fan, und deshalb war das Treffen für mich etwas ganz Besonderes.

Bleibt neben der Lindenstraße denn noch Zeit für Hobbys wie das Fußballspielen?

Jojo: Ja, ich spiele im Verein und eigentlich klappt es auch, dass ich meistens beim Training und bei den Spielen dabei bin. Manchmal komme ich später, oder meine Eltern bringen mich direkt von den Dreharbeiten zum Fußballplatz.

Spielst Du als Simon in der Serie denn auch Fußball?

Jojo: Nein, leider nicht. Simon macht gar keinen Sport, der spielt bloß Klavier. Schade eigentlich. . .

Findest Du den Jungen, den Du spielst, trotzdem sympathisch?

Jojo: Simon ist schon ein bisschen so wie ich. Vielleicht etwas wilder. Und er will immer Videospiele spielen – das mache ich gar nicht so oft. Seine Klamotten sind auch okay. Die grüne Jacke, die ich anhabe, hat Simon auch. Sie gefiel mir so gut, dass ich sie mir auch gekauft habe.

Was muss man mitbringen, wenn man Schauspieler werden möchte?

Jojo: Man darf nicht schüchtern sein. Es darf einen nicht stören, im Mittelpunkt zu stehen. Man muss Gefühle rauslassen und sich in eine Situation einfühlen können. Dafür habe ich auch einen Coach. Wenn ich eine größere Story mit wichtigen Szenen habe, kommt er zu mir nach Hause, und wir üben die Mimik und Gestik und besprechen genau die Situation. Und dann muss man natürlich auch geduldig sein. Die längste Szene, die ich bisher gedreht habe, hat fünf Stunden gedauert. Das lag aber nicht an den Schauspielern, sondern an der komplizierten Kulisse.

Wie reagieren Deine Mitschüler und Freunde, wenn sie erfahren, dass Du in der Lindenstraße mitspielst?

Jojo: Die finden das ganz cool und spannend, obwohl die meisten die Serie nicht anschauen.

Wie ist es, mit den vielen erfahrenen Schauspielern aus dem „Lindenstraßen“-Team vor der Kamera zu stehen?

Jojo: Mit meiner Film-Mutter komme ich super aus, sie ist sehr nett. Überhaupt ist das ganze Team meistens fröhlich, und wir haben viel Spaß. Die anderen Kinderdarsteller und ich bekommen viel Unterstützung. Es kommt häufig vor, dass lustige Sachen passieren, über die sich dann alle schlapplachen.

Ist dir auch mal was Lustiges passiert?

Jojo: In einer meiner ersten Szenen musste ich zum Bus rennen und bin zwischendurch über ein Kabel gestolpert und quasi aus dem Bild gefallen. Das mussten wir dann natürlich noch mal machen.

Willst du die Schauspielerei irgendwann zu Deinem Beruf machen?

Jojo: Ja, weil es mir einfach total viel Spaß macht, zu spielen. Ich will entweder Schauspieler oder Fußballer werden. Aber ich glaube, als Schauspieler habe ich die besseren Chancen.