Valentinstag im Vorgebirge: Einfach auf Wolke sieben

Valentinstag im Vorgebirge : Einfach auf Wolke sieben

Heute ist Valentinstag: Drei Paare aus dem Vorgebirge erzählen über ihr Glück und wie sie den heutigen Tag begehen

Der heutige Valentinstag gilt als der Tag der Liebenden. Seine Tradition entstammt ursprünglich dem Christentum und wird auf das Wirken des Bischofs Valentin von Terni zurückgeführt, der Liebenden Obdach gewährte und sie auf Wunsch - trotz Verbots - auf Art der Christen vermählte.

In vielen Ländern wird der Valentinstag am 14. Februar mit zahlreichen Bräuchen gefeiert. So werden Blumen oder Pralinen verschenkt und der Tag mit dem Liebsten verbracht. Wir haben bei drei Paaren im Rhein-Sieg-Kreis nachgefragt, wie sie den "Tag der Verliebten" verbringen.

Bornheim

Jenny und Thorsten Szattkowsky leben mit ihrer Tochter Leni seit dem vergangenen Jahr in Bornheim. Kennengelernt hat sich das immer noch frisch verliebte Paar auf einer Party im Dezember 2012 in Köln. Nach einigen wenigen Treffen war es schließlich um beide geschehen, und so wurde bereits ein Jahr später geheiratet. Als ihr Wunschkind, die kleine Leni (zehn Monate), am 6. April 2014 das Licht der Welt erblickte, war ihr Familienglück komplett.

Ihren bereits dritten gemeinsamen Valentinstag feiern Jenny (27) und Thorsten (29) Szattkowsky nun erstmals mit Töchterchen bei einem gemeinsamen Essen am Abend. "Für uns ist der Valentinstag ein nicht so wichtiger Tag. Dennoch freue ich mich auch immer über ein Blümchen", verrät Jenny Szattkowsky.

Denn auch zwischendurch machen sich die Angestellte der Stadt Bonn und der Mitarbeiter der Abfallwirtschaft in Köln gern eine kleine Freude. Bevor aber der diesjährige Valentinstag bei ihnen gefeiert wird, will der Torwart der ersten Seniorenmannschaft des FC Blau-Weiß Friesdorf (Landesliga) gemeinsam mit seiner Mannschaft erst noch das Freundschaftsspiel gegen Hilal Maroc Bergheim gewinnen.

Bornheim-Hersel

"Er ist zuverlässig, ehrlich, direkt und ein absoluter Familienmensch." Die Antwort auf die Frage, was sie an ihrem Mann Oliver am meisten schätzt, fällt Manuela Czermak aus Hersel nicht schwer. Dass es zum Valentinstag meist keinen Strauß Blumen gibt, kreidet sie ihm nicht negativ an.

"Warum muss man sich unbedingt zum Valentinstag etwas schenken? Da gibt es andere Gelegenheiten", meint Oliver Czermak. Seit 2013 sind der 27-jährige Koch und die 25-jährige Restaurant-Fachfrau, die sich bereits in der Schule kennenlernten, ein Paar. "Manuela hat schon in der fünften Klasse ein Auge auf mich geworden. Damals habe ich aber noch nicht darauf reagiert."

Als Manuela später auf der Berufsbildenden Schule in dieselbe Klasse kam, war es um ihn geschehen. Die Geburt von Töchterchen Mia machte das junge Glück 2011 komplett. Seit zwei Jahren lebt die kleine Familie glücklich in Hersel. Auch wenn der Valentinstag nicht groß gefeiert wird - ein gemeinsames Essen ist heute auf jeden Fall eingeplant.

Die Gelegenheit ist günstig: Die dreijährige Mia ist mit einer Freundin verabredet. "Wir haben nicht oft die Gelegenheit, etwas zu zweit zu unternehmen. Also nutzen wir die freie Zeit für ein schönes Essen", freuen sich beide.

Rheinbach-Wormersdorf

Bei ihnen war es Liebe auf den ersten Blick, zwei Tage vor dem Valentinstag heirateten sie: "Wir haben uns gesehen, und es hat Bumm gemacht", erzählt das Ehepaar Leesemann. Der Valentinstag bedeutet ihnen aber nicht viel. "Ich schenke meiner Frau auch so drei Mal im Monat Blumen", sagt der Jubilar.

Kennengelernt haben sich beide in einer Kneipe in Duisburg-Walsum, in der die damals 16-jährige Verkäuferin Hannelore Barthel aushalf und der 21-jährige Bergmann Bernhard Leesemann zu Gast war. "Ein Dreivierteljahr später haben wir schon geheiratet", erzählen sie. Grund für die Hochzeit in sehr jungen Jahren waren vor allem die engen Wohnverhältnisse der Familien, und dass ihre Eltern ebenso wie sein Stiefvater "nicht eben begeistert" von der Beziehung waren.

Weniger romantisch als pragmatisch war dann auch der Heiratsantrag: "Das war im Auto. Da habe ich zu ihr gesagt: Hör mal, Hanni, wollen wir nicht heiraten? Dann haben wir unsere Ruhe." Der Hochzeitstag selbst sei "der reinste Stress" gewesen, erinnert sich die heute 66-Jährige.

Standesamtliche und kirchliche Trauung fanden am selben Tag statt, und das nach dem Polterabend tags zuvor. Bei der kirchlichen Trauung schlief der Bräutigam sogar ein. Mit einem sanften Rippenstoß musste die Braut ihn wecken, damit er sein "Ja" sagte. Gefeiert wurde im ausgeräumten eigenen Wohnzimmer bei Kartoffelsalat und Würstchen. 1968 verließ das Paar das Ruhrgebiet, nach einer Zeit in Rheinbach zog das Paar nach Wormersdorf, wo es jetzt bereits seit 40 Jahren wohnt.

An ihrem Hochzeitstag 1993 haben die Leesemanns im Haus Dahlem die Tomburger Hunnenhorde mitgegründet. Noch heute ist er deren Attila und sie Attilas erstes Weib. Weil der Tag ihrer Goldhochzeit just auf Weiberdonnerstag fiel, kamen viele Gratulanten.

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