Politiker diskutieren am Mittwoch über das Bauprojekt: Entscheidung zum Reiterhof in Roisdorf

Politiker diskutieren am Mittwoch über das Bauprojekt : Entscheidung zum Reiterhof in Roisdorf

Politiker diskutieren am Mittwoch im nicht-öffentlichen Teil des Ausschusses für Stadtentwicklung über das umstrittene Bauprojekt nahe des Heimatblicks.

Dürfen Wiebke Hannken und Uwe Heynmöller ihren Pferdehof am Brombeerweg in Roisdorf bauen? Darüber wird der Ausschuss für Stadtentwicklung im nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung am Mittwoch entscheiden. Eigentlich hätten die Politiker bereits in der Sitzung Mitte April einen Beschluss fassen sollen. Aufgrund von nicht näher beschriebenen, noch offenen Fragen wurde das Thema in die Mai-Sitzung vertagt.

Wie berichtet, planen Hannken und Heynmöller in der Nähe des Heimatblicks und des Herrenhauses Buchholz einen Reiterhof. Dieser soll aus einer Reithalle, Gruppenausläufen für insgesamt maximal 40 Pferde, Nebenräumen sowie einem Reiterstübchen bestehen.

Umweltschützer machen seit Jahren mobil

Drei Jahre ist es her, dass die beiden Alfterer den Bauantrag gestellt haben. Und beinahe genauso lange machen Gegner des Vorhabens dagegen mobil, etwa der Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rhein-Sieg. Ihre Kritik: Der Umweltschutz am Vorgebirgshang gerate durch den Pferdehof unter die Räder.

So gehörten LSV und BUND auch zu den vier Umweltverbänden, die in der Sitzung des Beirats bei der Unteren Landschaftsbehörde am vergangenen Donnerstag beantragten, dass der Beirat dem Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises empfehlen soll, das Naturschutzgebiet "An der Roisdorfer Hufebahn" um etwa 15 Hektar bis an die südöstliche Linie der Gemeindegrenze zu erweitern.

Mit Erfolg: Elf Beiratsmitglieder stimmten dafür, fünf dagegen. Zugleich empfiehlt der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde, also der Kreisverwaltung, den Bereich vorsorglich einstweilig vor sich "anbahnenden Veränderungen" zu schützen - womit eindeutig der geplante Pferdehof gemeint ist.

Freier Blick in die Rheinebene

"Der Hangbereich hat eine große Bedeutung für den Arten- und Naturschutz, wird aber ebenso von zahlreichen Spaziergängern und Radfahrern genutzt, die den freien Blick in die Rheinebene genießen", sagt der LSV-Vorsitzende Michael Pacyna. Einstimmig fiel im Beirat wiederum das Votum aus, der Unteren Landschaftsbehörde zu empfehlen, die Flächen des "Grünen C" unter förmlichen Schutz zu stellen, um sie gegen Bebauung abzusichern.

"Dabei handelt es sich aber nicht um eine ,Lex Heynmöller'", so der Beiratsvorsitzende Siegfried Cunz. Die Unterschutzstellung ziele auf alle Kommunen des "Grünen C". Apropos "Grünes C": In einem Schreiben an Landesbauminister Michael Groschek hatte der BUND Rhein-Sieg nachgefragt, ob der geplante Reiterhof den Förderzielen des "Grünen C" widerspreche.

Ministerium: Reiterhof zählt zur Naherholung

Dem sei nicht so, erläuterte Maik Grimmeck, stellvertretender Pressesprecher des NRW-Bauministeriums, auf GA-Anfrage. Unter anderem solle das "Grüne C" Anstöße "für die zukünftige nachhaltige Entwicklung der Landschaftsräume im Spannungsfeld von Siedlungserweiterung, wirtschaftlichem Wachstum, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, Freizeit und Erholung sowie Naturschutz und Landschaftspflege" geben.

Laut Grimmeck ist der Bau förderrechtlich nicht zu beanstanden: "Vielmehr kann ein Reiterhof zu einem weiteren Naherholungserlebnis beitragen." Weiter führt er aus, dass die zuständige Behörde die Baugenehmigung erteilen müsse, sofern keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften dagegen sprächen.

Heynmöller: "Genug ist genug"

"Genug ist genug", findet Heynmöller, der immer wieder betont hat, dass alle notwendigen Gutachten vorhanden seien und alle Auflagen erfüllt würden. Drei Jahre Bearbeitung einer Baugenehmigung müssten ausreichen, um auch die letzten Fragen zu beantworten und Aspekte zu beleuchten. Auch verweist er auf das Verwaltungsgericht Köln, das seinem Ansinnen Ende Januar grünes Licht gegeben hatte. "Wer uns kennt, weiß, dass wir kein Atomkraftwerk bauen wollen oder eine Massentierhaltung", sagt Heynmöller. Und: "Wir sind nicht gegen Natur- und Landschaftsschutz."

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