Eltern kritisieren neue Schulbussregelung in Bornheim

Umstellung auf ÖPNV : Eltern kritisieren neue Schulbusregelung in Bornheim

Seit diesem Schuljahr ersetzen die Busse und Bahnen des ÖPNV die Schulbusse der Stadt. Für die ist die Umstellung ein Erfolg. Einige Eltern sehen das anders.

Seit diesem Schuljahr ersetzen in Bornheim die Busse und Bahnen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) die Schulbusse der Stadt. Eltern berichteten auf Anfrage des General-Anzeiger im sozialen Netzwerk Facebook teilweise von chaotischen Zuständen nach der Umstellung. Davon weiß die Stadt Bornheim laut Sozialdezernentin Alice von Bülow allerdings nichts. Zwar seien anfänglich Probleme aufgetaucht, diese hätten aber auch mit der mangelnden Vorbereitung der Eltern zu tun gehabt, hieß es aus dem Rathaus.

„Meine Tochter fragte bereits nach wenigen Schultagen, ob ich sie nicht mit dem Auto bringen kann, weil sie nicht immer zu spät kommen möchte“, teilte die Mutter einer Erstklässlerin aus Hemmerich mit, die in Rösberg zur Grundschule geht. „Meine Tochter wurde schon nicht in Busse gelassen, weil sie zu voll waren“, berichtete wiederum eine Mutter aus Bornheim, deren Tochter mit der Linie 818 nach Hersel fährt. „Die Kinder sagen uns, es sei schlimm geworden.“

Als problematisch beschrieben einige Eltern auch den Schulschluss. „Meine Tochter ist schwer genervt“, berichtete die Mutter einer Schülerin, die mit der 818 von der Europaschule nach Waldorf fährt. „Sie sieht den Bus meistens nach der Schule gerade so von hinten und muss dann 30 Minuten warten. Nach ihrer Aussage würden zwei Minuten später reichen, damit sie den Bus bekommt.“ Ähnliches berichtete die Mutter eines Elfjährigen, der die Heinrich-Böll-Sekundarschule in Merten besucht. „Wenn er früher frei hat, muss er eine Stunde auf den Berghüpfer warten oder zu Fuß gehen“, teilte sie mit. Eine andere Mutter erläuterte, dass ihre Tochter mitunter eine Stunde nach Hause in Merten brauche.

Auch Markus Hochgartz, Geschäftsführer des Grünen-Ortsverbands Bornheim, äußerte sich als betroffener Vater. Seine Kinder müssen von Kardorf zur Nikolaus-Schule in Waldorf. „In den ersten Wochen nach den Ferien war das Busfahren eine Lotterie, ob man pünktlich in der Schule ankommt oder nicht“, erzählte er. Inzwischen starteten die Busse früher, sodass die Kinder in der Regel pünktlich kämen. „Allerdings hat dieses Durcheinander dazu geführt, dass viele Eltern ihre Kinder jetzt wieder mit dem Auto zur Schule bringen“, so Hochgartz. „Vor der Schule ist morgens ab 8.10 Uhr eine richtige Rushhour.“ Bemühungen der Stadt, die sogenannten Elterntaxis zu reduzieren, seien so durchkreuzt worden.

Andere Eltern berichteten hingegen, dass ihre Kinder gut mit der Umstellung zurechtkommen. Zum Beispiel die Mutter eines Elfjährigen, der mit dem Bus in 20 Minuten von Merten nach Uedorf gelangt, die Mutter eines Jungen, der auf dem Weg von Walberberg nach Merten zwischen dem Berghüpfer (Linie 745) und einer anderen Linie wählen kann, oder die Mutter eines Jungen, der die Europaschule sowohl mit dem Bus als auch mit der Bahn bequem erreicht.

Ein positives Bild zeichnet auch die Stadt Bornheim. „Die Umstellung ist größtenteils problemlos verlaufen, und uns erreichen nur sehr vereinzelt Elternbeschwerden“, teilte Sozialdezernentin von Bülow auf Anfrage schriftlich mit. „Kleinere notwendige Nachbesserungen in den Herbstferien haben nach unserem Kenntnisstand gegriffen.“ Zwar habe es Umstellungsprobleme gegeben. „Diese lagen aber auch zu einem Großteil daran, dass sich viele Schüler und Eltern im Vorfeld nicht oder nur sehr wenig mit der neuen Schülerbeförderung und den zukünftigen Fahrtmöglichkeiten (...) beschäftigt haben“, hieß es in der Stellungnahme weiter. Unabhängig vom Schülerverkehr bereite die Sperrung der L 182 zwischen Brenig und Heimerzheim dem ÖPNV große Probleme. Wegen dieser verspäten sich von Bülow zufolge alle Linien regelmäßig. Sonderfahrten, wie die zum Schulschwimmen, mussten mit Ablauf des vergangenen Schuljahrs neu ausgeschrieben werden. Diese übernimmt laut von Bülow nun die Gesellschaft Regionalverkehr Köln (RVK).

„Die Befürchtung, dass bedingt durch die Umstellung mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, kann nicht bestätigt werden“, teilte die Dezernentin weiter mit. Die alten Routen der Schulbusse, die vier Grundschulen, die Verbundschule und drei weiterführende Schulen bedient hatten, würden vom ÖPNV aufgefangen. An einer Sache arbeite die Stadt aber noch, so von Bülow: „Unzufrieden sind wir mit der langen Fahrzeit für wenige Kinder zur Verbundschule in Uedorf. Wir hoffen, hier noch eine Reduzierung der Fahrzeit zu erreichen.“

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